Die Innerste

Wilhelm Raabe · Kapitel 8 von 14

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Die Innerste

Sechstes Kapitel.

 

 

Nun hätten wohl auch wir in diesem Moment gern den gelehrten Professor aus

Göttingen hier in der Stube des Müllers an der Innerste gehabt. Wir malen ihn

uns wenigstens hinein und sehen ihn leibhaftig vor uns in dem Kostüm von

Anno 1760, schwarz, mit wohlgeordneter Perücke, tadellosem Kragen und

wohlgefälteter Hemdkrause, den Hut und Stock unterm Arm, die zierlich

geöffnete Dose in der Linken und zwischen dem Daumen und Zeigefinger der

Rechten die zierliche Prise. Er ist kurfürstlich hannoverscher Untertan, aber er

hält die Illusion fest, zugleich königlich großbritannischer zu sein; — er tut sich

nicht wenig auf die letztere, etwas zweifelhafte Eigenschaft zugute, zumal da er

vielleicht wirklich einmal in London war und den großen Mimen David Garrik

auf den Brettern von Drury Lane „tragieren“ sah. Wie dem auch sei, er nimmt

seinen Tabak mit mehr Grazie als der große Doktor Samuel Johnson, blickt, die

Achseln emporziehend, um sich her und murmelt:

„Hm, hm!“

So ziemlich das Nämliche tun wir; — auch wir sagen Hm, hm, hm! und sehen

im Kreise umher. — Der Göttingensche Hofrat ist nicht ganz in der Verehrung

des großen britischen Doktors Johnson aufgegangen; der Voltaireaner Fritz sitzt

in Berlin (freilich reitet er um diese Jahre mehr in Schlesien und Sachsen hin und

her), und der deutsche Professor glaubt selbst als königlich großbritannischer

Untertan nicht an den Geist in Cock-Lane: er glaubt überhaupt nicht an

Gespenster, und das ist ein Vorzug, auf den er gottlob kaum stolz sein darf als

Professor von Göttingen.

Hm, hm; wer in der Müllerstube hatte den Bach schreien hören? — Niemand

natürlich, das heißt niemand als der Müller selber! Es trat aber augenblicklich

das ein, was gewöhnlich folgt, wenn irgend jemand in einer größeren

Gesellschaft etwas Ungewöhnliches oder gar Geheimnisvolles gehört zu haben

glaubt.

„Alle gute Geister —“ stöhnte die Müllerin, „jetzt habt ihr’s doch alle

vernommen und könnt bis zu eurem Ende davon nachsagen!“

Und sie nickten fast alle, und die Weiber drängten sich zu Hauf und flüsterten

zitternd. Die Männer warfen noch verstohlenere, scheuere Blicke nach den niedrigen schwarzen Fenstern, und wieder wurde es mausestill in der Stube.

Sie warteten in Todesangst und doch voll eines geheimen Verlangens, daß der

Ton noch einmal kommen, daß die Innerste zum zweiten Male schreien werde.

Sie warteten jedoch vergeblich; man vernahm zu dem gewöhnlichen Rauschen

des Wassers nur einen gurgelnden Laut aus der dicksten Mitte des

Tabaksqualms. Dieser Laut rührte von dem Korporal Jochen Brand her, der

abermals den Inhalt seines Kruges die Kehle hinunterlaufen ließ; und der

Korporal war’s auch, der zuerst wieder der Kompagnie ein lautes Wort zu hören

gab.

„Ich für mein Teil habe nichts gehört!“ sprach er ganz gemütlich. „Alle

Wetter, und sie haben doch mein feines Ohr manch liebes Mal auf Vorposten

gelobt!“ Damit setzte er den geleerten Krug mit einem Klapp auf den Tisch

nieder. „Nicht wahr, Musketier Bodenhagen?“ fügte er hinzu.

Hinter dem Ofen hervor kam eine befangene Stimme:

„Sei ruhig, Lieschen — es war nichts! — Ich — ich glaube auch nicht dran!“

Der Meister Christian nahm die Tonpfeife, die er vor sich hingelegt hatte,

wieder auf, jedoch nur, um sie in zwei Stücke zu brechen und unter den Tisch zu

werfen.

„Junge?!“ rief er. „Was will der Junge? Was sagt der Junge da? — Will der

Junge, der Landläufer, auch einmal wieder reden, ohne gefragt zu sein?“

„Ja, Herr Vater,“ kam die Antwort ein wenig zögernd, aber doch mürrisch

genug aus dem Winkel zurück. „Und wenn die Innerste wirklich schreit, so

schreit sie nicht bloß nach Ihm, Herr Vater, sondern auch nach mir; also darf ich

diesmal doch reden, ohne von dem Herrn Vater gefragt worden zu sein.“

Der Alte ächzte in maßloser Verwunderung und stand auf von seinem Stuhl.

„Christian?!“ rief die Mutter flehend; doch der Vater Bodenhagen schob sie

wieder einmal von sich und streckte drohend die Faust nach dem Ofen hin. Es

war die höchste Zeit, daß sich jemand ins Mittel schlage und, was noch an

Behagen und friedlichem Einvernehmen zu retten war, in Sicherheit bringe.

Auch hierzu war der Korporal Brand gut und auf der Stelle bereit.

„Und setze ich den Fall, daß da draußen nicht alles in Ordnung sei oder einer

sich einen Spaß mit diesem löblichen Konvivium und guter Vetternschaft und

Freundschaft gemacht habe,“ rief er, „Sakrament, so soll mich der Teufel holen,

wenn ich nicht dem Dinge auf den Nacken springe und dem Schreier

verdemonstriere, wie naß die Innerste ist! Bajonett auf, marsch, Musketier

Bodenhagen. Komm mit hinaus in die frische Luft, Albrecht, wir fangen den

Spuk mit oder ohne Fischschwanz. Hier in der Stube soll er uns was vorsingen,

und der Herr Meister soll ihm die Noten halten!“

Er sprang hinaus, und ihm nach sprang der junge Müller, dem Jungfer Lieschen Papenberg vergeblich einen kläglichen Bittruf nachschickte. Die

übrigen blieben alle sitzen und legten sich von neuem aufs Horchen. Die Braut

drückte sich an ihre Mutter, der Vater Papenberg schüttelte den Kopf, der

Meister Christian senkte den seinigen finster auf die Brust und schlug die Arme

ineinander. Nach zehn Minuten vergeblichen Harrens und Horchens ächzte die

alte Müllerin:

„Vater, ich trage es nicht länger! Das Herz will mir vor Angst zerspringen!“

„Laß sie doch,“ murmelte der Greis. „Laß sie nur suchen. In meiner Jungheit

bin ich auch mal dem Rufen nachgegangen, meinem Vater zum Trotz. Morgen

früh — ja morgen früh soll jedem sein Recht werden; und jetzo, Freundschaft,

guckt auf und kümmert euch um nichts. Schenk frisch ein, Mutter, die Innerste

wird nicht mehr zum zweiten Male schreien; sie soll morgen früh ihr Recht

haben!“

Die letzten Worte hatte der Alte selber mit schreiender Stimme gegen das

Fenster hin gerufen, und nun tat er selber einen hastigen, wilden Trunk.

„Guck auf, Lieschen! Gevattersche Papenberg, bringe Sie das Kind wieder zu

einem vergnügten Gesicht. Kümmert euch nicht mehr um die Innerste,

Freundschaft, ich kenne sie und sie kennt mich, und sie hat nicht im Sinn, uns

das Pläsier an diesem Abend zu verstören. Sie will nur ihr Recht haben, und das

soll sie auch morgen mit dem Frühesten kriegen.“

„Wenn ich nur meinen Jungen von draußen wieder drin hätte!“ seufzte die

Mutter Bodenhagen; aber da schnarrte der Alte wiederum höchst verdrießlich:

„Der Junge? Ja, der Junge! Freilich sagt man: was hängen soll, versäuft nicht,

und zu meinem Wunder ist der Junge ungehangen von dem Volk nach Hause

gekommen. Ach was, Gevatter Papenberg, trinke Er aus und lasse Er nur das

Kopfschütteln. Frisch weiter mit dem Pläsier!“

Das „Pläsier“ war jedoch, was der Müller an der Innerste auch sagen mochte,

verdorben und blieb so, und die Fröhlichkeit des Abends kam nicht wieder in

Gang. Dagegen aber kamen von neuem die seltsamen Historien in die Höhe, und

ein jeglicher wußte abermals das Seinige zu sagen von der Leine, der Ihme und

der Innerste und selten etwas Gutes.

Die beiden Kriegskameraden blieben eine ziemliche Zeit aus; aber nicht

einmal den wachsamen Hund Laudon, der mit ihnen auf die Suche und Jagd

gesprungen, hörte man anschlagen, als ob er auf etwas Sonderbares gestoßen sei.

Am besten wird’s sein, wir gehen ihnen jetzo nach; denn wenn sie in der

naßkalten Dunkelheit des Abends auch nichts Merkwürdiges fanden, so haben

sie doch allerhand Kurioses miteinander geredet; die Jungfern, denen wir

erzählen, hören gern von dergleichen, zumal wenn es sie allesamt so genau

angeht wie in diesem Fall. Es klingt nämlich durch die Nacht, das Rauschen des Mühlwassers und Wehen des Windes wie ein kurz abgerissenes Stück aus dem

alten, alten Liede von der Treue.

Sie standen beide still, nämlich die zwei einstigen Waffenbrüder vor der Tür

der Mühle, und ein jeder tat einen langen Atemzug in der feuchten Kühle dieses

Februarabends.

„Puh,“ meinte der Korporal, „da merkt man erst, aus was für einem Backofen

man kommt und was für einen Dunst die gute Freundschaft im

Zusammenhocken prästieren kann. Eine Taternhöhle ist ja gar nichts dagegen!

— Nun, Albrecht, steck die Laterne an, ohne eine Laterne kommen wir dem

Spuk nicht auf die Sprünge! Sieh, der Sackville ist ja auch vorhanden, den

können wir item gut gebrauchen. Such, such und bring, Mylord!“

Der Hund tat ein paar Sprünge um seinen jungen Herrn herum, doch mit dem

Suchen gab er sich weiter keine Mühe.

„Du hast nichts vernommen, Jochen?“ fragte der Haussohn.

Der Korporal fing an, einen königlich preußischen Kriegsmarsch zu pfeifen,

brach nach dem ersten Gesätz ab und erwiderte:

„Dich möcht’ ich lieber als alles andere beim Laternenschein besehen,

Bodenhagen — Musketier Bodenhagen! Die Innerste hat wohl nicht geschrien,

wie der Alte vermeinte; aber die Doris da oben an der Innerste könnte wohl

gelacht haben. Was meinst du, Albrecht?“

Der junge Müller lachte jedenfalls, doch es klang rauh, und die Dunkelheit

verhinderte den Korporal, zu sehen, wie sein Kamerad zu dem Lachen die Hand

ballte. Die Faust öffnete sich aber wieder, und Jochen Brand fühlte die Hand

seines Freundes an seinem gesunden Arme. Der Müller zog ihn weiter von dem

Hause weg um das Haus herum, über den Hof, durch den Garten.

„Wer hat Ihm das gesagt; oder hat Er es aus sich selber gesagt? Das mit dem

Lachen? Jochen, es ist so; als der Vater sein Wort gerufen hatte und das

Frauenzimmer in seinem Schrecken winselte, habe ich ein Lachen gehört. So

wahr mir Gott helfe, es hat jemand in der Finsternis vor dem Fenster gelacht,

und dabei war ein Knirschen — da — so — hörst du? — gerade so!“

Diesmal knirschte nichts, als zwei der Eisschollen, die sich auf dem dunklen,

schläfrig dahinkriechenden Spiegel der Innerste aneinander rieben, und der

Korporal spuckte deshalb erst verächtlich in den Bach hinein, dann aber sprach

er ernsthaft genug:

„Musketier Bodenhagen, ich habe vieles erlebt in der Welt, und was am

grimmigsten aussah, das wurde manchmal zum größten Spaß. Ich bin mit dem

König, volle Feldmusik und fliegende Fahnen vorauf, dem Feldmarschall Daun

unter der Nase vorbeimarschiert, und er sah schauderhaft genug herunter von

seinem Berge und hinter seinen Schanzen und Kanonen hervor. Ich weiß Bescheid in der Welt, Musketier, und zwischen Morgen und Abend habe ich

auch von Ihm genug gesehen und gehört, um zu wissen, wie es mit Ihm steht.

Will Er nun einen guten Rat annehmen?“

„Wie von einem leiblichen Bruder!“ rief der junge Müller.

„So geh nicht wieder zurück in die Stube, Albrecht.“

„Ach, Jochen, rede deutlich!“

„Bleib draußen! Geh nicht wieder in das Haus zur Freundschaft zurück. Ich

habe drei Reichstaler in der Tasche, mehr bin ich in der ganzen weiten Welt nicht

wert; aber du sollst die Blechkappen haben und willkommen dazu sein. Da liegt

der Mühlensteg über die Innerste; — spring, lauf und laß dich vor dem Jüngsten

Gericht nicht wieder hier sehen. Dieses ist mein Rat, und meine Meinung dazu

ist, daß du hier ohne Gnade und Barmherzigkeit kaput gehst. Der Alte ruiniert

dich, die Freundschaft ruiniert dich und die Jungfer Papenberg ruiniert dich zu

allermeist. Du spielst hier ja doch den wilden Bodenhagen nicht länger, der gute

Geruch verdampfte wie der Franzos bei Roßbach. Die Innerste aber holt dich bei

guter Gelegenheit einmal wirklich, und die Freundschaft und Verwandtschaft

wird dir keine Stange hinhalten, um dich aufs Trockene zu holen. Sie wird nur

sagen, daß es ihr leid sei, wenn sie dich mit dem Haken durchs Schilf zieht.

Albrecht, Bruder Albrecht, du weißt es selber, daß wir solche wie du zu

Tausenden in der Armee haben, und, Bruderherz, es ist doch vergnüglicher, bei

Trommeln und Pfeifen, mit Kling und Klang in angenehmer Kameradschaft

eingescharrt, als so zu Hause in Güte und Herzlichkeit vom Bösen geholt zu

werden. Kerl, geh zum Fritz nach Sachsen, wenn du den Prinzen Ferdinand satt

hast. Den Colignon findest du immer noch unterwegs, und er zahlt auch ein

immer besser Handgeld. Das ist der eine Weg aus deinem Jammer; der andere

aber geht hier am Bache hinauf, immer den Bergen zu. Schleich dich zurück

nach der Buschmühle, grüße Doris Radebrecker von mir und bestelle ihr, sie

solle dir schon um meinetwillen den Hals nicht umdrehen.“

Mit schluchzender Stimme wimmerte der wilde Bodenhagen:

„Aber da drinnen in der Mühle in der Stube bei Vater und Mutter habe ich ja

meinen Schatz, meine junge Braut sitzen?!“

„Jawohl, hinter dem warmen Ofen, und des Herrn Vaters spanisch Rohr hängt

ihr über dem Kopfe am Nagel. Kamerad, ich sage dir, nimm dich in acht, daß du

die Innerste nicht wirklich und wahrhaftig nach dir schreien hörst, wenn der

Pfaff dir das arme Ding erst niet- und nagelfest um den Hals geschmiedet hat.

Nun, wie ist’s? nimmst du Vernunft an von deinem alten Zeltbruder und

Unteroffizier? Greif zu; — da hast du den Juden Ephraim und den Borussorum

Rex dazu dreifach als Reisegeld. Als du zum ersten Male durchgingest, hat dir

der Herr Vater wahrlich nicht so viel gutwillig mit auf den Weg gegeben.“

Er hatte sein letztes Besitztum an klingender Münze aus der Tasche geholt und

hielt es hin; der andere aber schob die Hand mit dem Gelde mattherzig zurück.

„Dir ist dann nicht zu helfen,“ sagte der Korporal Brand mit einem Fluch.

„Also sehe ich auch nicht ein, daß wir uns noch länger hier in der Kühle und

Feuchte herumtreiben. Laß uns zurück in die Stube. Element, nachher wundert

sich Seine königliche Majestät Fritze noch, daß selber ihm manchmal eine

Bataille schief abläuft. Kotz Blitz, es ist auch ein Wunder, daß er mit solchen

Breiköpfen und Plattfüßen in Reihe und Glied sich doch noch so anständig durch

zwei schlesische Kriege bis in diesen dritten hinein durchgeschlagen hat. Marsch

zurück unter den Ofen, Sackville! Und meinen leeren Ärmel trag’ ich auch noch

nicht lange genug, um nicht die Nachtkühle an dem nichtswürdigen Stumpfe zu

verspüren!“

Er drehte sich kurz um und ging in das Haus zurück. Strack und munter trat er

in die heiße, dampfvolle Stube ein, und dicht auf den Hacken schlich ihm

Albrecht nach.

„Herr Meister,“ rief der Einarm lachend, „bei der Finsternis da draußen suche

Ihm ein anderer Seine nächtlichen Spukmusikanten. Hier der Musketier

Bodenhagen ist mein Zeuge, daß die Innerste so sanft dahinfließt, als hätte sie

niemals ein Mühlenrad getrieben oder einem Müller die gute Laune verdorben.

Und das muß ich auch sagen, das Gespensterhafteste, was man heute abend zu

sehen kriegen kann, sind die Käsegesichter, welche die löbliche und angenehme

Vetternschaft allhier durch den Nebel schneidet. Hab’ ich recht, Jungfer

Papenberg?“

Die Jungfer Papenberg antwortete dem lustigen Invaliden nicht, ihr war’s

genug, daß sie den Bräutigam heil und ganz von der gefährlichen Expedition

wieder hinter den Ofen ziehen konnte.

Der alte Müller Bodenhagen sagte aber ruhig:

„Er hat sich eine vergebliche Mühe gemacht, Musjeh. Meine Schuld ist es

nicht, Korporal Brand. Das Wasser schreiet wohl, aber sehen läßt sich selten

etwas, und das ist auch das Beste.“

Die anwesende Gesellschaft, die trotz allem vollauf genügenden Grauen und

Gruseln gehofft hatte, von den beiden mutigen Kriegsleuten noch etwas

Grauligeres zu vernehmen, fühlte sich getäuscht, wenngleich niemand dieses zu

sagen wagte. Es ist still geblieben, und die Freundschaft von Groß-Förste, die

am Nachmittage auf dem Wiesenwege angekommen war, stieg nach einem

bedrückten Abschiede auf den Leiterwagen und fuhr wieder ab auf dem

Fahrwege. Ebenso die Vetternschaft aus Harsum und aus Pattensen.

Als der junge Müller seine Braut auf den Wagen hob, erschien sie ihm beim

Lichte der Laternen merkwürdig bleich, und sie schluchzte auch:

„O Albrecht, ich werde toll, wenn ich erst ganz bei dir bin und einmal allein

sitze und die Innerste schreit!“

„Binde dir selber keine Dummheiten auf und laß dir keine aufbinden!“ lachte

der Bräutigam, doch klang sein Lachen gar nicht lustig.

Was der Göttingensche Hofrat und Professor zu dem Rate des Korporals

Jochen Brand gesagt haben würde, können wir leider nicht wissen: seine Ansicht

darüber wäre uns aber sicherlich höchst willkommen gewesen.