Stehe von Lichtern gestreichelt

Kasimir Edschmid · Kapitel 3 von 18

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Stehe von Lichtern gestreichelt

Perseus und Andromeda

 

Da er in Erz umspiegelt sorgend seinen

Arm, der noch qualmte von des Wurmes Blut,

zu ihrer Fessel hob, kam ihm: ein Leinen

sei nun viel mehr als alles andre gut.

 

Denn sie stand nackend an der breiten Planke.

Ihr Schatten schmal wie ein Olivenzweig

zitternd geneigt dicht neben ihr aufs blanke

Riff machte sie nur tiefer nackt und bleich.

 

Nun nahm er ihr die Spangen von den Händen

und eine Schwachheit stieg in ihm wie nie.

Er staunte: Ist das Weinen? — und dann enden

sah er die Kette über ihrem Knie.

 

Und doch: Das ist ja Weinen: — Der genossen

die dumpfen Wunder allesamt, er hing

mit seinem Blick da, wo des Lichtes Sprossen

fern heller wurden, lange. Und er fing

 

die Glut des Meeres auf und wagte nicht

zu lösen wie ein Blinder unentschlossen

von ihrem Mädchenschenkel Schnur und Ring.