Basics Dachkonstruktion
Dachformen
Dachformen werden nach der Art der Dachflächenneigung und des
Giebels unterschieden. > Abb. 5, Abb. 6
Pult- und Satteldach Ein Dach, das nur aus einer in eine Richtung geneigten Dachfläche
besteht, nennt man Pultdach. Es können auch zwei versetzte Pultdächer
gegeneinandergestellt werden. Zwei auf gleicher Höhe aneinanderge-
legte, einfach geneigte Dachflächen bilden ein Satteldach, das die wohl
häufigste Art des geneigten Daches darstellt. Die Lage des Firstes über
dem Grundriss ist hierbei variabel.
Mansarddach Sind die beiden Dachflächen zusätzlich geknickt, verändern sie also ihre
Neigung, so spricht man von einem Mansarddach. Durch die im unteren Be-
reich des Daches steiler verlaufende Fläche können in der Fläche schnel-
ler nutzbarer Raum und Kopffreiheit geschaffen werden. Zur Erhöhung der
Kopffreiheit auch im Randbereich des Daches kann die Außenwand an der
Traufseite ein Stück über die oberste Geschossdecke hochgeführt und das
Dach somit höher aufgesetzt werden. Der erhöhte Wandabschnitt wird
dann als Drempel oder Kniestock bezeichnet. Die hochgeführte Wand auf
der Stirnseite des Gebäudes bildet den Giebel aus. Ist diese Seite in Rich-
tung der Straße gerichtet bzw. handelt es sich dabei um die Vorderseite des
Hauses, so spricht man von einem giebelständigen Haus.
Zelt- und Walmdach Weitere Dachformen werden ausgebildet, indem auch auf der eigent-
lichen Giebelseite geneigte Dachflächen angeordnet werden. Laufen alle
geneigten Flächen eines quadratischen Gebäudes in einer Spitze zusam-
men, so spricht man von einem Zeltdach. Bei einem Walmdach weist das
Gebäude eine umlaufende Traufe und allseitig geneigte Dachflächen auf.
Wird die geneigte Fläche auf den Stirnseiten des Gebäudes nicht bis auf
die Traufe der Längswände hinuntergezogen bzw. zusätzlich ein Giebel
ausgebildet, so handelt es sich um ein Krüppelwalmdach. Verschiedene
Dachformen können auch miteinander kombiniert werden, um ein für das
Gebäude passendes Dach zu bilden.
Gebogene Zusätzliche Formen mit gebogenen Dachflächen, die auch als Ge-
Dachformen wölbe bezeichnet werden, sind zum Beispiel Tonnendächer, wobei die
Dachfläche hier eine halbrunde Wölbung aufweist. Bei Tonnendächern
gibt es ebenfalls eine Giebelseite. Weitere gebogene Dachformen sind
Kreuzgewölbe oder Kuppeln.
Abb. 5: Satteldach – Mansarddach – Zeltdach – Krüppelwalmdach
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Aus einer sägezahnartigen Aneinanderreihung von Pult- oder Sattel-Sheddach
dächern werden Sheddächer ausgebildet, wobei die jeweils steiler ge-
neigte Fläche in der Regel mit Fenstern ausgestattet wird. Sheddächer
werden häufig für große Räume wie Produktionshallen eingesetzt. ◯
Satteldach Mansarddach Pultdach Tonnendach
Giebeldach
Walmdach
Krüppelwalmdach
Zeltdach
Sheddach
Abb. 6: Dachformen
◯ Hinweis: Die Höhe eines Raumes unterhalb der Dachfläche ist auch für die Berechnung der Wohn- und
Nutzfläche relevant. Bei der Berechnung der Nutzfläche
nach DIN 277 wird die gesamte Fläche eines nutzbaren
Geschosses berücksichtigt. Ist für vermietbaren Raum
eine Berechnung der Wohnfläche nach Wohnflächenver-
ordnung (WoFlV) erforderlich und ist der Dachraum als
Wohnfläche nutzbar, so werden Flächen mit einer lich-
ten Höhe von unter 1 m nicht berücksichtigt, mit einer
lichten Höhe zwischen 1 m und 2 m zur Hälfte angerech-
net und ab einer Höhe von 2 m voll angerechnet.
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