Die Innerste
Zwölftes Kapitel.
Am fünfzehnten Dezember war der Korporal in die Mühle eingerückt, aber am
zwanzigsten erst stand er wieder auf den Füßen, ohne sich an die Wand lehnen
zu müssen. Auch das hatte er einzig und allein dem Quartier zu danken; denn
selten war ein königlich preußischer einarmiger Unteroffizier so trefflich
verpflegt worden wie der brave Jochen Brand aus Grund von dem Müller
Bodenhagen und seiner Frau Liese.
„Ich wollte, mein Mütterchen könnte vom Himmel aus observieren, was Sie,
junge Frau, an ihrem Jungen tut,“ sagte der Kriegsmann jeden Tag wenigstens
ein halb Dutzend Male mit möglichst fester und mannhafter Stimme. „Wissen
aber möchte ich, was solch ein armer Bettelmann Ihr dafür wieder zugute tun
kann, Frau Bodenhagen?“
„Vorlieb soll Er nehmen, Korporal,“ sagte dann die Müllerin. „Warte Er aber
nur bis zum heiligen Christ, da kann Er dann beim Kuchenbacken helfen, und
wenn Er da Seine Sache so gut macht wie bei Minden oder sonstwo, so kann Er
auch sonst noch Sein blaues Wunder erleben.“
„Dieses glaube ich, ohne daß Sie es beschwört, Lieschen; denn daß man eine
Tanne aus dem Holze holt und mit Lichtern putzt und Weihnachten feiert, das ist
mir durch den Krieg, als ob’s vor tausend Jahren Mode gewesen wäre. Der
König und die Kaiserin und die Franzosen, Russen und Schweden haben solches
Pläsier gründlich abgeschafft, und selbst in den Winterquartieren hat man keine
Zeit dazu gehabt. Wenn mir aber mein leerer Ärmel es zuwege bringt, daß ich
noch einmal die Festtagsglocken läuten höre wie vordem, so schreibe ich einen
Brief an den französischen König Louis und bedanke mich noch gar schön für
seine sakermentsche Kanonenkugel bei Minden. Übrigens ändert sich das Wetter
wiederum. Der nichtsnutzige Stummel brennt heute wieder zehnmal ärger als
gestern.“ — —
Das Wetter änderte sich zum Frost, und wir haben zum hundertsten Mal ein
Wort über die Innerste zu sagen.
Wenn nämlich der junge Müller vorhin meinte, daß er am liebsten mit seiner
jungen Frau von aller Welt abgeschnitten auf einer Insel im Wasser wohnen
möchte, so war sein Wunsch zu zwei Dritteln in Erfüllung gegangen. Die Innerste stand ihm auf zwei Seiten um das Haus, trat auf den Hof und
überschwemmte den Garten bis unter die Fenster seiner Mühle. Noch eine
Spanne höher, und sie stieg ihm in das Haus und machte ihm einen Besuch in der
Stube. Seinem Wunsche zum Trotz hatte der Meister Albrecht große Sorge
darob.
Gegen Groß-Förste zu war alles ein gelber Spiegel; in der Stadt Sarstedt war
die Not ebenso groß wie das Wasser, und in der Stadt Hannover, wo die Ihme
und die Leine das Ihrige dazu taten, wie das landläufige und, genau besehen,
sehr schlimme Wort sagt, — Holland in Not!
Den ganzen Zwanzigsten über wartete die Hausgenossenschaft mit Spannung
auf der Schwelle die weitere Bosheit der Innerste ab. Meister Albrecht und seine
beiden Knappen — er hatte sich jetzt zwei Gesellen ins Gewerk getan — legten
alle Viertelstunde den Zollstock an; aber gegen Abend erwies sich des invaliden
Gastes Armstumpf als ein hauptsächlicher Prophet. Es wurde bitter kalt und das
Wasser fiel.
Die Innerste zog sich wieder zurück von dem Hause, aus den Stallungen, vom
Hofe und aus dem Garten gegen ihr gewohntes Bett. Auch die Wege nach der
Stadt und den umliegenden Dörfern wurden allgemach wieder frei. In der Nacht
vom Zwanzigsten auf den Einundzwanzigsten legte sich eine leichte Eisdecke
über den Fluß, und am Dreiundzwanzigsten trug das Eis, wenn nicht einen
ausgewachsenen Mann, so doch ein Kind. Es kam auch ein Kind, ein kleines
Mädchen von Groß-Förste herüber, bestellte einen schönen Gruß und brachte die
Botschaft, daß die Leute von Papenbergs Hofe gern am ersten Festtage nach der
Kirche zur Weihnachtsfeier kommen wollten; sonsten aber sollte das junge
Ehepaar den heiligen Abend allein und für sich nach seinem Pläsier und Gusto
feiern.
„Wir sind zu drei mit den Mägden und den Gesellen uns auch genug, Jochen,“
sagte der Müller, und der Korporal meinte: „Mir ist’s recht.“
Es war aber doch ein eigen Ding diese ganzen Tage durch mit dem Korporal.
Er war nicht als der Alte vom Bette aufgestanden. Es „murxte“ etwas in ihm;
was das sei, wußte er freilich selber nicht. Still und nachdenklich, doch nicht
unfröhlich schlich er umher, und am Dreiundzwanzigsten holte er sich des
seligen Meister Christians große Bilderbibel vom Schranke und saß fast den
ganzen Tag darüber.
Die junge Frau guckte ihm von Zeit zu Zeit über die Schulter, und dann sah er
jedesmal ihr mit einem Kopfschütteln in die klaren, freundlichen Augen, und
mehrmals sagte er auch ganz weichmütig: „So wunderlich kurios ist mir noch
nie zumute gewesen, Frau.“
„Das macht das Ungewohnte, Herr Kamerad,“ meinte die Müllerin. „Er hat die alten Bilder eben lange nicht umgeblättert. Wenn ich Zeit hätte, wollte ich
mich wohl zu Ihm setzen und mit ihm die Hirten und Engel und die Propheten
und die ausländischen Kamele und Palmenbäume besehen. Als Mädchen hab’
ich mir in diesen Tagen immer ein Stündchen dazu übergespart. Es ist so
heimelig, wenn’s draußen so kalt ist und in der Stube so warm und der Kuchen
durchs ganze Haus riecht. Es gehört alles zueinander und —“
„Sakerment!“ schrie der Korporal, auf das alte Bilderbuch schlagend, „und
kein Mensch sollt’s für möglich halten, daß der Broglio heute noch in Kassel
sich verschanzt hält! O Frau Liese, Sie kann doch nicht so darüber reden wie ich,
der ich verstümmelt aus dem Kriegsleben komme und alle großen Bataillen des
Königs Fritz und des Prinzen Ferdinand mitgemacht habe! Sie sollte es probiert
haben im Spital zu Minden und dann unter der Vetternschaft zu Grund und dann
in Radebreckers Mühle und zu guter Letzt im Prison zu Wildemann und dann
sich plötzlich finden hier in der Friedlichkeit und Stilligkeit. Kotz Blitz, will Sie
Ihr lieblich Heimwesen besser kennen als ich? Eins sage ich Ihr: keiner soll mir
dran rühren — beim lebendigen Gott und so wahr ich Jochen Brand heiße!“
Die junge Frau war sehr erschreckt vor der ungebührlichen Aufregung und
dem Fluchen und Räsonnieren ihres Gastes zurückgefahren.
„Nehme Sie es nicht übel, Lieschen. Ich wollte, ich könnte deutlicher sagen,
was ich im Sinn und Herzen habe,“ seufzte der Korporal. „Aber da draußen
Albrecht hat recht, und in dieser Minute absolvier’ ich ihn ganz und gar, und er
soll das Seinige behalten; niemand — nicht Mann und Weib soll ihn drin
verstören, so lange ich’s hindern kann.“
„Wie meint Er denn das, Korporal?“ fragte die junge Frau scheu; doch
plötzlich griff sie sich an die Stirn und rief, ganz bleich werdend: „Jesus, Jesus
— es ist ja wahr! Das Jahr geht zu Ende und sie hat ihren Willen nicht gekriegt!“
„Jetzt gibt Sie mir eine Nuß zum Knacken, Frau Meisterin!“
„Die Innerste meine ich, Korporal Brand! An dem Tage, als die Mutter
gestorben ist, hat sie geschrien, und diesmal habe auch ich mit meinen Ohren sie
schreien hören, so wahr ich lebe!“
„Pu-u-uh!“ machte der Korporal und versuchte noch einmal so auszusehen
wie in früheren Tagen, wo er den Hut am liebsten schief auf dem Ohr trug. Es
kam aber eine Visage dabei heraus, die allzu sehr nach jenem Oktoberabend in
Radebreckers Mühle aussah, um vergnüglich sein zu können.
„Mache Sie sich selber keine Dummheiten weis,“ brummte er und fügte
sonderbar mürrisch hinzu: „Übrigens aber, Frau Liese, ist ein schwarzes Huhn
im Notfall immer noch zu beschaffen.“
„Ich kriege auch meinen Albrecht noch dran!“ rief die Müllerin; dann aber
wurde sie von einer eiligen Magd abgerufen, und der Korporal war wieder allein.
„Wunderlich, wunderlich, wunderlich!“ murmelte er, eine der Bildtafeln in der
großen Bibel umschlagend. „Ich habe aber mal im Lager bei Krefeld verzählen
hören, daß auch der König Fridericus solcherlei Anwandlungen habe. Na, vor
Hochkirch hatte er aber keine dergleichen; also verlassen kann man sich auch
darauf nicht.“ — —
Am vierundzwanzigsten nachmittags drei Uhr war weißer Sand frisch gestreut
in der Stube, und der Korporal wagte kaum noch aufzutreten, als er die
Blumentöpfe im Fenster scharf in Reihe und Glied rückte. Als die Dämmerung
kam, ging ihm auch die Pfeife aus, und um fünf Uhr saß er still mit dem Müller
— seinem früheren Musketier — auf der Ofenbank und blickte durch die
Dämmerung mit einer Art von drolligem Respekt auf die noch dunkle
Weihnachtstanne, an deren Aufputz er selber mit geholfen hatte. Die junge Frau
vernahm man in der Küche, und jetzt legte der Einarm dem Kameraden fast
zärtlich die Hand aufs Knie und sagte:
„Kerl, ich habe oft meinen Jokus an dir gehabt, aber diesmal ist’s mir Ernst
mit dir! Es ist eine Kriegswelt, und ohne deinesgleichen hätten wir anderen uns
schon längst untereinander aufgefressen. Deshalb gibt’s von deinesgleichen am
mehrsten auf Erden — der Herrgott hat’s so eingerichtet, und er muß Bescheid
wissen. Und weil dieses so ist, so bleib bei deiner Natur, halte dein Haus rein, sei
vergnügt mit deinem Weibe und kümmere dich nicht um Dinge, in die du
hineingeraten bist wie der Esel in die Dragonerremonte. Augenblicklich aber
habe ich dir wie mir nichts weiter zu wünschen, als daß der Christabend zu Ende
gehe, wie er jetzo angefangen hat.“
Vergnügte Weihnachten! Eine Stunde später war die ganze Bewohnerschaft
der Mühle um die lichterglänzende Tanne versammelt, und der Korporal Brand
hielt der Abwechselung wegen den leeren Ärmel mit den Zähnen; er hatte sich
mit dem Aufschlage die Augen gewischt, und da er seit seinem Auferstehen vom
Bett ganz und gar in einem Kostüm seines Kameraden und Wirtes stak, so wußte
er mit den Knöpfen daran noch nie so gut Bescheid wie mit jenem einzelnen
Knopf, der ihm im Oktober von der Montur Seiner Majestät des Königs
Friedrich von Preußen allein übrig geblieben war.
Arm in Arm standen Müller und Müllerin vor dem Tisch mit dem
Tannenbaume, und ein jeder der zwei Mühlknappen hatte seinen Arm um die
Hüfte einer der beiden kichernden Mägde der Frau Lieschen Bodenhagen gelegt.
Daß der Marschall Broglio zu Kassel lag und die Vorposten der Franzosen über
Göttingen und Einbeck und bis in den Harz hineinstanden, kümmerte keinen in
der Mühle bei Sarstedt an der Innerste. Sie sahen die Lichtlein und goldenen
Äpfel funkeln, sie knackten ihre Nüsse wie die Eichhörnchen im Neste, und
dann saßen sie und sahen die Lichter an ihrem Weihnachtsbaum niederbrennen, und die drei Weiber sangen ein Weihnachtslied, in das die Mannsleute hinter
ihren Tonpfeifen hineinsummten.
„Die Welt ist im Krieg; wir aber gebrauchen die gute Stunde, Frau Meisterin!“
rief der Korporal fröhlich.
„Das sage ich auch,“ sprach die Frau Meisterin.
„Für das, was sonst kommen kann, haben wir ja auch die vier Büchsen
geladen an der Wand, Jochen,“ meinte der Müller. „Im vorigen Monat, als du
ruhig im Turm lagst und der Franzos bei Einbeck sich verschanzte, ist das
Gesindel oft genug an der Tür gewesen. Die Schererei reißt nicht ab.“
Die beiden Mühlknappen gaben auch ihr Wort dazu; das letzte Lichtlein an
der Tanne brannte herunter.
„Heidi!“ rief der Korporal; und der Müllerin kleine Blechlampe lieferte
wieder das einzige Licht für die Stube und Kumpanei. Nun schnurrten die
Spinnräder wieder, die Männer schmauchten und tranken und sprachen von
allerlei Abenteuern, die sie erlebt hatten, jedoch mit „Modestität“, und daß auch
das Frauenzimmer sein Behagen dran haben konnte.
Um neun Uhr fing es an zu schneien, und um zehn Uhr fiel der Schnee sehr
dicht. Fluß und Land wurden von einer weißen reinlichen Decke überzogen, und
nur Gesträuch und Gartenzaun, sowie das Gebüsch am jenseitigen Ufer der
Innerste hoben sich schwärzlich im Schneelicht ab. Vom Zieten im Busch kamen
die Männer auf ein ander behend Geschöpf im Busch, und wie man das in
Schlingen in der Hecke fängt und sich einen billigen Braten im Schlafe schenken
läßt. Grinsend legte der Meister Albrecht den Finger auf den Mund und rief:
„Haltet die Mäuler, wir haben sonst morgen benebst der Verwandtschaft die
ganze Sarstedter Försterei hier, um uns in die Töpfe zu riechen. Sie wissen
immer noch einen Hasen von einem Hammelviertel zu unterscheiden.“
Dabei stand er auf, ging zum Fenster, öffnete es und schob den Kopf hinaus.
Kein Lüftchen rührte sich; das weiße Gewimmel kam wie im leichten Spiel vom
dunklen Firmament herab, aber ziemlich hell ist es die ganze Nacht durch
geblieben, denn der Vollmond hat nicht nur im Kalender, sondern wirklich hinter
dem Gewölk gestanden.
„Wenn das so weiter geht, Lieschen, wie’s angefangen hat, so werden Vater
und Mutter morgen auf ihrem Wege hierher die Beine hübsch hoch heben
müssen. Wir wollen aber eine Wacht stellen, daß sie sich nicht einfallen lassen,
schon dem Eis zu trauen. Die Innerste —“
Er brachte das, was er noch sagen wollte, nicht heraus. Hell und klar — ja
unendlich melodisch klang ein Ruf durch die Nacht über die Innerste her — ein
singender harzischer Bergruf, und in demselben Moment blitzte und krachte ein
Schuß aus dem Weidenbusch, und die Kugel streifte dem Meister Bodenhagen die Stirn, fuhr durch die Weihnachtstanne und schlug in die Stubenwand. Zu
gleicher Zeit erschütterten heftige Schläge die Tür der Mühle, und ein zweiter
Schuß schien in das Türschloß abgefeuert worden zu sein. Die nächtlichen
Angreifer waren im Hause, ehe sich ein einziger in der Stube von dem
plötzlichen Schrecken aufgerafft hatte. Durch ein greulich Fluchen jauchzte die
helle Stimme wieder.
„Jesus Christus, die Innerste!“ jammerte die Müllerin, und die beiden Mägde
drückten sich mit Zetergeschrei in den Winkel. Von allen zuerst hatte diesmal der
Müller seine Sinne beisammen. Schon hatte er eine der Flinten, von denen er
vorhin sprach, vom Nagel gerissen.
„Die Marodebrüder! Ob’s mir geahnt hat?! Hans, Fritz, die Büchsen herunter
— Lieschen, unter die Bank — Courage!“
„Courage!“ schrie auch der Korporal, „das Gesindel feg’ ich mit der Linken
vom Tisch. Kriecht unter, Weibervolk — da sind sie, und es ist auch nur ein
Weihnachtsbesuch!“
Er hatte ein Handbeil aus der Ecke aufgegriffen und trat gegen die Stubentür:
„Bon soir, messieurs!“
Es waren drei Kerle, die in die Stube drangen; — Gesindel, wie es sich
zwischen den Heeren umtrieb, und wie der Bauer jener Zeit es zu seinem
Schrecken und Schauder nur allzu gut seit Jahren kannte! Der Rock des
fünfzehnten Ludwig neben der zerfetzten Uniform König Friedrich des Zweiten!
Um den dritten Galgenstrick aber zu kostümieren, mußte die ganze Reichsarmee
Mann für Mann einen Fetzen hergegeben haben, und es wäre wahrlich ein
Kunststück gewesen, aus seiner äußeren Erscheinung her bestimmt abzunehmen,
welchem Herrn er zuletzt falsch geschworen hatte.
Was nun in der Mühle vorging, läßt sich schwer nacheinander erzählen.
Besinnen und Bedenken war nicht am Ort. Der Meister Müller, den sie einst den
tollen Bodenhagen nannten, schoß zuerst, und traf auch. Die Eindringlinge
feuerten ihre Pistolen ab.
„ Sacre nom de dieu! En avant les autres!“
Der Korporal Brand schlug für den Musketier Bodenhagen zu, wie er vordem
auf ihn gehauen hatte; und ob den beiden guten Knappen Hans und Fritz würde
dem Oberst Colignon das Wasser im Munde zusammengelaufen sein. Es wurde
ein Raufen, Heulen, Sakermentieren und Ächzen im Dunkeln, denn der Tisch
stürzte um mit der Lampe und der Weihnachtstanne, und die weißen
Müllerhabiter hatten jetzo ihr Gutes; es war ihretwegen keine Not, daß Meister,
Gesell und Gast aufeinander schlugen. Der Schnee leuchtete ihnen aber auch von
draußen.
Sie trieben die Räuber bis auf die, welche zu Boden lagen, in den Hausgang zurück und dann auch wieder aus dem Hause hinaus. Sie konnten nur noch die
Kolben gebrauchen, aber sie gebrauchten sie trefflich; daß die Not sie beten
lehrte, konnte man gerade nicht behaupten. Die Mühle wehrte sich tapfer, und
die Frauenstimme, die so melodisch das Zeichen zum Angriff gegeben hatte und
immer von Zeit zu Zeit von neuem in den Lärm des Überfalls klang, wurde
immer greller, kreischender, zorniger, giftiger! Die drei armen Weiber, die im
Winkel am Ofen in ein zitternd Bündel zusammengeduckt knieten, vergingen am
meisten vor dieser Stimme in Schauder und Ohnmacht. Seltsamerweise hatte
nächst den Frauen der Korporal Jochen das feinste Ohr für sie; der junge Meister
Albrecht Bodenhagen, sein Haus und Weib verteidigend, achtete kaum darauf.
Es ging scharf — scharf um das Heimwesen des Müllers an der Innerste. Fritz
und Ferdinand, Soubise und Broglio waren mit ihren Armaden vertreten unter
den dunklen Gestalten, die im Schneegestöber aus dem Weidengebüsch am Fluß
vorhuschten, über das Eis glitten und über den Gartenzaun kletterten, um die
Mühle und ihre Bewohner in ihre Gewalt zu kriegen; aber der wilde Bodenhagen
und sein Haus hielten sich gut. Wenn es ein Glück war, daß die alte Frau diese
Nacht nicht erlebte, so war es doch schade, daß der alte Meister Christian sein
Söhnchen diesmal nicht bei der Arbeit sehen konnte.
Sie verrammelten die eingestoßene Pforte, sie luden und schossen aus den
Fenstern. Sie trafen dann und wann auch, und der einarmige Korporal meinte:
„Wenn sie uns das Dach nicht über den Köpfen anstecken, halten wir uns bei
Gott, bis Bürgermeister und Rat aus Sarstedt zum Sukkurs kommen! Courage!
Courage! — Uh, wer stopft die Weiberkehle da?“
Die letzte Frage hatte er zwischen den Zähnen gemurmelt. Dicht unter dem
zertrümmerten Fenster, an dem er mit seinem Beile stand, war der schrille Schrei
erklungen, und wieder wurden zwei oder drei Schüsse in die Stube hinein
abgefeuert. Ein durchdringender Jammerlaut aus dem Ofenwinkel folgte sofort,
und der eine der Knappen schoß zurück aus dem Fenster und traf. Die dunklen
Gestalten im Garten huschten durcheinander und fluchten deutsch und
französisch. Das Weib rief scharf und spöttisch drein: und noch einmal stürzten
sich die Angreifer auf die zertrümmerte Haustür, deren Verrammelung von dem
Meister Albrecht und seinem zweiten Gesellen in Verzweiflung verteidigt wurde.
„Hans Lages, willst du mit? In dem Dampf hier vergeht einem doch der Atem;
— ich hab’s mir versprochen, und so lang’ ich lebe, kriegt die Innerste ihren
Willen nicht!“
„Hops über, Herr Unteroffizier, wir springen ihnen auf den Buckel!“ rief der
tapfere Mühlknappe, und sie schwangen sich ein jeder aus einem der beiden
Fenster und fielen den nächtlichen Räubern wirklich in den Rücken, der eine mit
seiner Handaxt, der andere mit dem Kolben. Wie nicht ganz selten in dergleichen Fällen übertraf der Erfolg die Erwartung. Der Schnee fiel stärker denn je; die
Marodebrüder hatten mehr als einen guten Mann verloren, und eine Panik fiel
über sie. Sie wichen zurück und gerieten, wie das dann gewöhnlich zu geschehen
pflegt, ins Laufen. Auch der Meister Bodenhagen und der Knappe Fritz sprangen
jetzt hervor aus ihrer Verschanzung, und es wurde eine Verfolgung durch den
Garten gegen die Innerste zu. Noch ein kurzes Ringen fand auf dem Windeise
des übergetretenen Flusses statt, und da ertönte zum letzten Male, aber auch am
markdurchdringendsten, der schlimme gespenstische Schrei: es ging ein
Knattern durch das Eis — das Wasser bekam doch seinen Willen in diesem Jahre
Siebenzehnhundertsechzig: unter dem Eise weg trieb eine Weiberleiche abwärts
gegen die Stadt Sarstedt zu, ist jedoch erst im März des nächsten Jahres, als der
Tauwind blies, zutage gekommen.
In Sarstedt wie in Groß-Förste hatte man nun aber allgemach die
Überzeugung gewonnen, daß das Flinten- und Büchsenfeuer mitten in der Nacht
irgendeinen Grund habe, und zwar einen bedenklichen. Im Dorfe zog man die
Sturmglocke, und von der Stadt her kamen Bürgermeister und Bürgerschaft
wirklich zum Sukkurs.
Man kam mit Laternen und Fackeln und allen möglichen Gewaffen und
verwunderte sich über die Art, in welcher die Mühle des Meisters Bodenhagen
die Weihnachten hatte feiern müssen. Drei Leichen und fünf mehr oder weniger
schwere Verwundete ließen die Marodeurs vor der Mühle zurück, und einen
toten Raubvogel hob man im Hausgange auf. Die männlichen Bewohner der
Mühle bluteten sämtlich, doch nur aus leichten Wunden, bis leider auf den
tapferen Korporal Jochen Brand, den man am Rande der Innerste unter dem
Gartenzaun bewußtlos in seinem Blute liegend fand. Ein Messerstoß hatte ihn in
die Seite getroffen über der rechten Hüfte, und er kam nur noch einmal zum
Bewußtsein, und zwar am folgenden Morgen, als in Dorf und Stadt die Glocken
zur Weihnachtsfrühkirche läuteten und das Singen durch die Christenwelt anhub:
dies est laetitiae, oder zu deutsch: der Tag, der ist so freudenreich, wie es seit
vielen, vielen hundert Jahren gesungen wird in den Kirchen.
Da sprach der Korporal mit schwacher Stimme zu dem jungen Müller:
„Lebe wohl, adjes, Musketier Bodenhagen; du hast deine Sache gut gemacht,
und ich habe meine Lust an dir gehabt. Halte dich fernerhin gut und halte dein
lieb Weib gut. Es war die Radebreckersche; — es war — unsere Doris, mit der
ich mich auf dem Eise zerrte! Sie ist immer so gut gewesen wie ihr Wort; aber
den Stoß hab’ ich doch eigentlich nicht von ihr verdient, denn ich war der
einzige von allen Gästen der Buschmühle, der’s gut mit ihr meinte — besser als
nach ihren Meriten. Wer kann aber wider das wilde Wasser, und wo sollte die
arme Kreatur hin aus dem Turm in Wildemann? Ich bin zu dir und deiner Liese gekommen, aber für sie war keine Zuflucht als die Lagerkameradschaft, der
Krieg mit der Welt bis aufs Messer und was dran hängt an dem Kriege! Adjes,
Albrecht, ich mache mir nichts draus, und ich glaube, sie macht sich auch nichts
draus, daß es zu Ende ist.“
Der Müller weinte, und als dann die Müllerin in die Kammer kam, weinte sie
gleichfalls, und beide mit vollem Rechte.
„Adjes, Frau Liese,“ sagte der Korporal noch schwächer als zuvor. „Vor der
Innerste braucht Sie keine Furcht mehr zu haben, junge Frau; sie hat ihr schwarz
Huhn. Aber mit meiner Gevatterschaft ist’s auch nichts; — es war kurios, aber
ich habe mich die letzten Tage über gar nicht mehr drauf gefreut. Gott helf’ Euch
durch die Zeit; — König Fritzen geht’s auch hart — vivat Fridericus! Durch
kommt er doch, und Friede wird auch; — ich habe den meinigen heute schon
versiegelt und bin ganz im Reinen. Ein unnützer invalider Vagabond war ich
doch, und der beste Kamerad wäre auf die Länge meiner überdrüssig geworden.“
Durch sein Schluchzen wollte der Müller dem Sterbenden noch ein Wort
dreinreden in sein letztes Wort; doch es ist immer ein bedenklich Ding, das
Dreinreden in ein letztes Wort.
Wie gesagt, auch diese Mühle an der Innerste steht heute nicht mehr; aber es
haben nach dem Meister Albrecht noch zwei Bodenhagen drauf gesessen. Erst
seit dem Jahre 1803, als die Franzosen unter Mortier im Hannoverschen waren,
ist sie allgemach nahrungslos geworden und endlich um das Jahr 1820
abgebrochen. Die Innerste ist reguliert worden wie die Ihme und die Leine; sie
hat zwar auch jetzt noch ihre Nücken und Tücken und verlangt dann und wann
wohl ein Lebendiges zum Fraß; aber daß sie danach schreie, glaubt heute kein
Mensch mehr.
Anmerkungen zur Transkription
Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Fremdsprachige Textstellen, die im Original in Antiqua gesetzt sind, wurden in einem anderen Schriftstil markiert.
Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
... aus dem er auch vielleicht augfestiegen sein konnte, zurücksank. ...
... aus dem er auch vielleicht aufgestiegen sein konnte, zurücksank. ...
... an den Hut und rief von neuem über die Innerste. ...
... an den Hut und rief von neuem über die Innerste: ...
... ihr kein Quartier? Hunger, Durst und einen zerschlagenen ...
... Ihr kein Quartier? Hunger, Durst und einen zerschlagenen ...
... gemacht zu haben, und mit der Menge muß es ...
... gemacht zu haben, und mit der Menage muß es ...
Sie haben Die Innerste zu Ende gelesen
Wilhelm Raabe
Bücher wie dieses
Hinweis von Project Gutenberg
End of the Project Gutenberg EBook of Die Innerste, by Wilhelm Raabe
*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE INNERSTE ***
***** This file should be named 50445-h.htm or 50445-h.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in:
http://www.gutenberg.org/5/0/4/4/50445/
Produced by Norbert H. Langkau, Jana Srna, Jens Sadowski, and the Online Distributed Proofreading Team at
http://www.pgdp.net
Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed.
Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright law means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, performances and research. They may be modified and printed and given away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial redistribution.
START: FULL LICENSE
THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License available with this file or online at www.gutenberg.org/license.
Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works
1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.
1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is unprotected by copyright law in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.
1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:
This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.
1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that
* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has agreed to donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days following each date on which you prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm License. You must require such a user to return or destroy all copies of the works possessed in a physical medium and discontinue all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm works.
* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the electronic work is discovered and reported to you within 90 days of receipt of the work.
* You comply with all other terms of this agreement for free distribution of Project Gutenberg-tm works.
1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
1.F.
1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread works not protected by U.S. copyright law in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.
1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.
1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.
1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.
Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact
For additional contact information:
Dr. Gregory B. Newby
Chief Executive and Director
gbnewby@pglaf.org
Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit www.gutenberg.org/donate
While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.
International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For forty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
Most people start at our Web site which has the main PG search facility: www.gutenberg.org
This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.