Auswahl aus den Dichtungen Eduard Mörikes

Eduard Mörike · Kapitel 17 von 67

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Auswahl aus den Dichtungen Eduard Mörikes

Lebewohl.

 

»Lebe wohl!« – Du fühlest nicht,

Was es heißt, dies Wort der Schmerzen:

Mit getrostem Angesicht

Sagtest du's und leichtem Herzen.

 

Lebe wohl! – Ach, tausendmal

Hab' ich mir es vorgesprochen.

Und in nimmersatter Qual

Mir das Herz damit gebrochen.

Heimweh.

 

Anders wird die Welt mit jedem Schritt,

Den ich weiter von der Liebsten mache;

Mein Herz, das will nicht weiter mit.

Hier scheint die Sonne kalt ins Land,

Hier deucht mir alles unbekannt,

Sogar die Blumen am Bache!

Hat jede Sache

So fremd eine Miene, so falsch ein Gesicht.

Das Bächlein murmelt wohl und spricht:

Armer Knabe, komm bei mir vorüber!

Siehst auch hier Vergißmeinnicht. –

Ja, die sind schön an jedem Ort,

Aber nicht wie dort.

Fort, nur fort!

Die Augen gehn mir über!