
Kannitverstan
Kannitverstan erzählt von einem deutschen Handwerksburschen, der von Tuttlingen bis nach Amsterdam gewandert ist und dort vor einem prächtigen Haus mit Fenstern voll Tulipanen, Sternblumen und Levkojen steht. Er fragt einen Vorübergehenden, wem dieses Haus gehöre, doch der versteht kein Deutsch und erwidert nur das holländische Wort Kannitverstan, was der Handwerksbursche für den Namen des vermeintlichen Besitzers hält. Als er später einem prunkvollen Handelsschiff und schließlich einem Leichenzug begegnet und beide Male dieselbe Antwort erhält, zieht er daraus den Schluss, dass selbst der reiche Herr Kannitverstan am Ende nur ein Haus in der Erde besitzt wie jeder andere Mensch auch. Hebels berühmteste Kalendergeschichte verwandelt ein Missverständnis in eine schlichte Meditation über Vergänglichkeit und Bescheidenheit.





