
Das Mittagessen im Hof
Das Mittagessen im Hof erzählt von einem launischen Herrn, dem sein Diener nie etwas recht machen kann. Als der Herr eines Tages verdrießlich nach Hause kommt und sich zum Mittagessen setzt, ist ihm die Suppe zu heiß, zu kalt oder beides zugleich nicht recht, und er wirft die Schüssel kurzerhand durch das offene Fenster in den Hof hinab. Der Diener, kurz besonnen, wirft daraufhin ohne ein Wort das Fleisch, dann das Brot, dann den Wein und schließlich das ganze Tischtuch mit allem, was noch darauf steht, ebenfalls hinterher. Auf die zornige Frage des Herrn, was das solle, erwidert der Diener kühl und ruhig, er habe die Meinung seines Herrn nur richtig zu verstehen versucht. Hebels knappe Anekdote treibt schlechte Laune und blinden Gehorsam mit stiller Ironie auf die Spitze.





