
Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens
Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens erschien 1908 in erster bis vierter Auflage bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart und Leipzig und beginnt in den ersten Sommertagen des Jahres 1828, als in Nürnberg sonderbare Gerüchte über einen etwa siebzehnjährigen Jüngling umgehen, der im Vestnerturm auf der Burg in Gewahrsam gehalten wird. Der Fremde, der später den Namen Caspar Hauser erhält, ist der Sprache nicht mächtiger als ein zweijähriges Kind und kann über seine Herkunft keine Auskunft geben; sein Gang gleicht dem eines Kindes, das gerade laufen lernt. Wassermann verarbeitet in seinem Roman die tatsächliche, bis heute ungeklärte Geschichte des Nürnberger Findlings, der als Kind seiner selbst in der Fremde erscheint und an der Trägheit und Gleichgültigkeit der Gesellschaft zerbricht, die dieses reine, in keiner Zivilisation gebrochene Wesen umgibt. Das Werk begründete 1908 Wassermanns literarischen Ruhm.






