
Hymnen an die Nacht
von Novalis

Die Chronik setzt 1360 mit Johann Bachmann ein, Müller und Freisasse in Bertoldshofen im Wertacher Land. Er schreckt nachts hoch, greift nach dem Buchenknüppel unter dem Bettkasten und lauscht zum Stall hinüber, wo zwei Kühe und das Arbeitspferd stehen. Racker wie rackern heißt es, denn das Leben ist vor allem Arbeit. Aus dem Wachliegen wird ein Erinnern: an zwei früh verstorbene Ehefrauen und an vier Kinder wie die Orgelpfeifen, an die Wallfahrt nach Oetting zur Schwarzen Madonna, wo ihm Hildegard aus Tüssling begegnet, und an den Großvater Simon, der als Vagant fortlief, bei einem Müller das Handwerk lernte und sich später am begradigten Wildbach aus Feldsteinen eine eigene Mühle baute.