Basics Dachkonstruktion
Gauben und Dachfenster
Aus gestalterischen Gründen bzw. zur Belichtung des Dachraumes
werden in Dachflächen Gauben oder Dachfenster angeordnet. Durch Gau-
ben kann auch in der Dachschräge zusätzliche Kopffreiheit erreicht wer-
den. Die lichte Höhe im Innenraum unter einer Gaube sollte daher mindes-
tens 2 m betragen. Werden Dachfenster als zweiter Rettungsweg genutzt,
sind Mindestanforderungen an die Größe und Brüstungshöhe einzuhalten.
Belichtung Dachfenster sind eine Belichtungsmöglichkeit für eine geschlos-
sene Dachfläche, sodass darunter auch Wohn- und Aufenthaltsräume
angeordnet werden können. In der Regel muss der Anteil der Fensterflä-
che ein Achtel der Grundfläche des Raumes betragen. Bei ungenutzten
Dachräumen sollte zumindest eine Grundbelichtung z. B. durch Dachlu-
ken eingeplant werden.
Wechsel Die Breite von Einbauelementen sollte auf die Dachkonstruktion ab-
gestimmt werden und zwei Sparrenfelder nicht überschreiten. > Kap. Spar-
rendach Zur Umleitung der Lasten werden bei der Aussparung einzelner
Sparrenteile zusätzliche Konstruktionen in Form von Wechseln/Aus-
wechslungen benötigt. > Abb. 7, Tab. 6 Wechsel sind horizontale Balken,
die einzelne oder mehrere Sparrenfelder überbrücken und die Lasten
in die seitlich verlaufenden Sparren (Wechselsparren) weiterleiten. Die
Dimensionierung ist vorzugsweise so zu wählen, dass die Höhe des Hol-
zes den Sparren entspricht, sodass kein Niveauausgleich in den weite-
ren Schichten erforderlich wird.
Gaubenformen Gauben treten, wie auch Dächer selbst, in verschiedenen Formen
auf. > Abb. 8–11 Grundsätzlich werden für die Konstruktionen und Aufbau-
ten dieselben Anforderungen an Wärmeschutz, Schallschutz und Dicht-
heit gestellt wie an das Dach selbst. Auch die Mindestdachneigungen
sollten weiterhin eingehalten werden.
Bei Schleppgauben wird die Dachfläche in einer geringeren Neigung
gegenüber dem Hauptdach abgeschleppt. Seitlich ergeben sich, wie auch
Abb. 7: Wechsel zum Einbau eines Dachfensters
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bei der Satteldachgaube, dreieckige senkrechte Wandflächen. Für Sattel-
dachgauben wird ein kleines giebelständiges Dach in die Hauptdachflä-
che eingebunden. Im Anschlussbereich bilden sich Kehlen aus. Wird die
Außenwand in Teilbereichen über die Traufe hinaus hochgeführt und ein
Dach aufgesetzt, so spricht man von einem Zwerchhaus. Eine Dreiecks-
gaube wird durch eine dreieckige Giebelseite mit entsprechenden, durch
Kehlen angebundenen Dachflächen ausgebildet.
In gewölbter Form treten Gauben als Fledermausgauben, Ochsen-
augen und Tonnengauben auf, wobei nur die Tonnengaube auch über
seitliche dreieckige vertikale Wandteile verfügt. Die anderen beiden Va-
rianten werden ohne Unterbrechung direkt aus der Dachfläche heraus-
gewölbt. Die Fledermausgaube ist hierbei um ein Vielfaches breiter als
hoch, während ein Ochsenauge verhältnismäßig schmal ist und die Gaube
einen Halbkreis ausbildet.
Abb. 8: Satteldachgaube Abb. 9: Tonnen- Abb. 10: Schleppgaube
gaube
Schleppgaube Sattelgaube Dreiecksgaube
Fledermausgaube Ochsenauge Tonnengaube
Abb. 11: Gaubenformen
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Konstruktion Die Vorderseite der Gaube wird aus einem Kantholzrahmen vorge-
einer Gaube fertigt. Dieser wird als Gaubenstock bezeichnet und entweder auf die
Sparren oder direkt auf die Geschossdecke aufgesetzt und verkleidet.
Bei Schleppgauben wird der Schleppsparren direkt über dem Wechsel-
sparren angeordnet. Am Gaubenabschluss liegt er auf dem Gaubenstock
auf. Die seitlichen Dreiecksflächen werden Gaubenwange genannt. Zur
Aussteifung werden diese Flächen meist mit Platten verkleidet. Die äu-
ßere Verkleidung der Wangen erfolgt häufig mit Metall oder Schieferplat-
ten; sie können aber auch verglast werden. Die Gaubenbreite und -länge
sind nicht nur auf die Dachkonstruktion, sondern auch auf die Einde-
ckung abzustimmen.
Dachflächenfenster Dachflächenfenster werden meist als vorgefertigte Elemente gelie-
fert und montiert. Die Anschlussteile stehen für verschiedene Aufbauten
und Eindeckungen zur Verfügung, da u. a. bei belüfteten Aufbauten die
Durchströmung dauerhaft zu gewährleisten ist und anfallendes Wasser
um das Fenster herum abfließen muss. Übliche Fensterbreiten sind auf ty-
pische Sparrenabstände (ca. 70–90 cm) abgestimmt. Bei der Anordnung
mehrerer Fenster nebeneinander werden diese zwischen den einzelnen
Sparren angeordnet und durch besondere Rahmen in der Montage mitei-
nander verbunden. Dachflächenfenster werden durch ihre verschiedenen
Öffnungsmöglichkeiten unterschieden. Schwingfenster werden seitlich
in der Mitte des Fensters gehalten, sodass beim Öffnen die obere Hälfte
des Fensters in den Innenraum klappt. Das Klappfenster wird am obe-
ren Rand gehalten und öffnet sich mit der gesamten Fensterfläche nach
außen. Seltener kommen auch Schiebefenster in Dachflächen zur Aus-
führung, die in den Dachaufbau, über die Eindeckung hinweg oder über
eine seitlich daneben liegende feste Verglasung geschoben werden. Seit
einigen Jahren sind außerdem mehrteilige Dachflächenfenster auf dem
Markt, bei denen der obere Teil als Klappfenster geöffnet und ein unte-
rer, bis zur Geschossdecke reichender Teil zu einer Art Balkonbrüstung
nach vorne herausgeklappt werden kann. > Abb. 12, Abb. 13
Schwingfenster Klappfenster mehrteiliges Dachfenster mehrteiliges Schiebefenster
Schwingfenster Klappfenster Schiebefenster
Dachfenster
Abb. 12: Arten von Dachflächenfenstern
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Abb. 13: Dachfenster im fertigen Einbauzustand
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Konstruktionen
Bei geneigten Dachtragwerken aus Holz wird zwischen drei Grund-
systemen unterschieden: Sparrendach, Kehlbalkendach und Pfettendach.
Hinzu kommen massive Konstruktionen aus Betonwerkstoffen oder Ziegeln
und Stahlkonstruktionen, wobei letztere im privaten Wohnungsbau auf-
grund der hohen Kosten eher selten ausgeführt werden. Bei großen Spann-
weiten sind Stahl- oder Betonkonstruktionen jedoch aufgrund der Material-
eigenschaften regelmäßig vorzufinden. Alle Konstruktionen können je nach
Ausführungsart innenseitig sichtbar oder verkleidet hergestellt werden.
HOLZVERBINDUNGEN
Die meisten Dachstühle werden auch heute noch als Holzkonstruk-
tionen gefertigt. Zur Verbindung der einzelnen Elemente der Konstruk-
tion werden zimmermannsmäßige Verbindungen oder Klebungen mit
Abb. 14: Dachstuhl
Abb. 15: Anbindung von Sparren an die Fußpfette mit Abb. 16: Mechanische Verbindung eines zweiteiligen
einem Fersenversatz Kehlbalkens mit Bolzen an die Sparren und Mittelpfette
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zusätzlichen mechanischen Verbindungsmitteln wie z. B. Nagelplatten
oder Dübeln genutzt. Zimmermannsmäßige Verbindungen stellen hierbei
die traditionelle Technik dar, die durch digitale Bearbeitung und Fräsung
mittlerweile wieder häufig eingesetzt werden. Es gibt fünf verschiedene
Arten von Zimmermannsverbindungen: > Abb. 15–17
— Längsverbindungen wie der Zapfenstoß dienen dazu, Holzbauteile
wie z. B. Balken oder Pfetten zu verlängern.
— Querverbindungen werden u.a. zur Herstellung eines Wechsels
verwendet.
— Schrägverbindungen, in der Regel als Versatz ausgeführt, dienen
in der Konstruktion von Dachstühlen zum Beispiel der Anbindung
von Sparren an die Dachbalken einer Holzbalkendecke.
— Eckverbindungen findet man bei der umlaufenden Ausbildung
von Schwellen.
— Verkämmungen werden verwendet, um zwei unterschiedlich
ausgerichtete und in unterschiedlichen Ebenen liegende Hölzer
miteinander zu verbinden.
Längsverbindung
Blattstoß (auch stehend möglich) Zapfenstoß gerades Hakenblatt
Querverbindungen
einfacher Zapfen abgesetzter Zapfen Brustzapfen
Eckverbindungen
Druckblatt Schereckblatt/Scherzapfen Schwalbenschwanzeckblatt
Schrägverbindungen
Stirnversatz doppelter Versatz Fersenversatz
Verkämmungen
Schwalbenschwanzkamm Stufenkamm Kreuzkamm
Abb. 17: Auswahl zimmermannsmäßiger Verbindungen für Holzbauteile
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