Stehe von Lichtern gestreichelt

Kasimir Edschmid · Kapitel 14 von 18

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Stehe von Lichtern gestreichelt

Verkündigung

 

Er kam nicht die Allee mit sanften Büschen

zu ihrer Halle hin. Denn die war ihm zu bang.

Zu zart schon klangen seines Hemdes Rüschen

und seine Locken bebten in Gesang.

 

Die Dämmerung der Tür und vom Portale,

das überm hellen Weg zum Himmel wies,

formte aus seinen Händen eine Schale,

die seine Bitte füllte: „Ich verhieß . . . .“

 

So stand der Engel. Doch Marias strenge

Haltung der Finger machte ihn ein wenig blaß.

Er lauschte auf der Ferne fremde Klänge,

die plötzlich voll Geräusch war, und sah, daß

 

ihr überm Hügel wehrender Gebärde

zahllos von Lächeln auf ein Horizont sich schlug.

Nur ihre Handgelenke schienen Schwerte,

weil sie die Gnade ihres Bauches kaum ertrug.