Basics Dachkonstruktion
Dachaufbauten
Der gesamte Aufbau muss, ebenso wie beim geneigten Dach, die
Aufgaben der Bauphysik, der Wasserableitung von außen und innerhalb
des Systems und der Winddichtigkeit erfüllen. Hierzu stehen verschie-
dene Schichten und Materialien zur Verfügung, die auf die Konstruktion
und die Baustoffe untereinander abzustimmen sind.
In Abgrenzung von den nachfolgend beschriebenen Aufbauten kön-
nen für flach geneigte Dächer bis zu einer Neigung von ca. 25° sowohl
die Aufbauten von Flachdächern als auch die von geneigten Dächern
verwendet werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch beim Einsatz von
Aufbauten für Flachdächer, eine ausreichende Absicherung gegen das
Abrutschen der Schichten sowie insbesondere gegen das Abheben durch
auftretenden Windsog einzuplanen.
Unterlage des Als Unterlage der Abdichtung dient entweder die Tragkonstruktion
Flachdachs (z. B. eine Stahlbetondecke) oder eine flächige Auflage wie z. B. eine Scha-
lung, ein Trapezblech oder die Wärmedämmung. > Abb. 40
Trennlagen und Oberhalb von Schalungen ist in der Regel eine Trennlage vorzuse-
Haftbrücken hen. Zur Verbesserung der Haftung z. B. auf Betonoberflächen werden
Haftbrücken in Form von Grundierungen oder Voranstrichen meist auf
Bitumenbasis aufgebracht. Bei unebenen Untergründen kann auch eine
Ausgleichsschicht nötig werden. Trennlagen können aus Bitumenbahnen,
Vliesen oder Schaumstoffmatten bestehen. > Abb. 39
Dampfsperre Die Dampfsperre, die meist als Bitumen- oder Kunststoffbahn lose
verlegt bzw. teilweise oder flächig verklebt wird, ist besonders dampf-
diffusionshemmend. An Rändern zu aufgehenden Bauteilen oder Durch-
dringungen ist die Dampfsperre bis zur Oberkante der Dämmschicht
hochzuführen und zu befestigen. Die Dampfsperre kann gleichzeitig zur
Herstellung der Luftdichtheit des Daches beitragen. Zudem kann eine
verklebte Dampfsperre als Notabdichtung in der Bauphase genutzt wer-
den. > Abb. 40
Abb. 39: Trennlage auf Trapezblech Abb. 40: Dampfsperre und Notabdichtung bestehend aus einem
bituminösen Anstrich und Bitumenbahnen
52
Als Wärmedämmung unterhalb der Abdichtungsbahn können alle Wärmedämmung
marktüblichen Dämmstoffe verwendet werden, wobei je nach Nutzung
des Daches auf eine ausreichende Druckfestigkeit der Dämmstoffe zu
achten ist. Bei Umkehrdächern sind jedoch nur wasserbeständige Dämm-
stoffe wie z. B. EPS, XPS oder Glasschaum einzusetzen, die bei Nässe
ihre Dämmeigenschaften nicht verlieren. Im Randbereich zu öffenbaren,
brandschutzrelevanten Bauteilen oder oberhalb von Brandwänden sind
Dämmstoffe entsprechender Baustoffklassen, z. B. Mineralwollen, zu ver-
wenden. Bei Trapezblechdächern sind ggf. zusätzlich z. B. an Durchdrin-
gungen die Sicken mit Formteilen auszudämmen, um eine bündige Unter-
lage zu schaffen. > Kap. Verwendete Materialien
Um den Wasserdampfdruck unter der Dachabdichtung zu verteilen, Dampfdruckaus-
ist ggf. eine Dampfdruckausgleichsschicht notwendig. Die Aufbringung gleichsschicht
der Bitumen- oder Kunststoffbahnen erfolgt lose verlegt oder punkt-
weise verklebt.
Die Abdichtung bildet als wichtigste Schicht des Flachdachs die was- Abdichtung
serführende Ebene des Daches aus. Als Abdichtungen kommen Bitumen-
bahnen, Kunststoffbahnen und Flüssigabdichtungen in Frage.
Bei Dächern mit Bitumenbahnen als oberste Abdichtung wird diese Bitumenabdichtungen
in der Regel mehrlagig ausgeführt. Die einzelnen Lagen sind hierbei in
Quer- und Längsrichtung versetzt zu verlegen. Der Mindestversatz be-
trägt bei mehrlagigen Abdichtungen 8 cm, bei einlagigen Abdichtungen
10 cm. Die Überlappungen sind vollflächig zu verkleben. > Abb. 40
Folienabdichtungen oder auch Kunststoffabdichtungen werden in Folien-/Kunsstoff-
der Regel einlagig ausgeführt und können, wie auch Bitumenbahnen, für abdichtungen
genutzte, nicht genutzte oder erdüberschüttete Dächer verwendet wer-
den. Je nach Einsatzbereich sind Bahnen auf der Basis von PVC, PIB oder
flexiblen Polyolefinen mit oder ohne zusätzliche Einlage einzusetzen. Um
eine zu große thermische Ausdehnung aufgrund der Sonneneinstrahlung
zu vermeiden, werden meist helle Farben verwendet. > Abb. 42
Abb. 41: Dach mit oberster Abdichtung aus Bitumenbahnen
53
Auch hier sind überlappende Ränder je nach Fügeverfahren und Ma-
terial in entsprechender Breite fest miteinander zu verbinden. Die Bah-
nen selbst müssen jedoch nicht vollflächig auf dem Dach verklebt wer-
den; eine punktförmige Verklebung oder lose Verlegung mit zusätzlicher
Befestigung über Leisten am Dachrand sind ausreichend.
Alternativ zu Kunststoffabdichtungen aus Bahnen sind auch voll-
flächige Abdichtungen mit Flüssigkunststoffen möglich. Je nach Unter-
grund ist eine entsprechende Vorbehandlung wie z. B. das Entfernen von
Schmutz oder ein Anrauen zur Herstellung der Haftfähigkeit nötig. Flüs-
sigkunststoffe werden als ein- oder mehrkomponentige Stoffe einge-
setzt und beim Verlegen durch ein zusätzlich eingelegtes Vlies ergänzt.
Im Gegensatz zu Bahnenabdichtungen ist dabei eine mechanische Be-
festigung an den Rändern nicht erforderlich. Die eingelegten Vliesbah-
nen sind jedoch zu überlappen. Im Bereich genutzter Dachflächen ist ggf.
eine zusätzliche Schutzschicht erforderlich.
Flüssigkunststoffe können je nach Verträglichkeit mit Bitumen bzw.
festen Kunststoffen auch gemeinsam mit diesen im Bereich von Durch-
dringungen und Anschlüssen verwendet werden.
Auflasten/Bekiesung Je nach Bedarf, z. B. bei einer unzureichenden Belastbarkeit der obe-
ren Bahnen, können auf Bitumen- oder Foliendächern zusätzliche Schutz-
schichten oder Auflasten erforderlich werden. Diese können vollflächig in
Form einer Kiesschicht oder durch zusätzliche strapazierfähige Bahnen,
aber auch flächenbegrenzt durch unterschiedlichen Materialeinsatz im
Bereich von Laufwegen ausgeführt werden. Dient die Kiesschicht auch
dazu, das Abheben lose verlegter Bahnen zu verhindern, so ist diese min-
destens 5 cm stark, je nach Gebäudehöhe auch stärker auszuführen. Auf
ausreichend geschützten Abdichtungen sind auch begehbare Platten-
beläge möglich. > Abb. 43
Abb. 42: Foliendach Abb. 43: Flachdach mit Kiesschicht
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GRÜNDÄCHER
Auf Flachdächern werden sehr häufig Gründächer eingeplant und teil-
weise sogar durch die Bauordnungen vorgeschrieben, da sie den durch
die Gebäude versiegelten Flächen entgegenwirken. Neben der Verbes-
serung des Mikroklimas ist die Verzögerung des Wasserabflusses durch
die Speicherung des Wassers in Substrat und Dränschichten ein positi-
ver Effekt. Bei Gründachaufbauten ist darauf zu achten, dass eine Durch-
wurzelung der eigentlichen Abdichtungsschicht vermieden wird (z. B.
durch Wurzelschutzbahnen) und die zusätzliche Belastung von ca. 70
bis zu mehreren 100 kg/m² in der Statik berücksichtigt wird. In Rand-
bereichen, um Durchdringungen und nach jedem Brandabschnitt im Ab-
stand von in der Regel 40 m sind zusätzlich Kiesstreifen zu berücksichti-
gen. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Maßnahmen sind Gründächer
auch bei geneigten Dächern möglich. Ab einer Dachneigung von ca. 15°
werden Abfangkonstruktionen eingesetzt, die durch die Ausbildung von
Schwellen in der Dachfläche ein Abrutschen des Substrates verhindern.
Bei Gründächern wird zwischen extensiven Begrünungen mit meist Extensive und
geringerer Aufbaustärke und intensiven Begrünungen unterschieden. Ex- intensive Begrünung
tensive Dachbegrünungen > Abb. 45 erfordern einen geringeren Pflegeauf-
wand und werden durch Pflanzen wie Moose oder Sukkulenten geprägt.
Intensive Dachbegrünungen >Abb. 44 haben einen wesentlich höheren
Aufbau und sind dadurch eine größere Belastung; jedoch sind hier auch
Anpflanzungen von Bäumen, Gräsern und Stauden möglich.
Abb. 44: Dachfläche bekiest und intensiv begrünt, ca. 1 Abb. 45: Extensive Dachbegrünung, ca. 5 Jahre nach
Monat nach Bepflanzung Fertigstellung
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Schnitt Schichten
Dachaufbau Pflanzschicht/Vegetationsmatte extensiver Dach- Sedum (mind. 8 cm), begrünung auf bei Bedarf auch geringere Stärken möglich
Stahlkonstruktion Dränelement
Schutzvlies
Abdichtung
Dampfdruckausgleichsschicht
Dämmung
Dampfsperre
Trapezblech
Stahlträger
Aufbau intensiver Bepflanzung Dachbegrünung auf Substrat (ca. 20–40 cm) Stahlbetondach Filtervlies
Dränelement und Wasserspeicher
Schutzvlies/Wurzelschutz
Abdichtung
Dampfdruckausgleichsschicht
Dämmung
Dampfsperre
Stahlbetondecke
Abb. 46: Dachaufbauten eines extensiv und eines intensiv begrünten Daches
GSPublisherVersion 70.85.88.100
ENTWÄSSERUNG
Um eine Pfützenbildung auf der Fläche zu vermeiden, wird im Bereich
GSPublisherVersion 70.85.88.100 der wasserführenden Ebene eine Neigung zu den Abläufen von mindes-
tens 2 % benötigt. In der Regel wird hierzu eine Gefälledämmung verwen-
det, da die Tragkonstruktion eines Flachdachs meist ohne Neigung aus-
geführt ist. Bei Hallentragwerken kann die Neigung jedoch bereits in der
Konstruktion, z. B. durch geneigte Träger, berücksichtigt werden. Bei Ge-
fälledämmungen sind die durch den Wärmeschutz vorgegebenen Min-
destdämmstärken zu berücksichtigen. Zur Einhaltung können zunächst
eine ebene Dämmlage in der Mindestdämmstärke und darauf vorgefer-
tigte Gefälleplatten aufgebracht werden. Alternativ kann auch ein Gefäl-
leestrich unterhalb der Dämmebene verwendet werden.
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Die Entwässerung selbst erfolgt jeweils an den Tiefpunkten über
Dachabläufe und kann außenliegend oder innenliegend durch das Ge-
bäude über Fallrohre zu den Grundleitungen geführt werden. Innenliegen-
de Entwässerungen müssen entsprechend wärmegedämmt werden und
bergen Risiken bei Undichtigkeiten. Soll die Entwässerung daher nicht
innerhalb des Gebäudes erfolgen, so kann im Randbereich eine Folien-
rinne ausgebildet werden, von der aus die Ableitung des Regenwassers
über Fallleitungen innerhalb der Fassadenebene oder außenliegend nach
unten und in die Grundleitungen erfolgt.
Bei beiden Varianten kann zwischen der Freispiegel- und der Druck-Freispiegel-/
entwässerung unterschieden werden. > Abb. 47 Druckentwässerung Zur Freispiegelentwässe-
rung wird das Wasser von jedem Dachablauf über einzelne Fallleitungen
in die im Gefälle verlegte Grundleitung eingeführt. Die Druckentwässe-
rung zeichnet sich durch eine deutlich reduzierte Anzahl an Fallrohren
aus, da das Wasser unmittelbar nach den Abläufen in eine Leitung zu-
sammenführt wird und durch den Abfluss ein Unterdruck entsteht, der
auch die Abflussgeschwindigkeiten erhöht. Dachabläufe sind zusätzlich
mit einem Laub- und Kiesfang auszustatten, um ein Verstopfen zu ver-
meiden. Die erforderliche Anzahl und Größe der Dachabläufe wird an-
hand der Dachfläche, des Aufbaus und eines ortsspezifischen Wertes,
der Normal- und Jahrhundertregenspende sowie nach der Art der Entwäs-
serung nach vorgegebenen Bemessungsregeln berechnet. Bekiesungen
und insbesondere Dachbegrünungen wirken sich positiv auf die Entwäs-
serung aus, da die Gesamtregenmenge durch die Speichereigenschaften
des Aufbaus deutlich reduziert und insgesamt zeitversetzt abgeführt wird.
Zusätzlich ist zu jedem regulären Entwässerungspunkt eine oberhalb
des Tiefpunktes liegende Notentwässerung anzuordnen, über die die Ent-
wässerung auch in Starkregenereignissen gewährleistet wird. Somit wird
vermieden, dass Wasser sich auf dem Dach anstaut und die Konstruktion
schädigt. Das hier anfallende Wasser darf jedoch nicht in die Kanalisa-
tion eingeleitet werden, damit im Falle eines Rückstaus im Leitungssys-
tem trotzdem entwässert werden kann. Daher erfolgt die Notentwässe-
rung über Speier direkt durch die Attika oder Fassade oder wird über ein
Fallrohr entlang der Fassade bis oberhalb des Geländes geführt und dort
frei entwässert. > Abb. 49, Abb. 50
Die Positionen der Entwässerungspunkte und darauf abgestimmten
Gefälle mit den entstehenden Kehlen und Graten werden in einen Gefäl-
leplan eingetragen. > Abb. 48
57
Gefälle
Freispiegelentwässerung Druckentwässerung
ohne
Gefälle
Gefälle
Abb. 47: Systemdarstellung der Freispiegel- und Druckentwässerung
ohne
Gefälle
GSPublisherVersion 73.78.81.100
Abb. 48: Gefälleplan
73.78.81.100
Abb. 49: Einbau eines Dacheinlaufs in der Abb. 50: Außenliegendes Fall-
Abdichtungsebene rohr mit Wasserfang kasten und
danebenliegendem Speier als
Notentwässerung
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Zusätzliche Komponenten
ABSTURZSICHERUNG AUF DÄCHERN
Zur Herstellung von Abdichtungen und Eindeckungen, zu Wartungs-
beziehungsweise Instandhaltungszwecken von Dächern oder auch als
Zuwegung zu technischen Aufbauten bzw. zur Pflege von Gründächern
muss ein Dach sicher zu begehen sein. Daher ist im Rahmen der Planung
auch die Absturzsicherung zu berücksichtigen.
Die Entscheidung für ein bestimmtes Sicherungssystem hängt unter
anderem von der Dachneigung, dem Abstand des Verkehrswegs oder
Arbeitsbereichs zu möglichen Absturzkanten > Abb. 51, der Nutzung des
Dachs bzw. daraus resultierender Frequentierung und der Einsehbarkeit
der Dachflächen ab. Die Anforderungen des Arbeitsschutzes müssen bei
allen Systemen berücksichtigt werden, sodass entweder permanente
Sicherungen (Kollektivschutz) oder der Einsatz persönlicher Schutzaus-
rüstungen einzuplanen sind.
Im Bereich geneigter Dächer ist eine Sicherung insbesondere bei Absturzsicherung bei
Dachneigungen > 20° und Traufhöhen > 3 m vorzusehen. In der Regel geneigten Dächern
kommen Sicherheitsdachhaken gem. EN 517 zum Einsatz. > Abb. 52 Die
Haken sind beispielsweise durch Nägel fest in der tragenden Konstruk-
tion zu verankern und können zum Einhängen von Dachdeckerleitern oder
zur Befestigung von Dachdeckerstühlen in den Haken und zum Anschla-
gen von Sicherheitsgurten innerhalb integrierter Ösen genutzt werden.
Unterschieden wird hier zwischen Typ A, der eine Sicherung in Richtung
der Falllinie der Dachfläche bewirkt, und Typ B, durch den Zugkräfte so-
wohl in Richtung der Falllinie als auch senkrecht dazu aufgenommen
werden können. In Einzelfällen kommen auch die nachfolgend beschrie-
benen Einzelanschlagpunkte oder Seilsicherungssysteme auf geneigten
Dächern zum Einsatz.
1. Absturzkante
2. absturzgefährdeter Bereich
3. Absturzhöhe
>60°
<60°
3
3
3
1 2
Abb. 51: Absturzkanten
59
Mögliche Aufnahmerichtungen von Zug- Begriffe
kräften der Dachhakentypen A und B
4 4
2 2
Typ B B 3 3 2. Haken Typ 1. Öse
1 3. Hakengrund 1
Typ A 4. Befestigungsmittel A 5 Typ 5 5. Falllinie
Abb. 52: Unterscheidung der Typen von Sicherheitsdachhaken gem. DIN EN 517
Absturzsicherung Auf Flachdächern ist die Gefährdung besonders in den Randberei-
bei Flachdächern chen in einem Abstand von 2 m zu Absturzkanten und um Öffnungen wie
Lichtkuppeln am höchsten. Zur Sicherung für Arbeiten in gefährdeten
Bereichen bzw. des gesamten Daches können entweder Umwehrungen,
die einen Kollektivschutz bieten, oder Anschlagsysteme, für die zusätz-
lich eine persönliche Schutzausrüstung benötigt wird, verwendet werden.
Umwehrungen sind in der Regel mindestens 1 m hoch auszuführen.
Hierzu können eine erhöhte Attika oder ein Brüstungsgeländer > Abb. 53
dienen. Selbsttragende oder durch eine Auflast gehaltene Geländersys-
teme können einfach nachgerüstet werden und müssen die Dachhaut
nicht zusätzlich durch Befestigungen durchdringen. Des Weiteren ist der
Einsatz nicht auf Randbereiche begrenzt, und es können auch gezielte
Wege ein- oder beidseitig gesichert werden. Bei fest montierten Gelän-
dern im Bereich der Attika oder in der Dachfläche ist besonders auf die
Abb. 53: Montage- und Endzustand einer Geländerbefestigung mit Z-Winkeln unterhalb der Attikaabdeckung
60
Abdichtung der Durchdringungspunkte und bei umlaufend gedämmten
Attiken auf die Vermeidung zusätzlicher Wärmebrücken zu achten. Je nach
System werden Lösungen für die Montage seitlich in der Fassade oder
auf der Innenseite der Attika, senkrecht auf der Attika und gerade nach
oben oder unterhalb der Attikaabdeckung entlanggeführt und unmittel-
bar in der Dachfläche angeboten. > Abb. 54
seitlich auf der Innenseite der Attika befestigtes Geländer auf der Oberkante der Attika befestigtes Geländer
Befestigung eines Geländers innerhalb der Dachfläche freitragendes Geländer
Abb. 54: Arten von Geländerbefestigungen
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Sekurantensysteme Anschlagsysteme gibt es in Form von liniengeführten Systemen und
als Einzelanschlagpunkte. > Abb. 55 Alle Systeme können innerhalb der
Dachfläche, aber auch an öffenbaren Bauteilen befestigt werden. Für die
liniengeführten Schienen- oder Seilsicherungssysteme > Abb. 56 ist auch
eine Führung überkopf, z. B. bei Gebäuderücksprüngen, möglich. Einzel-
anschlagpunkte, auch Sekuranten genannt, sind optisch wenig auffal-
lend, sollten jedoch nur bei geringer Frequentierung des Daches genutzt
werden, da der Sicherungsaufwand recht hoch ist. An einem Anschlag-
punkt kann sich jeweils nur eine Person sichern, und aufgrund des sich
immer wieder ändernden Abstandes zu den Absturzkanten ist ein regel-
mäßiges Nachjustieren des Sicherungsseils erforderlich, das zudem bei
wechselnden Arbeitsplätzen immer wieder an einen neuen Punkt ange-
schlagen werden muss. Hinzu kommen, wie auch bei den liniengeführten
Systemen, viele Durchdringungspunkte durch die Abdichtungsebenen.
Schienen- und Seilsicherungssysteme hingegen können zur Sicherung
von mehreren Personen zur selben Zeit genutzt werden. Sofern überfahr-
bare Systeme genutzt werden, ist nur ein einmaliges Sichern am Einstieg
erforderlich. Gegenüber Schienensystemen haben Seilsicherungssys-
teme den Nachteil, dass sie regelmäßig nachgespannt werden müssen,
da durchhängende Seile ggf. die Dachhaut beschädigen können oder bei
◯ bekiesten Dächern selbst beschädigt werden.
Abb. 55: Montage- und Endeinbauzustand eines Abb. 56: Seilsicherungssystem Einzelanschlagpunktes in einem Foliendach
◯ Hinweis: Im Bereich von Lichtkuppeln/Lichtbändern kann auf eine Sicherung auf der Dachfläche wie z. B. ein
zusätzliches umlaufendes Geländer verzichtet werden,
sofern das Bauteil über eine integrierte Durchsturz-
sicherung z. B. in Form eines eingehängten Stabgitters
verfügt.
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