Basics Dachkonstruktion
Abdichtung
Die Regensicherheit eines Daches wird normalerweise mit der Dach-
deckung erreicht. Ergeben sich allerdings erhöhte Anforderungen, z. B.
durch eine geringe Dachneigung, eine schützenswerte Nutzung des Dachs
oder eine exponierte Lage mit viel Schnee- und Regenanfall, sollten
zusätzliche abdichtende Maßnahmen ergriffen werden, um das Eindrin-
gen von Wasser bei starker Windbelastung oder bei Flugschnee auszu-
schließen.
Unterspannung Die einfachste Form der Zusatzmaßnahmen ist die Unterspannung.
Sie wird mit Unterspannbahnen als belüftete Konstruktion ausgeführt.
Das heißt, die Bahn liegt nicht auf, sondern hängt frei zwischen den Spar-
ren. Für eine gleichmäßige Belüftung kann zusätzlich eine Konterlattung
auf die Sparren und die Unterspannbahn aufgebracht werden. Die Bahnen
hängen dann nicht frei, sondern zwischen der Lattung gespannt. Unter-
spannbahnen sind meist gewebeverstärkte Kunststoffbahnen.
Unterdeckung Vor einer Unterdeckung spricht man, wenn die Bahnen überdeckend
auf einer Unterlage, z. B. einer Schalung, aufgebracht sind. Unterdeckun-
gen werden als regensicher angesehen. Sie liegen unterhalb der Lattung
und Konterlattung.
Unterdach Ein Unterdach besteht aus Dichtungsbahnen, die wasserdicht durch
Schweißen oder Kleben miteinander verbunden sind. Man unterschei-
det zwischen einem regensicheren Unterdach und einem wasserdichten
Unterdach. Das regensichere Unterdach darf Öffnungen für die Konstruk-
tion aufweisen. Die Bahnen liegen unter der Lattung und Konterlattung.
Bei einem wasserdichten Unterdach sind keine Öffnungen zulässig. Die
Konterlattung wird mit eingebunden, das heißt, die Bahnen liegen zwi-
schen Lattung und Konterlattung. Bei der Ausführung ist stets darauf
zu achten, dass das auf den Bahnen geführte Wasser an der Traufe aus-
treten und in die Regenrinne geführt werden kann. Eine ausreichende
Durchlüftung des Dachzwischenraums unter dem Unterdach muss sicher-
gestellt werden.
ohne Konterlattung mit Konterlattung
Abb. 29: Unterspannung mit und ohne Konterlattung
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DÄMMUNG
Bei belüfteten, nicht ausgebauten Dachräumen wird in der Regel
nicht die Dachfläche, sondern die oberste Geschossdecke gedämmt, da
diese Dämmung einfacher und kostengünstiger herzustellen ist. Soll das
Dach jedoch mit einer hochwertigen und beheizten Nutzung versehen
werden, ist der gesamte Raum wie das übrige Haus umlaufend zu däm-
men, um die Anforderungen an den Wärmeschutz zu erfüllen. Es ist dabei
zu berücksichtigen, dass die Dämmebene der Außenwände weiter fort-
geführt wird und Wärmebrücken vermieden werden.
Soll die Wärmedämmung zwischen den Sparren eingebaut werden,
so ist die erforderliche Dämmstärke zu berücksichtigen. Ist diese größer
als der Sparrenquerschnitt, können die Sparren über das statisch erfor-
derliche Maß hinausgehend in einer größeren Stärke eingebaut, ein Dämm-
stoff mit besseren Dämmeigenschaften gewählt oder eine zusätzliche,
dünnere außen- oder innenseitige Dämmschicht aufgebracht werden.
Die Unterbrechung der Dämmung durch die Sparren stellt bei Holzkons-
truktionen keine wesentliche Wärmebrücke dar. > Kap. Bauphysik, > Abb. 30
Man spricht von einer Zwischensparrendämmung, wenn die einge-Zwischen-/
brachte Dämmung nicht in voller Höhe der Sparren eingebracht und so Vollsparrendämmung
zwischen der Dämmung und Unterspannbahn eine Hinterlüftung ermög-
licht wird. Wird der Dämmstoff in voller Sparrenhöhe eingebracht, spricht
man von einer Vollsparrendämmung. Soll die Dachkonstruktion im Raum
sichtbar bleiben, kann die Dämmung außenseitig als Aufsparrendämmung
auf eine Schalung aufgebracht werden. > Abb. 31
Zwingend erforderlich ist die innenseitige, auf der Dämmung voll- Dampfsperren
flächig anzubringende Dampfsperre, die an den Nahtstellen wie auch in
den Randbereichen und an Durchdringungen luftdicht verklebt werden
muss. Die Dampfsperre verhindert, dass Raumluftfeuchte durch Wasser-
dampfdiffusion in die Wärmedämmung bzw. die Dachkonstruktion gelan-
gen kann. Die Dämmebene wird also rauminnenseitig durch die Dampf-
sperre und außenseitig durch die Unterspannbahn vor dem Eindringen
von Wasser geschützt.
Bei nicht belüfteten Dächern mit Vollsparrendämmung ist auf der
Unterspannbahn eine Konterlattung aufzubringen, um so die Verdunstung
und den Abtrag eventuell eingetretenen Wassers über die Luftschicht zu
gewährleisten. Belüftete Dachkonstruktionen bieten diese Luftschicht
unmittelbar über der Dämmung, sodass eingebrachte Feuchte einfacher
verdunsten kann.
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ungedämmter Dachraum/Dämmung
auf der obersten Geschossdecke
vollgedämmter Dachraum
Dachraum bis zur Abkofferung gedämmt
Dachraum bis zur Kehlbalkenhöhe
gedämmt
Abb. 30: Dämmen von Dachräumen
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GSPublisherVersion 70.85.88.100
Schnitt Schichtenaufbau
Aufsparren- Eindeckung aus Metallblech
dämmung mit Trennlage Metalleindeckung Schalung
Wärmedämmung
Dampfsperre
Schalung
Sparren
nach Bedarf: raumseitige
Verkleidung
Zwischensparren- Eindeckung dämmung Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Luftschicht
Wärmedämmung
Dampfsperre
raumseitige Verkleidung
Vollsparren- Eindeckung dämmung Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Wärmedämmung
Dampfsperre
raumseitige Verkleidung
Zwischen- Eindeckung sparrendämmung Lattung mit zusätzlicher Konterlattung innenliegender Unterspannbahn Dämmung Luftschicht
Wärmedämmung zwischen
den Sparren
Wärmedämmung unterhalb
der Sparren
Dampfsperre
raumseitige Verkleidung
Zwischensparren- Eindeckung dämmung mit Lattung zusätzlicher Auf- Konterlattung sparrendämmung Unterspannbahn (z. B. im Sanierungs- Aufsparrendämmung fall) Wärmedämmung zwischen
den Sparren
Dampfsperre
raumseitige Verkleidung
Abb. 31: Dachaufbauten, Ausführungsvarianten mit unterschiedlicher Lage der Dämmung
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ENTWÄSSERUNG
Die Entwässerung geneigter Dächer erfolgt über die Dachflächen und
Kehlen zur Traufe. Dort wird das Niederschlags- und Tauwasser in Rinnen
gesammelt und über Fallrohre in Grundleitungen abgeleitet.
Bemessungen Für die Bemessung des Systems ist zunächst das zu erwartende Re-
genwasser zu ermitteln, das sich aus der Regenspende > Tab. 6, der wirk-
samen Dachfläche und einem Abflussbeiwert berechnet. Grundsätzlich
ist bei der Konstruktion zu beachten, dass über den Regelfall hinaus bei
Starkregenereignissen oder verschneiten Dächern Wasser abgeleitet wird
und nicht in die Konstruktion eindringen kann. Außenliegende Rinnen kön-
nen einfach überlaufen; bei innenliegenden Rinnen sind entsprechende
Notüberläufe vorzusehen, sodass sich das Wasser nur bis zu einer ge-
wissen Höhe anstauen kann.
Regenrinnen Regenrinnen werden mit oder ohne Neigung auf höhenverstellbaren
Rinnenhaltern an der Traufe befestigt. Bei Holzdachkonstruktionen wird
je Sparren ein Rinnenhalter befestigt, wobei die Abstände zwischen den
Haltern insgesamt nicht mehr als 90 cm betragen sollten. Die Rinnen soll-
ten leicht nach außen geneigt sein, sodass eventuell überlaufendes Was-
ser vom Haus weggeführt wird. Die einzelnen Rinnenstücke werden mit
Verbindungsstücken aneinandergesetzt und an den Enden mit sog. End-
böden abgeschlossen. Über Ablaufstutzen oder Wasserfangkästen wird
das Wasser von der Rinne in die Fallrohre eingeleitet. Fallrohre werden
wiederum mit Rohrhaltern an der Außenwand befestigt. Der unterste Be-
reich des Fallrohrs, der anfällig für mechanische Beschädigungen ist, wird
als Standrohr bezeichnet. Er besteht meist aus festerem Material und ver-
fügt zusätzlich über eine Revisionsöffnung zur Kontrolle und Reinigung.
Rinnen und Rohre sind in unterschiedlichen, eckigen oder runden Quer-
schnitten und verschiedenen Materialien erhältlich.
Kontaktkorrosion Bei der Verbindung verschiedener Metalle ist darauf zu achten, dass
die Werkstoffe untereinander keine Wechselwirkungen, z. B. Kontaktkor-
rosion, erzeugen und dass nicht durch unterschiedliches Dehnungsver-
halten Spannungen auftreten. So können Rinnen und Rohre aus Kupfer
nur mit kupferummantelten Stahlhaltern und -schellen verbaut werden.
Für Rinnen aus Aluminium sind Halter aus verzinktem Stahl oder Alumi-
nium möglich. Für Rinnen aus Zink oder verzinktem Stahl stehen verzinkte
Stahlhalter und -schellen zur Verfügung.
Innenliegende Rinnen Als innenliegende Dachrinnen werden Dachrinnen bezeichnet, die
nicht vor die Traufe gehängt werden. Sie werden verwendet, wenn die Rin-
nen nicht sichtbar sein sollen und das Dach ohne Überstand ausgeführt
wird. An die Berechnung und Ausführung werden höhere Anforderungen
gestellt, da das Wasser bei Beschädigungen, Wasserrückstau o. Ä. nicht
bereits vor der Fassade anfällt, sondern innerhalb der Konstruktion ge-
sammelt wird. Unterhalb der Rinne ist eine zusätzliche wasserführende
Schicht als Doppelrinne oder aus Dichtungsbahnen auszubilden. Ebenso
sind Notüberläufe und größere Rohrabmessungen erforderlich.
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Tab. 7: Durchschnittliche länderspezifische Bemessungsregenspenden gem. DIN EN 12056
Land durchschnittliche Bemessungsregenspende
Deutschland 300 l/(sxh)
Frankreich 500 l/(sxh)
Niederlande 300 l/(sxh)
Schweiz 300 l/(sxh)
Tab. 8: Sicherheitsbeiwerte nach DIN EN 1056-3
Situation Sicherheitsfaktor
vorgehängte Dachrinnen 1,0
vorgehängte Dachrinnen, bei denen überfließendes 1,5
Wasser unangenehme Folgen hat, z. B. über Eingängen
von öffentlichen Gebäuden
Innenliegende Dachrinnen und überall dort, wo unge- 2,0
wöhnlich starker Regen oder Verstopfungen in der Dach-
entwässerungsanlage Wasser in das Gebäude eindringen
lassen
Innenliegende Dachrinnen in Gebäuden, bei denen ein 3,0
außergewöhnliches Maß an Schutz notwendig ist, z. B.
– Krankenhäusern, Theatern,
– sensiblen Kommunikationseinrichtungen
– Lagerräumen für Substanzen, die durch Nässe
toxische oder entflammbare Gase abgeben
– Gebäuden, in denen besondere Kunstwerke
aufbewahrt werden
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Flachdächer
Als Flachdach werden Dächer mit einer Neigung von bis zu 5° be-
zeichnet. Aufgrund der geringen Neigung können Flachdächer auch für
Begrünungen, Dachgärten, Terrassen, befahrbare Flächen oder zum Auf-
stellen technischer Geräte wie Solarkollektoren oder Lüftungsgeräte ge-
nutzt werden. Der obere Abschluss des Daches wird nicht durch eine
Deckung, sondern durch eine Dachabdichtung gebildet, an die hohe An-
forderungen an die Dichtigkeit und das Ableiten des Wassers gestellt wer-
den. In Bezug auf die Lasten spielt im Gegensatz zu geneigten Dächern
der Windsog eine größere Rolle. Die häufig leichten Materialen sind dem-
nach vor einem Abheben mechanisch zu sichern. Mechanische Sicherun-
gen erfordern jedoch eine Durchdringung der Abdichtung.
KONSTRUKTIONEN
Ebenso wie bei geneigten Dächern kommen für Flachdächer Stahl-
beton, Stahl- und Holzkonstruktionen zur Anwendung. Flächige Beton-
dächer sind hierbei meist bei Wohn- und Geschäftshäusern anzutreffen;
Stahlkonstruktionen finden sich in der Regel im Hallenbau wieder. Auf
Holz- oder Stahlkonstruktionen ist zunächst durch Platten oder z. B. Tra-
pezbleche eine Fläche auszubilden, auf der die weiteren Schichten auf-
gebracht werden können.
Abb. 32: Stahlkonstruktion Abb. 33: Flachdach aus Stahlbeton
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AUSFÜHRUNGSARTEN
Es werden drei verschiedenen Ausführungsarten im Schichtenauf-
bau unterschieden: > Abb. 34
Beim Warmdach oder nicht belüfteten Dach liegt die Abdichtung Warmdach
oberhalb der Wärmedämmung, durch die auch das Gefälle in Richtung
der Dachabläufe hergestellt wird. Unter der Dämmung wird ein Voran-
strich und darauf die Dampfsperre aufgebracht.
Um die Abdichtung besser zu schützen, kann auch ein Umkehrdach Umkehrdach
ausgebildet werden. Dabei liegt die Dämmebene oberhalb der wasser-
führenden Schicht, die entsprechend wasserabweisend sein muss. Zu-
dem kann die Neigung zu den Abläufen nicht durch die Dämmung her-
gestellt werden, weshalb unterhalb der Abdichtung ein Gefälleestrich
aufzubringen ist.
Als dritte Variante kommen Kaltdächer bzw. belüftete Dächer zur Kaltdach
Ausführung. Diese sind insgesamt mit dem Aufbau eines Sparrendachs
mit Zwischensparrendämmung zu vergleichen und finden meist bei Holz-
konstruktionen Anwendung. Raumseitig wird hierbei eine Verkleidung und
dahinterliegend eine Dampfsperre angeordnet. Zwischen den einzelnen
Holzbalken liegt die Dämmung, die jedoch in geringerer Stärke als die der
Balken einzubringen ist, sodass eine ausreichende Durchlüftung gewähr-
leistet wird. Auf den Balken werden wiederum eine Schalung, die Dachab-
dichtung und der gewählte Oberflächenschutz oder -belag aufgebracht.
Schnitt Schichtenaufbau
2% Gefälle
nicht belüftetes Dachabdichtung 2% Gefälle
Dach – Warmdach Dampfdruckausgleichsschicht
auf Stahlbeton- Gefälledämmung, mind. 2 %
decke Dampfsperre
Voranstrich
Stahlbetondecke
nicht belüftetes Dachabdichtung
Dach – Warmdach Dampfdruckausgleichsschicht
auf Stahlträger- Dämmung
konstruktion Dampfsperre
Trapezblech
Stahlträger mit geringem Gefälle
2% Gefälle
2% Gefälle
Abb. 34: Ausführungsarten von Flachdächern (Fortsetzung auf S. 48)
2% Gefälle 47 2% Gefälle
Schnitt Schichtenaufbau
Umkehrdach Oberflächenschutz, z. B. Kies mind. 5 cm
Filterschicht
Wärmedämmung, trittfest
2% Gefälle Dachabdichtung 2% Gefälle Gefälleestrich
Stahlbetondecke
Abwandlung des Warmdaches Dämmung
im Nassen oberhalb der Abdichtung nicht
alle Dämmstoffe verwendbar Schutz der
Abdichtungsebene vor Beschädigungen
belüftetes Dach – Dachbelag Kaltdach Dachabdichtung
Holzschalung
Luftschicht, mind. 15 cm
Wärmedämmung zwischen den Sparren
Dampfsperre
bei Bedarf: raumseitige Bekleidung
Abb. 34: Ausführungsarten von Flachdächern
DACHANSCHLÜSSE
Wasserdichte Anschlüsse sind im Bereich von aufgehenden Bauteilen,
also z. B. bei Wänden von Aufzugsüberfahrten, auf das Dach führenden
Treppenhäusern u. ä. oder Durchdringungen innerhalb der Dach fläche wie
Lichtkuppeln erforderlich. Als Grundregel gilt hierbei, dass die Abdichtung
bei Dachneigungen von unter 5° mindestens 15 cm und bei Dachneigun-
gen über 5° mindestens 10 cm über die Oberfläche des Dachbelags hoch-
zuführen und dort zu fixieren ist, um das Eindringen von gestautem oder
Spritzwasser zu vermeiden. Je nach Abdichtungsmaterial ist eine geeig-
nete mechanische Befestigung z. B. durch Klemmschienen oder Klemm-
profile zu wählen. Bei der Abdichtung mit Flüssigkunststoffen kann ggf. auf
eine zusätzliche Befestigung verzichtet werden. Der obere Abschluss der
Abdichtung ist zudem z. B. durch eine Überdeckung mit der Verkleidung
GSPublisherVersion 70.85.88.100 GSPublisherVersion eines öffenbaren Bauteils regensicher zu schützen. Bei dem Anschluss 70.85.88.100
von Durchdringungen ist darauf zu achten, ob diese starr oder beweglich
auszuführen sind. Vor allem bei Folienabdichtungen gibt es von den Her-
stellern auch Formteile zur Ausbildung von Innen- und Außenecken oder
zur Andichtung von Rohren durch Manschetten. Besondere Berücksichti-
gung findet die Andichtung im Bereich von Öffnungen innerhalb öffenbarer
Bauteile wie z. B. Terrassentüren. Wird hier die Hochführung der Abdich-
tung von 15 cm über den Dachbelag berücksichtigt, ist ohne Ausgleichs-
maßnahmen außen- wie innenseitig die Ausbildung einer Stufe erforder-
lich. Um nur außenseitig eine Stufe zu benötigen, ist es möglich, einen
Versprung innerhalb der Deckenplatte auszubilden, sodass der Innen raum
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Abb. 35: Andichtung einer Stahlkonstruk- Abb. 36: Mechanische Befestigung tion mit Flüssigkunststoff innerhalb der der Abdichtung mit Klemmprofil Dachfläche
bereits höher liegt als die Dachfläche. Bei durchgehenden Deckenplatten
wird jedoch eine Verringerung der Abdichtungshöhe auf mindestens 5 cm
ermöglicht, wenn vor der Tür eine Entwässerungsrinne mit Anschluss an
die Dachentwässerung eingeplant wird.
DACHRANDABSCHLÜSSE
Bei der Planung von Flachdächern ist der Randabschluss ein wichti-
ges konstruktives Bauteil. Aufgrund der Aufbauhöhe und Wasserführung
ist am äußeren Ende eine Aufkantung auszubilden, die oberhalb der da-
runterliegenden Außenwand oder vor- bzw. rückspringend ausgebildet
werden kann. Diese Aufkantung kann durch eine Attika oder ein Rand-
profil ausgebildet werden. Unter einer Attika versteht man eine wandar-
tige Erhöhung am Dachrand, die in der Regel gemauert oder betoniert
wird und an der die Abdichtung und Dämmung entsprechend > Kap. Dachan-
schlüsse hochgeführt werden kann. Die Gesamthöhe der Attika ist hierbei
variabel und sie kann, wenn es die max. Wandhöhe zulässt, auch als Ab-
sturzsicherung genutzt werden. Der oberste Abschluss einer Attika wird
mit einem Attikablech hergestellt, das an der Fassaden- und Dachseite
eine Tropfkante in einem Abstand von mindestens 2 cm zur Fassade aus-
bilden sollte. Attikableche überdecken die ganze Breite der Attika und
sind in Richtung der Dachfläche leicht geneigt herzustellen. Dachrand-
abschlüsse mit Abschlussprofilen werden meist auf einer in der Dämm-
ebene liegenden Holzbohle befestigt. Sie sind so geformt, dass innen-
seitig die Dachabdichtung in das Profil geklemmt werden kann und das
Profil außenseitig die Dachkante umgreift und die Fassade überlappt. An
den Außenkanten einer Attikaabdeckung oder eines Abschlussprofils wird
eine Tropfkante ausgebildet, sodass anfallendes Regenwasser nicht hin-
ter die Fassade oder das Blech läuft.
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Vermeidung von Um Wärmebrücken auszuschließen bzw. zu vermeiden, sind die Dach-
Wärmebrücken > Kap. Bauphysik, > Abb. 37, Abb. 38 randabschlüsse umlaufend zu dämmen. Bei
auskragenden Dächern oder Attiken ist es alternativ möglich, die Anbin-
dung an das gedämmte Gebäude mit einer sogenannten thermischen
Trennung herzustellen und das auskragende Bauteil (also das vorste-
hende Dach oder die Attika) selbst ungedämmt zu lassen. Hierzu wird
innerhalb der Dämmebene ein Verbindungsbauteil (z. B. ein Isokorb) ein-
gesetzt, das die Lasten aufnehmen kann, jedoch im Gegensatz zu einer
durchlaufenden Betonplatte in großen Teilen aus Materialien mit geringer
Wärmeleitfähigkeit besteht und somit die Wärmeverluste reduziert. Der
Vorteil einer thermischen Trennung liegt u. a. darin, dass durch die ent-
fallende Dämmung der Bauteile geringere Ansichtsbreiten möglich sind.
Abb. 37: Schichtenaufbau gedämmte Attika
50
auskragende Deckenplatte, thermisch getrennt auskragende Deckenplatte, umlaufende Dämmung
Dachrandabschluss mit betonierter Attika, Dachrandabschluss mit betonierter Attika,
thermisch getrennt umlaufend gedämmt
Dachrandabschluss mit gemauerter Attika Dachrandabschluss mit Abschlussprofil
GSPublisherVersion 73.78.81.100
Abb. 38: Dachrandabschlüsse
GSPublisherVersion 73.78.81.100
51
GSPublisherVersion 73.78.81.100