Basics Dachkonstruktion

Ann-Christin Siegemund · Kapitel 9 von 17

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Basics Dachkonstruktion

Abdichtung

Die Regensicherheit eines Daches wird normalerweise mit der Dach-

deckung erreicht. Ergeben sich allerdings erhöhte Anforderungen, z. B.

durch eine geringe Dachneigung, eine schützenswerte Nutzung des Dachs

oder eine exponierte Lage mit viel Schnee- und Regenanfall, sollten

zusätzliche abdichtende Maßnahmen ergriffen werden, um das Eindrin-

gen von Wasser bei starker Windbelastung oder bei Flugschnee auszu-

schließen.

Unterspannung Die einfachste Form der Zusatzmaßnahmen ist die Unterspannung.

Sie wird mit Unterspannbahnen als belüftete Konstruktion ausgeführt.

Das heißt, die Bahn liegt nicht auf, sondern hängt frei zwischen den Spar-

ren. Für eine gleichmäßige Belüftung kann zusätzlich eine Konterlattung

auf die Sparren und die Unterspannbahn aufgebracht werden. Die Bahnen

hängen dann nicht frei, sondern zwischen der Lattung gespannt. Unter-

spannbahnen sind meist gewebeverstärkte Kunststoffbahnen.

Unterdeckung Vor einer Unterdeckung spricht man, wenn die Bahnen überdeckend

auf einer Unterlage, z. B. einer Schalung, aufgebracht sind. Unterdeckun-

gen werden als regensicher angesehen. Sie liegen unterhalb der Lattung

und Konterlattung.

Unterdach Ein Unterdach besteht aus Dichtungsbahnen, die wasserdicht durch

Schweißen oder Kleben miteinander verbunden sind. Man unterschei-

det zwischen einem regensicheren Unterdach und einem wasserdichten

Unterdach. Das regensichere Unterdach darf Öffnungen für die Konstruk-

tion aufweisen. Die Bahnen liegen unter der Lattung und Konterlattung.

Bei einem wasserdichten Unterdach sind keine Öffnungen zulässig. Die

Konterlattung wird mit eingebunden, das heißt, die Bahnen liegen zwi-

schen Lattung und Konterlattung. Bei der Ausführung ist stets darauf

zu achten, dass das auf den Bahnen geführte Wasser an der Traufe aus-

treten und in die Regenrinne geführt werden kann. Eine ausreichende

Durchlüftung des Dachzwischenraums unter dem Unterdach muss sicher-

gestellt werden.

 

ohne Konterlattung mit Konterlattung

 

Abb. 29: Unterspannung mit und ohne Konterlattung

 

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DÄMMUNG

Bei belüfteten, nicht ausgebauten Dachräumen wird in der Regel

nicht die Dachfläche, sondern die oberste Geschossdecke gedämmt, da

diese Dämmung einfacher und kostengünstiger herzustellen ist. Soll das

Dach jedoch mit einer hochwertigen und beheizten Nutzung versehen

werden, ist der gesamte Raum wie das übrige Haus umlaufend zu däm-

men, um die Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen. Es ist dabei

zu berücksichtigen, dass die Dämmebene der Außenwände weiter fort-

geführt wird und Wärmebrücken vermieden werden.

Soll die Wärmedämmung zwischen den Sparren eingebaut werden,

so ist die erforderliche Dämmstärke zu berücksichtigen. Ist diese größer

als der Sparrenquerschnitt, können die Sparren über das statisch erfor-

derliche Maß hinausgehend in einer größeren Stärke eingebaut, ein Dämm-

stoff mit besseren Dämmeigenschaften gewählt oder eine zusätzliche,

dünnere außen- oder innenseitige Dämmschicht aufgebracht werden.

Die Unterbrechung der Dämmung durch die Sparren stellt bei Holzkons-

truktionen keine wesentliche Wärmebrücke dar. > Kap. Bauphysik, > Abb. 30

Man spricht von einer Zwischensparrendämmung, wenn die einge-Zwischen-/

brachte Dämmung nicht in voller Höhe der Sparren eingebracht und so Vollsparrendämmung

zwischen der Dämmung und Unterspannbahn eine Hinterlüftung ermög-

licht wird. Wird der Dämmstoff in voller Sparrenhöhe eingebracht, spricht

man von einer Vollsparrendämmung. Soll die Dachkonstruktion im Raum

sichtbar bleiben, kann die Dämmung außenseitig als Aufsparrendämmung

auf eine Schalung aufgebracht werden. > Abb. 31

Zwingend erforderlich ist die innenseitige, auf der Dämmung voll- Dampfsperren

flächig anzubringende Dampfsperre, die an den Nahtstellen wie auch in

den Randbereichen und an Durchdringungen luftdicht verklebt werden

muss. Die Dampfsperre verhindert, dass Raumluftfeuchte durch Wasser-

dampfdiffusion in die Wärmedämmung bzw. die Dachkonstruktion gelan-

gen kann. Die Dämmebene wird also rauminnenseitig durch die Dampf-

sperre und außenseitig durch die Unterspannbahn vor dem Eindringen

von Wasser geschützt.

Bei nicht belüfteten Dächern mit Vollsparrendämmung ist auf der

Unterspannbahn eine Konterlattung aufzubringen, um so die Verdunstung

und den Abtrag eventuell eingetretenen Wassers über die Luftschicht zu

gewährleisten. Belüftete Dachkonstruktionen bieten diese Luftschicht

unmittelbar über der Dämmung, sodass eingebrachte Feuchte einfacher

verdunsten kann.

 

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ungedämmter Dachraum/Dämmung

auf der obersten Geschossdecke

 

vollgedämmter Dachraum

 

Dachraum bis zur Abkofferung gedämmt

 

Dachraum bis zur Kehlbalkenhöhe

gedämmt

 

Abb. 30: Dämmen von Dachräumen

 

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GSPublisherVersion 70.85.88.100

Schnitt Schichtenaufbau

Aufsparren- Eindeckung aus Metallblech

dämmung mit Trennlage Metalleindeckung Schalung

Wärmedämmung

Dampfsperre

Schalung

Sparren

nach Bedarf: raumseitige

Verkleidung

 

Zwischensparren- Eindeckung dämmung Lattung

Konterlattung

Unterspannbahn

Luftschicht

Wärmedämmung

Dampfsperre

raumseitige Verkleidung

 

Vollsparren- Eindeckung dämmung Lattung

Konterlattung

Unterspannbahn

Wärmedämmung

Dampfsperre

raumseitige Verkleidung

 

Zwischen- Eindeckung sparrendämmung Lattung mit zusätzlicher Konterlattung innenliegender Unterspannbahn Dämmung Luftschicht

Wärmedämmung zwischen

den Sparren

Wärmedämmung unterhalb

der Sparren

Dampfsperre

raumseitige Verkleidung

Zwischensparren- Eindeckung dämmung mit Lattung zusätzlicher Auf- Konterlattung sparrendämmung Unterspannbahn (z. B. im Sanierungs- Aufsparrendämmung fall) Wärmedämmung zwischen

den Sparren

Dampfsperre

raumseitige Verkleidung

 

Abb. 31: Dachaufbauten, Ausführungsvarianten mit unterschiedlicher Lage der Dämmung

 

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ENTWÄSSERUNG

Die Entwässerung geneigter Dächer erfolgt über die Dachflächen und

Kehlen zur Traufe. Dort wird das Niederschlags- und Tauwasser in Rinnen

gesammelt und über Fallrohre in Grundleitungen abgeleitet.

Bemessungen Für die Bemessung des Systems ist zunächst das zu erwartende Re-

genwasser zu ermitteln, das sich aus der Regenspende > Tab. 6, der wirk-

samen Dachfläche und einem Abflussbeiwert berechnet. Grundsätzlich

ist bei der Konstruktion zu beachten, dass über den Regelfall hinaus bei

Starkregenereignissen oder verschneiten Dächern Wasser abgeleitet wird

und nicht in die Konstruktion eindringen kann. Außenliegende Rinnen kön-

nen einfach überlaufen; bei innenliegenden Rinnen sind entsprechende

Notüberläufe vorzusehen, sodass sich das Wasser nur bis zu einer ge-

wissen Höhe anstauen kann.

Regenrinnen Regenrinnen werden mit oder ohne Neigung auf höhenverstellbaren

Rinnenhaltern an der Traufe befestigt. Bei Holzdachkonstruktionen wird

je Sparren ein Rinnenhalter befestigt, wobei die Abstände zwischen den

Haltern insgesamt nicht mehr als 90 cm betragen sollten. Die Rinnen soll-

ten leicht nach außen geneigt sein, sodass eventuell überlaufendes Was-

ser vom Haus weggeführt wird. Die einzelnen Rinnenstücke werden mit

Verbindungsstücken aneinandergesetzt und an den Enden mit sog. End-

böden abgeschlossen. Über Ablaufstutzen oder Wasserfangkästen wird

das Wasser von der Rinne in die Fallrohre eingeleitet. Fallrohre werden

wiederum mit Rohrhaltern an der Außenwand befestigt. Der unterste Be-

reich des Fallrohrs, der anfällig für mechanische Beschädigungen ist, wird

als Standrohr bezeichnet. Er besteht meist aus festerem Material und ver-

fügt zusätzlich über eine Revisionsöffnung zur Kontrolle und Reinigung.

Rinnen und Rohre sind in unterschiedlichen, eckigen oder runden Quer-

schnitten und verschiedenen Materialien erhältlich.

Kontaktkorrosion Bei der Verbindung verschiedener Metalle ist darauf zu achten, dass

die Werkstoffe untereinander keine Wechselwirkungen, z. B. Kontaktkor-

rosion, erzeugen und dass nicht durch unterschiedliches Dehnungsver-

halten Spannungen auftreten. So können Rinnen und Rohre aus Kupfer

nur mit kupferummantelten Stahlhaltern und -schellen verbaut werden.

Für Rinnen aus Aluminium sind Halter aus verzinktem Stahl oder Alumi-

nium möglich. Für Rinnen aus Zink oder verzinktem Stahl stehen verzinkte

Stahlhalter und -schellen zur Verfügung.

Innenliegende Rinnen Als innenliegende Dachrinnen werden Dachrinnen bezeichnet, die

nicht vor die Traufe gehängt werden. Sie werden verwendet, wenn die Rin-

nen nicht sichtbar sein sollen und das Dach ohne Überstand ausgeführt

wird. An die Berechnung und Ausführung werden höhere Anforderungen

gestellt, da das Wasser bei Beschädigungen, Wasserrückstau o. Ä. nicht

bereits vor der Fassade anfällt, sondern innerhalb der Konstruktion ge-

sammelt wird. Unterhalb der Rinne ist eine zusätzliche wasserführende

Schicht als Doppelrinne oder aus Dichtungsbahnen auszubilden. Ebenso

sind Notüberläufe und größere Rohrabmessungen erforderlich.

 

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Tab. 7: Durchschnittliche länderspezifische Bemessungsregenspenden gem. DIN EN 12056

 

Land durchschnittliche Bemessungsregenspende

Deutschland 300 l/(sxh)

Frankreich 500 l/(sxh)

Niederlande 300 l/(sxh)

Schweiz 300 l/(sxh)

 

Tab. 8: Sicherheitsbeiwerte nach DIN EN 1056-3

 

Situation Sicherheitsfaktor

vorgehängte Dachrinnen 1,0

vorgehängte Dachrinnen, bei denen überfließendes 1,5

Wasser unangenehme Folgen hat, z. B. über Eingängen

von öffentlichen Gebäuden

Innenliegende Dachrinnen und überall dort, wo unge- 2,0

wöhnlich starker Regen oder Verstopfungen in der Dach-

entwässerungsanlage Wasser in das Gebäude eindringen

lassen

Innenliegende Dachrinnen in Gebäuden, bei denen ein 3,0

außergewöhnliches Maß an Schutz notwendig ist, z. B.

– Krankenhäusern, Theatern,

– sensiblen Kommunikationseinrichtungen

– Lagerräumen für Substanzen, die durch Nässe

toxische oder entflammbare Gase abgeben

– Gebäuden, in denen besondere Kunstwerke

aufbewahrt werden

 

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Flachdächer

 

Als Flachdach werden Dächer mit einer Neigung von bis zu 5° be-

zeichnet. Aufgrund der geringen Neigung können Flachdächer auch für

Begrünungen, Dachgärten, Terrassen, befahrbare Flächen oder zum Auf-

stellen technischer Geräte wie Solarkollektoren oder Lüftungsgeräte ge-

nutzt werden. Der obere Abschluss des Daches wird nicht durch eine

Deckung, sondern durch eine Dachabdichtung gebildet, an die hohe An-

forderungen an die Dichtigkeit und das Ableiten des Wassers gestellt wer-

den. In Bezug auf die Lasten spielt im Gegensatz zu geneigten Dächern

der Windsog eine größere Rolle. Die häufig leichten Materialen sind dem-

nach vor einem Abheben mechanisch zu sichern. Mechanische Sicherun-

gen erfordern jedoch eine Durchdringung der Abdichtung.

 

KONSTRUKTIONEN

Ebenso wie bei geneigten Dächern kommen für Flachdächer Stahl-

beton, Stahl- und Holzkonstruktionen zur Anwendung. Flächige Beton-

dächer sind hierbei meist bei Wohn- und Geschäftshäusern anzutreffen;

Stahlkonstruktionen finden sich in der Regel im Hallenbau wieder. Auf

Holz- oder Stahlkonstruktionen ist zunächst durch Platten oder z. B. Tra-

pezbleche eine Fläche auszubilden, auf der die weiteren Schichten auf-

gebracht werden können.

 

Abb. 32: Stahlkonstruktion Abb. 33: Flachdach aus Stahlbeton

 

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AUSFÜHRUNGSARTEN

Es werden drei verschiedenen Ausführungsarten im Schichtenauf-

bau unterschieden: > Abb. 34

 

Beim Warmdach oder nicht belüfteten Dach liegt die Abdichtung Warmdach

oberhalb der Wärmedämmung, durch die auch das Gefälle in Richtung

der Dachabläufe hergestellt wird. Unter der Dämmung wird ein Voran-

strich und darauf die Dampfsperre aufgebracht.

Um die Abdichtung besser zu schützen, kann auch ein Umkehrdach Umkehrdach

ausgebildet werden. Dabei liegt die Dämmebene oberhalb der wasser-

führenden Schicht, die entsprechend wasserabweisend sein muss. Zu-

dem kann die Neigung zu den Abläufen nicht durch die Dämmung her-

gestellt werden, weshalb unterhalb der Abdichtung ein Gefälleestrich

aufzubringen ist.

Als dritte Variante kommen Kaltdächer bzw. belüftete Dächer zur Kaltdach

Ausführung. Diese sind insgesamt mit dem Aufbau eines Sparrendachs

mit Zwischensparrendämmung zu vergleichen und finden meist bei Holz-

konstruktionen Anwendung. Raumseitig wird hierbei eine Verkleidung und

dahinterliegend eine Dampfsperre angeordnet. Zwischen den einzelnen

Holzbalken liegt die Dämmung, die jedoch in geringerer Stärke als die der

Balken einzubringen ist, sodass eine ausreichende Durchlüftung gewähr-

leistet wird. Auf den Balken werden wiederum eine Schalung, die Dachab-

dichtung und der gewählte Oberflächenschutz oder -belag aufgebracht.

 

Schnitt Schichtenaufbau

2% Gefälle

nicht belüftetes Dachabdichtung 2% Gefälle

Dach – Warmdach Dampfdruckausgleichsschicht

auf Stahlbeton- Gefälledämmung, mind. 2 %

decke Dampfsperre

Voranstrich

Stahlbetondecke

 

nicht belüftetes Dachabdichtung

Dach – Warmdach Dampfdruckausgleichsschicht

auf Stahlträger- Dämmung

konstruktion Dampfsperre

Trapezblech

Stahlträger mit geringem Gefälle

2% Gefälle

2% Gefälle

 

Abb. 34: Ausführungsarten von Flachdächern (Fortsetzung auf S. 48)

 

2% Gefälle 47 2% Gefälle

Schnitt Schichtenaufbau

Umkehrdach Oberflächenschutz, z. B. Kies mind. 5 cm

Filterschicht

Wärmedämmung, trittfest

 

2% Gefälle Dachabdichtung 2% Gefälle Gefälleestrich

Stahlbetondecke

 

Abwandlung des Warmdaches Dämmung

im Nassen oberhalb der Abdichtung nicht

alle Dämmstoffe verwendbar Schutz der

Abdichtungsebene vor Beschädigungen

belüftetes Dach – Dachbelag Kaltdach Dachabdichtung

Holzschalung

Luftschicht, mind. 15 cm

Wärmedämmung zwischen den Sparren

Dampfsperre

bei Bedarf: raumseitige Bekleidung

 

Abb. 34: Ausführungsarten von Flachdächern

 

DACHANSCHLÜSSE

Wasserdichte Anschlüsse sind im Bereich von aufgehenden Bauteilen,

also z. B. bei Wänden von Aufzugsüberfahrten, auf das Dach führenden

Treppenhäusern u. ä. oder Durchdringungen innerhalb der Dach fläche wie

Lichtkuppeln erforderlich. Als Grundregel gilt hierbei, dass die Abdichtung

bei Dachneigungen von unter 5° mindestens 15 cm und bei Dachneigun-

gen über 5° mindestens 10 cm über die Oberfläche des Dachbelags hoch-

zuführen und dort zu fixieren ist, um das Eindringen von gestautem oder

Spritzwasser zu vermeiden. Je nach Abdichtungsmaterial ist eine geeig-

nete mechanische Befestigung z. B. durch Klemmschienen oder Klemm-

profile zu wählen. Bei der Abdichtung mit Flüssigkunststoffen kann ggf. auf

eine zusätzliche Befestigung verzichtet werden. Der obere Abschluss der

Abdichtung ist zudem z. B. durch eine Überdeckung mit der Verkleidung

GSPublisherVersion 70.85.88.100 GSPublisherVersion eines öffenbaren Bauteils regensicher zu schützen. Bei dem Anschluss 70.85.88.100

von Durchdringungen ist darauf zu achten, ob diese starr oder beweglich

auszuführen sind. Vor allem bei Folienabdichtungen gibt es von den Her-

stellern auch Formteile zur Ausbildung von Innen- und Außenecken oder

zur Andichtung von Rohren durch Manschetten. Besondere Berücksichti-

gung findet die Andichtung im Bereich von Öffnungen innerhalb öffenbarer

Bauteile wie z. B. Terrassentüren. Wird hier die Hochführung der Abdich-

tung von 15 cm über den Dachbelag berücksichtigt, ist ohne Ausgleichs-

maßnahmen außen- wie innenseitig die Ausbildung einer Stufe erforder-

lich. Um nur außenseitig eine Stufe zu benötigen, ist es möglich, einen

Versprung innerhalb der Deckenplatte auszubilden, sodass der Innen raum

 

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Abb. 35: Andichtung einer Stahlkonstruk- Abb. 36: Mechanische Befestigung tion mit Flüssigkunststoff innerhalb der der Abdichtung mit Klemmprofil Dachfläche

 

bereits höher liegt als die Dachfläche. Bei durchgehenden Deckenplatten

wird jedoch eine Verringerung der Abdichtungshöhe auf mindestens 5 cm

ermöglicht, wenn vor der Tür eine Entwässerungsrinne mit Anschluss an

die Dachentwässerung eingeplant wird.

 

DACHRANDABSCHLÜSSE

Bei der Planung von Flachdächern ist der Randabschluss ein wichti-

ges konstruktives Bauteil. Aufgrund der Aufbauhöhe und Wasserführung

ist am äußeren Ende eine Aufkantung auszubilden, die oberhalb der da-

runterliegenden Außenwand oder vor- bzw. rückspringend ausgebildet

werden kann. Diese Aufkantung kann durch eine Attika oder ein Rand-

profil ausgebildet werden. Unter einer Attika versteht man eine wandar-

tige Erhöhung am Dachrand, die in der Regel gemauert oder betoniert

wird und an der die Abdichtung und Dämmung entsprechend > Kap. Dachan-

schlüsse hochgeführt werden kann. Die Gesamthöhe der Attika ist hierbei

variabel und sie kann, wenn es die max. Wandhöhe zulässt, auch als Ab-

sturzsicherung genutzt werden. Der oberste Abschluss einer Attika wird

mit einem Attikablech hergestellt, das an der Fassaden- und Dachseite

eine Tropfkante in einem Abstand von mindestens 2 cm zur Fassade aus-

bilden sollte. Attikableche überdecken die ganze Breite der Attika und

sind in Richtung der Dachfläche leicht geneigt herzustellen. Dachrand-

abschlüsse mit Abschlussprofilen werden meist auf einer in der Dämm-

ebene liegenden Holzbohle befestigt. Sie sind so geformt, dass innen-

seitig die Dachabdichtung in das Profil geklemmt werden kann und das

Profil außenseitig die Dachkante umgreift und die Fassade überlappt. An

den Außenkanten einer Attikaabdeckung oder eines Abschlussprofils wird

eine Tropfkante ausgebildet, sodass anfallendes Regenwasser nicht hin-

ter die Fassade oder das Blech läuft.

 

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Vermeidung von Um Wärmebrücken auszuschließen bzw. zu vermeiden, sind die Dach-

Wärmebrücken > Kap. Bauphysik, > Abb. 37, Abb. 38 randabschlüsse umlaufend zu dämmen. Bei

auskragenden Dächern oder Attiken ist es alternativ möglich, die Anbin-

dung an das gedämmte Gebäude mit einer sogenannten thermischen

Trennung herzustellen und das auskragende Bauteil (also das vorste-

hende Dach oder die Attika) selbst ungedämmt zu lassen. Hierzu wird

innerhalb der Dämmebene ein Verbindungsbauteil (z. B. ein Isokorb) ein-

gesetzt, das die Lasten aufnehmen kann, jedoch im Gegensatz zu einer

durchlaufenden Betonplatte in großen Teilen aus Materialien mit geringer

Wärmeleitfähigkeit besteht und somit die Wärmeverluste reduziert. Der

Vorteil einer thermischen Trennung liegt u. a. darin, dass durch die ent-

fallende Dämmung der Bauteile geringere Ansichtsbreiten möglich sind.

 

Abb. 37: Schichtenaufbau gedämmte Attika

 

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auskragende Deckenplatte, thermisch getrennt auskragende Deckenplatte, umlaufende Dämmung

 

Dachrandabschluss mit betonierter Attika, Dachrandabschluss mit betonierter Attika,

thermisch getrennt umlaufend gedämmt

 

Dachrandabschluss mit gemauerter Attika Dachrandabschluss mit Abschlussprofil

 

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Abb. 38: Dachrandabschlüsse

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