
Aphorismen zur Lebensweisheit
von Arthur Schopenhauer

Eine Erzählerin kommt immer wieder in ein vergessenes Waldschloss, das sie Schweigen nennen will, mit Palas, Bergfried und einer dreihundert Jahre alten Linde im äußeren Hof. Im Schlafgemach liegt eine gelbe Seidendecke, und über ihr sieht die Erzählerin ein Mädchen mit goldenem Kopf, sehr blass, mit einem roten Streifen um das Handgelenk. Linde, Vorhänge und Brünnlein tragen die Geschichte zusammen: Gisela, junge Gräfin und Waise, als Hexe verhört, vom Grafensohn hierher geflüchtet, doch um eine halbe Stunde kam er zu spät. In dialogischen Bruchstücken spricht die Kranke danach mit Frau Trost über das himmlische Gloria und über den Engel, der Leiden heißt.