Basics Dachkonstruktion

Ann-Christin Siegemund · Kapitel 2 von 17

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Basics Dachkonstruktion

Dachformen

Dachformen werden nach der Art der Dachflächenneigung und des

Giebels unterschieden. > Abb. 5, Abb. 6

Pult- und Satteldach Ein Dach, das nur aus einer in eine Richtung geneigten Dachfläche

besteht, nennt man Pultdach. Es können auch zwei versetzte Pultdächer

gegeneinandergestellt werden. Zwei auf gleicher Höhe aneinanderge-

legte, einfach geneigte Dachflächen bilden ein Satteldach, das die wohl

häufigste Art des geneigten Daches darstellt. Die Lage des Firstes über

dem Grundriss ist hierbei variabel.

Mansarddach Sind die beiden Dachflächen zusätzlich geknickt, verändern sie also ihre

Neigung, so spricht man von einem Mansarddach. Durch die im unteren Be-

reich des Daches steiler verlaufende Fläche können in der Fläche schnel-

ler nutzbarer Raum und Kopffreiheit geschaffen werden. Zur Erhöhung der

Kopffreiheit auch im Randbereich des Daches kann die Außenwand an der

Traufseite ein Stück über die oberste Geschossdecke hochgeführt und das

Dach somit höher aufgesetzt werden. Der erhöhte Wandabschnitt wird

dann als Drempel oder Kniestock bezeichnet. Die hochgeführte Wand auf

der Stirnseite des Gebäudes bildet den Giebel aus. Ist diese Seite in Rich-

tung der Straße gerichtet bzw. handelt es sich dabei um die Vorderseite des

Hauses, so spricht man von einem giebelständigen Haus.

Zelt- und Walmdach Weitere Dachformen werden ausgebildet, indem auch auf der eigent-

lichen Giebelseite geneigte Dachflächen angeordnet werden. Laufen alle

geneigten Flächen eines quadratischen Gebäudes in einer Spitze zusam-

men, so spricht man von einem Zeltdach. Bei einem Walmdach weist das

Gebäude eine umlaufende Traufe und allseitig geneigte Dachflächen auf.

Wird die geneigte Fläche auf den Stirnseiten des Gebäudes nicht bis auf

die Traufe der Längswände hinuntergezogen bzw. zusätzlich ein Giebel

ausgebildet, so handelt es sich um ein Krüppelwalmdach. Verschiedene

Dachformen können auch miteinander kombiniert werden, um ein für das

Gebäude passendes Dach zu bilden.

Gebogene Zusätzliche Formen mit gebogenen Dachflächen, die auch als Ge-

Dachformen wölbe bezeichnet werden, sind zum Beispiel Tonnendächer, wobei die

Dachfläche hier eine halbrunde Wölbung aufweist. Bei Tonnendächern

gibt es ebenfalls eine Giebelseite. Weitere gebogene Dachformen sind

Kreuzgewölbe oder Kuppeln.

 

Abb. 5: Satteldach – Mansarddach – Zeltdach – Krüppelwalmdach

 

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Aus einer sägezahnartigen Aneinanderreihung von Pult- oder Sattel-Sheddach

dächern werden Sheddächer ausgebildet, wobei die jeweils steiler ge-

neigte Fläche in der Regel mit Fenstern ausgestattet wird. Sheddächer

werden häufig für große Räume wie Produktionshallen eingesetzt. ◯

 

Satteldach Mansarddach Pultdach Tonnendach

Giebeldach

 

Walmdach

 

Krüppelwalmdach

 

Zeltdach

 

Sheddach

 

Abb. 6: Dachformen

 

◯ Hinweis: Die Höhe eines Raumes unterhalb der Dachfläche ist auch für die Berechnung der Wohn- und

Nutzfläche relevant. Bei der Berechnung der Nutzfläche

nach DIN 277 wird die gesamte Fläche eines nutzbaren

Geschosses berücksichtigt. Ist für vermietbaren Raum

eine Berechnung der Wohnfläche nach Wohnflächenver-

ordnung (WoFlV) erforderlich und ist der Dachraum als

Wohnfläche nutzbar, so werden Flächen mit einer lich-

ten Höhe von unter 1 m nicht berücksichtigt, mit einer

lichten Höhe zwischen 1 m und 2 m zur Hälfte angerech-

net und ab einer Höhe von 2 m voll angerechnet.

 

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