Basics Dachkonstruktion
Massivdach
Dächer aus Beton, Porenbeton oder Ziegeln werden als Massivdächer
bezeichnet. > Abb. 22 Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Holzkons-
truktionen wird hier direkt eine geschlossene Fläche, meist aus Fertigtei-
len, hergestellt. Für freie Dachformen können Dächer auch aus Ortbeton
erstellt werden. Aufgrund der hohen Masse des Betons weisen Massiv-
dächer ein hohes Schalldämmmaß auf. Ebenso wirkt sich die Konstruk-
tion vorteilhaft auf die Luftdichtheit und, durch die wärmeleitenden Eigen-
schaften bzw. die Speicherfähigkeit, auf den Wärmeschutz aus.
Dächer aus Massivdächer aus Betonfertigteilen werden bereits im Werk vorgefer-
Betonfertigteilen tigt und erhalten dort die ergänzenden Sparren, Dämmung, Unterspann-
bahn und Traglattung, sodass auf der Baustelle nur die Eindeckung aufge-
bracht werden muss. Bei Dachplatten aus Leichtbeton ist ausschließlich
die Konterlattung vorgerüstet; Dämmung und weitere Schichten sind vor
Ort zu montieren. > Kap. Dachlatten Die Plattenstärken variieren zwischen
ca. 5 cm bei Normalbeton mit zusätzlichen Sparren und bis zu 16 cm bei
Leichtbetonplatten.
Dächer aus Bei Massivdächern aus Porenbeton und Ziegeln ist auf die Spann-
Porenbeton und richtung und den maximalen Abstand der einzelnen Auflager Rücksicht
Ziegeln zu nehmen. Die Befestigung erfolgt in beiden Fällen durch zusätzlich
eingebrachten Beton. Der weitere Aufbau besteht ebenso wie bei allen
anderen Konstruktionen aus Dämmung, Lattung, Unterspannbahn und
Eindeckung.
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Massivdach aus Normalbeton Eindeckung
Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Sparren/Luftschicht/Wärmedämmung
Betonplatte
bei Bedarf: raumseitige Bekleidung
Massivdach aus Porenbeton Eindeckung
Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Sparren/Luftschicht/Wärmedämmung
Porenbetonplatten
bei Bedarf: raumseitige Bekleidung
Massivdach aus Ziegeln Eindeckung
Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Sparren/Luftschicht/Wärmedämmung
Dampfsperre
Ziegelelemente
bei Bedarf: raumseitige Bekleidung
Abb. 22: Massivdachkonstruktionen
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Bauteilschichten
EINDECKUNGEN
Die Hauptaufgabe der Dachdeckung ist es, den anfallenden Regen
sicher abzuleiten und das Eindringen von Feuchtigkeit, z. B. durch Flug-
schnee, zu vermeiden. Die Materialien und die Befestigung sollten wit-
terungs- und möglichst auch feuerbeständig sein. Je nach Ausführungs-
art des Aufbaus muss auch der Feuchtetransport von innen nach außen
gewährleistet werden. > Kap. Bauphysik Neben gestalterischen Aspekten ist
die Materialauswahl auch von der Dachneigung, Dachform und dem Auf-
bau abhängig. Als Dachdeckung stehen verschiedene Materialien und
daraus gestaltete Formen zur Verfügung.
Stroh-/Reetdach Eine traditionelle Form der Dacheindeckung stellt das Stroh- oder
Reetdach dar, das jedoch nur noch sehr regional eingesetzt wird. Dach-
neigungen zwischen 40° und 50° sind für diese Eindeckung vorteilhaft,
da die abhebenden Kräfte durch den Wind eher gering ausfallen. Die De-
ckung wird aus einzelnen, übereinanderliegenden Bündeln auf einer Scha-
lung befestigt. Für die Firsteindeckung können Heidekraut oder Elemente
◯ aus Kunststoff, Dachziegeln oder Ton verwendet werden.
Schuppendeckung Ebene Schuppen können aus Holzschindeln, Stein, Beton, Faser-
zement oder Ziegeln bestehen. Sie kommen in unterschiedlichen Formen
wie Rechteckschuppen, in Rhombusform, quadratisch mit einer abgerun-
deten Ecke oder als Biberschwanz vor. Für die Ausbildung von Kehlen,
Trauf- oder First- und anderen Anschlusspunkten werden meist indust-
riell vorgefertigte Formteile verwendet. Die Regeldachneigung variiert je
nach Material und Deckungsart. Deckungen aus Faserzementplatten sind
ab ca. 20° ohne zusätzliche Maßnahmen möglich. Der Vorteil liegt zudem
darin, dass häufig die gleichen Platten wie für die Wandverkleidung ver-
wendet werden können. Für Schieferdeckungen beträgt die Regeldach-
Abb. 23: Dachaufbau im Baufortschritt: Unterspannbahn, Konterlattung, Lattung und Eindeckung
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neigung je nach Deckungsart zwischen mindestens 22° und 30°. Holz-
schindeln sind in zweilagiger Deckung ab 71° möglich; im Regelfall wird
jedoch eine dreilagige Deckung ausgeführt, die in einer Neigung von 22°
bis 90° zulässig ist. Die Befestigung ebener Schuppen erfolgt in der Re-
gel über eine Nagelung auf Holzlatten.
Verformte Dachschuppen, -pfannen oder -ziegel und dazugehörende Pfannen-/
Formteile für besondere Einbausituationen werden aus Beton oder Zie- Ziegel deckung
geln hergestellt. Anders als bei ebenen Schuppen haben die verformten
Schuppen an drei Seiten eine Überdeckung. Die älteste Deckung mit ver-
formten Dachziegeln wird Mönch und Nonne genannt. Hier werden zwei
konisch geformte Hohlziegel ineinandergelegt. Dabei ist der obere Zie-
gel konkav und leitet das Wasser in die untenliegenden, konvex geform-
ten Ziegel, die das Wasser zur Rinne führen. Moderne Dachziegel sind
mit ihren Aufkantungen so geformt, dass sie sowohl oben als auch seit-
lich ineinandergreifen, um das Eindringen von Wasser zu vermeiden. Die
Regeldachneigung für verformte Schuppen liegt bei 22 bis 25°.
Neben den beschrieben kleinteiligen Dachdeckungen können auch Großformatige
großformatige Platten mit ergänzenden Formteilen zur Eindeckung ver- Deckungen
wendet werden. Faserzement-Wellpappen werden als Bahnenware über-
lappend auf einer Schalung verlegt. Bei Dachneigungen unter 12° ist auf
Bitumenbahnen zurückzugreifen. Seitliche Abschlüsse werden meist mit-
tels Blechwinkeln hergestellt. Weitere großflächige Eindeckungen wer-
den auch für flach geneigte Dächer bis 5° eingesetzt. Sie bestehen meist
aus Metallblechen wie Aluminium, Zink, verzinktem Stahl oder Kupfer und
werden als verformte Platten, z. B. in Trapezblech- oder Wellblechform,
oder in Bandform als ebene, aneinandergereihte Bleche mit Stehfalzver-
bindungen auf das Dach montiert.
◯ Hinweis: Die Regeldachneigung bezeichnet die untere Grenze der Dachneigung, bei der sich in der
Praxis eine Dachdeckung als regensicher bewährt hat.
Sie kann unter der Voraussetzung, dass zusätzliche
Maßnahmen durchgeführt werden, unterschritten wer-
den. Die Mindestdachneigung ist die geringstmögliche
Dachneigung, die nicht unterschritten werden darf.
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Abb. 24: Dachdeckungen aus Abb. 25: Dachdeckungen aus Abb. 26: Dachdeckungen aus Blech ebenen Schuppen verformten Schuppen
ebene Schuppen
deutsche Deckung/Bogenschnittdeckung Rechteckdoppeldeckung
Rhombusdeckung Biberschwanzdeckung
verformte Schuppen
ca. 40-60cm ca. 40-60cm
Mönch und Nonne Hohlfalzziegel
verformte Platten ca. 40-60cm ca. 40-60cm und Bänder
ca. 40-60cm ca. 40-60cm
ca. 40-60cm ca. 40-60cm
Wellblechdeckung Metallband mit Doppelstehfalz
Abb. 27: Arten der Dacheindeckung
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