
Der Ball
Der Ball beginnt mit einem Streit zwischen der Witwe Frau Berg und ihrer sechzehnjährigen Tochter Lisbeth, die sich weigert, ihren ersten Ball zu besuchen. Frau Berg, die sich selbst noch immer auf jeden Ball freut, besteht darauf, dass die Tochter sich der gesellschaftlichen Sitte nicht entziehen dürfe, denn sonst würden die Leute munkeln und Mutmaßungen anstellen. Lisbeth, die stumm in eine Zimmerecke starrt, lässt sich von den Ermahnungen ihrer Mutter, die mit dem französischen Sprichwort vom Appetit, der beim Essen kommt, ihre Widerstände zu zerstreuen versucht, zunächst nicht erweichen. Rilke zeichnet in dieser frühen Erzählung das Spannungsfeld zwischen mütterlicher gesellschaftlicher Erwartung und der stillen inneren Verweigerung einer jungen Frau am Rande des Erwachsenwerdens.






