Die Majoratsherren
Jedermann
Die alte Vasthi habe ihm darauf erklärt, daß er ihre Schwelle nie betreten, an
ihre Stieftochter nicht denken solle; aber Esther habe laut versichert, daß sie
gerade jetzt ihre Zusage erfüllen wolle, den Unglücklichen zu heiraten, weil er
ihrer bedürfe, sonst hätte sie wegen ihrer Kränklichkeit das Verlöbnis aufgelöst.
Darüber sei eine schreckliche Wut der Mutter Vasthi ausgebrochen, die kaum durch das Zwischentreten der ältesten Nachbarn beschwichtigt worden sei.
Jedermann gebe ihr laut schuld, daß sie nicht aus Vorsorge für die Stieftochter,
sondern aus Verlangen, sie zu beerben, weil sie sehr kränklich, die Heirat zu
hindern suche.
So war nun ein Mittel der Ausgleichung, wenn er selbst, der Majoratsherr, die
verstoßene Esther geheiratet hätte, fast verloren, und seine Neigung schien ihm
jetzt sträflich. Er sah Esther, die bleich und erstarrt wie eine Tote auf ihrem Sofa
lag, während der Verlobte, ein jammervoller Mensch, ihr seine unglücklichen
Begebenheiten erzählte. Es wurde Licht angezündet; sie schien sich zu erholen,
tröstete ihn, versprach ihm ihren Handel zu überlassen, wenn sie verheiratet
wären, aber er dürfe dann nie ihr Zimmer betreten. Er beschwor alle
Bedingungen, die sie ihm machen wolle, wenn sie ihn aus dem Elend reißen und
vor dem Zorn der grausamen Vasthi bewahren wolle. „Sie ist der Würgengel, der
Todesengel,“ sagte er, „ich weiß es gewiß; sie wird abends gerufen, daß die toten
Leute nicht über Nacht im Hause bleiben müssen, und saugt ihnen den Atem
aus, daß sie sich nicht lange quälen und den Ihren zur Last fallen. Ich hab’s
gesehen, als sie von meiner Mutter fortschlich, und als ich ans Bette kam, war
sie tot; ich hab es gehört von meinem Schwager, es darf nur keiner davon reden.
Es ist eine Sache der Milde, aber ich scheue mich davor.“
Esther suchte es ihm auszureden, endlich sagte sie: „Bedenk Er sich wohl!
Wenn Er sich allzusehr vor ihr fürchtet, so heirate Er mich nicht. Mir ist es
einerlei, ich tue es nur, um Ihn aus dem Elend zu retten; das bedenk Er sich und
geh Er und laß Er mich allein.“ Der Verlobte ging. Kaum war er fort, so stand
Esther mit Mühe auf, erschrak, als sie sich im Spiegel erblickte, und rang die
Hände.
Der Majoratsherr beschaute den schmalen Raum, der sie trennte; er glaubte sie
trösten zu müssen. Aber ehe er entschlossen, ob er sich einem kühnen Sprunge
hingeben oder durch ein Brett beide Fenster in aller Sicherheit vereinigen
könnte, hörte er, wie alle Abende, einen Schuß, und es überfiel der gesellige
Wahnsinn die schöne Esther schon wieder. Sie schlüpfte mit Eile in ein kurzes
Ballkleid und warf darüber einen feuerfarbenen Maskenmantel, nahm auch eine
Maske vor, und so erwartete sie die übrigen Masken zu dem Balle. Es ging wie
am vorigen Tage, nur viel wilder. Groteske Verkleidungen, Teufel,
Schornsteinfeger, Ritter, große Hähne schnarrten und schrien in allen Sprachen,
er sah die Gestalten, sowie ihre Stimme sie belebte. Sie war schlagend witzig
gegen alle Angriffe, die sie sich selbst machte, und scheute in diesen Spottreden
keine ihrer Schwächen, die sie je gehabt hatte; aber sie wußte auch von allem die
beste Seite zu zeigen. Nur einer Maske wußte sie nichts zu antworten, die ihr
vorwarf, so nahe ihrer Hochzeit solchen Leichtsinn zu treiben. „Nennen Sie
dieses Almosen, das ich dem armen Jungen reiche, keine Hochzeit. Ich bin
verlassen; der Majoratsherr wird sich immerdar zu lange in Unschlüssigkeit
bedenken, ehe er etwas für mich tut, meine Pulse schlagen bald die letzte Stunde,
kurz David tanzte vor der Bundeslade, und ich tanze dem höheren Bunde
entgegen.“ Bei diesen Worten ergriff sie die Maske und raste einen schnellen
Walzer, welchem Beispiel die anderen Masken folgten, während ihr Mund mit
seltener Fertigkeit Violinen, Bässe, Hoboen und Waldhörner tanzend
nachzuahmen wußte.
Kaum war dieser allgemeine Tanz beendet, so wurde sie angefleht, die
Fandango zu tanzen. Sie warf die Maske und auch das Ballkleid von sich, ergriff
die Kastagnetten und tanzte mit einer Zierlichkeit den zierlichsten Tanz, daß dem
Majoratsherrn alle anderen Gedanken in Wonne des Anschauens untergingen.
Als ihr nun alle für diese Kunst ihren Dank zollten und sie nur mit Mühe wieder
zu Atem kam, sah sie mit Schrecken einen kleinen Mann eintreten, den auch der Majoratsherr, sobald sie ihn genannt, in einer sehr abgetragenen Maske die
Herren begrüßen sah. „Gott, das ist mein armer Bräutigam,“ sagte sie, „der will
mit seinen Kunststücken Geld verdienen.“ Diese armselige Maske trug einen
kleinen Tisch und Stuhl auf dem Rücken, empfahl seine Kunststücke, ließ einen
Teller umhergehen, um für sich einzusammeln, und eröffnete den Schauplatz mit
sehr geschickten Kartenkünsten; dann brachte er Becher, Ringe, Beutel, Leuchter
und ähnliche Schnurrpfeifereien vor, mit denen er das größte Entzücken in der
ganzen Gesellschaft erregte. Zuletzt sprang er in einem leichten, weißen Anzuge,
doch wieder maskiert, wie eine Seele aus dem schmutzigen Maskenmantel
heraus und versicherte, mit seinem Körper seltsame Kunststücke machen zu
wollen, legte sich auf den Bauch und drehte sich wie ein angestochener Käfer
umher. Aber Esther faßte einen so gräßlichen Widerwillen gegen ihn in dieser
Verzerrung, daß sie mit zugehaltenen Augen in Krämpfen auf ihr Bett stürzte. Im
Augenblicke waren dem Majoratsherrn alle Gestalten verschwunden; er sah die
Geliebte, die Unterdrückte im schrecklichsten Leiden verlassen; er beschloß, zu
ihr zu eilen. Er sprang die Treppe hinunter; aber er fehlte die Tür und trat in ein
Zimmer, das er nie betreten. Und ihm und seiner Laterne entgegen drängten sich
ungeheure gefiederte Gestalten, denen rote Nasen wie Nachtmützen über die
Schnäbel hingen. Er flieht zurück und steigt zum Dache empor, indem er sein
Zimmer sucht.
Er blickt umher in dem Raume, und still umsitzen ihn heilige Gestalten,
fromme Symbole, weiße Tauben; und das Gefühl, wie er zwischen Himmel und
Hölle wohne, und die Sehnsucht nach dem himmlischen Frieden, dessen
Sinnbilder ihn umgaben, stillte wie Öl die Sturmeswellen, die ihn durchbebten,
und eine Ahnung, daß er ihm nahe, daß es seiner auf Erden nicht mehr bedürfe,
drängte seine aufglimmende Tätigkeit für Esther wieder zurück.
Doch diesem höheren Traum stellte sich die Wirklichkeit mit spitzer Nachtmütze, einem bunten Band darum gebunden, eine Brille auf der roten
Nase, einen japanischen, bunten Schlafrock am Leibe, mit bloßem Schwerte
entgegen; natürlich der Vetter, der, von dem Geräusch im Hause erwacht, den
Majoratsherrn mit den Worten begrüßte: „Sind Sie es, lieber Vetter, oder Ihr
Geist?“ — „Mein Geist,“ antwortete der Majoratsherr verlegen, „denn kaum
weiß ich, wie ich hier unter die Engel versetzt bin.“ — „Kommen Sie in Ihr
Zimmer zurück,“ entgegnete der Vetter, „sonst verlassen die Tauben ihre Eier;
meine Puthähne unten wollen sich ohnehin nicht zufrieden geben, Sie waren
gewiß auch dort, ich konnte mir dieses Treppensteigen, den Lärm bei den Tieren
nicht anders erklären, als daß ein Dieb von der Judengasse eingestiegen sei. Nun
ist es mir nur lieb, daß Sie es sind. Vielleicht etwas mondsüchtig, lieber Vetter?
Das weiß ich zu kurieren.“ — Unter solchen Gesprächen führte er den
Majoratsherrn in sein Zimmer zurück. Dieser aber faßte den Entschluß, dem
Vetter zu erzählen, daß er Esther in Krämpfen ganz verlassen aus seinem Fenster
gesehen habe, und daß er in der Eil’, ihr zu Hilfe zu kommen, die Türen verfehlt
habe. — „Welch ein Glück,“ rief der Vetter, „denn wenn die Türe der Gasse
offen gewesen, Sie wären nicht ohne Unglück oder Schimpf hinausgekommen.“
— Der Majoratsherr war an das Fenster gegangen und sagte: „Sie scheint jetzt
zu schlummern, der schreckliche Anfall ist vorüber.“
Der Leutnant erzählte aber weiter: „Vor einem Jahre hätten Sie die Esther
sehen sollen, da war sie schön; da kam der Sohn eines Regimentskameraden
vom Lande hieher unter die Dragoner. Er war das einzige Gut der Mutter,
seitdem der Vater in einem Scharmützel geblieben; denn die sind oft gefährlicher als die großen Schlachten. Ich sah es, wie sie ihm das letzte Hemde zu seiner
Equipierung nähte; sie dachte nicht, daß es sein Sterbehemde werden sollte.
Aber der Mensch war unbesonnen, ich sah es ihm gleich beim Reiten an: er
wollte immer Kunststücke auf den Straßen machen und dachte nicht daran, daß
da Leute neben ihm gingen. Genug, der verliebt sich in die schöne Esther, und
sie in ihn, und mein junger Herr will abends zu ihr schleichen, und wie die
armen Juden außer ihrer Gasse mißhandelt werden, so meinen sie die Christen
drinnen auch mißhandeln zu können, und fallen über ihn her, — besonders die
alte Vasthi, die hätte ihn fast erwürgt. Die Sache ward laut, die Offiziere wollten
nicht mit dem jungen Fähndrich weiter dienen. Er kam zu mir: was er tun sollte?
Ich sagte ihm: schießt Euch tot, weiter ist nichts zu tun. Und der Mensch nimmt
das Wort buchstäblich und schießt sich tot. Da hatte ich Mühe, es der Mutter auf
gute Art beizubringen. Die Esther aber bekommt seitdem abends um die Zeit, wo
er sich erschossen, einen Eindruck, als ob ein Pistolenschuß in der Nähe fiele, —
andre hören es nicht, — und dann ein Anfall von Reden, Tanzen, daß kein
Mensch aus ihr klug wird; und die andern im Hause lassen sie allein und scheuen
sich vor ihr!“ — Entsetzt von dem kaltblütigen Vortrage rief der Majoratsherr:
„Welche Klüfte trennen die arme Menschheit, die sich immer nach Vereinigung
liebend sehnt! Wie hoch muß ihre Bestimmung sein, daß sie solcher Fundamente
bedarf, daß solche Opfer von der ewigen Liebe gefordert werden, solche
Zeichen, — die, mehr als Wunder, die Wahrheit der heiligen Geschichte
bewähren? O, sie sind alle wahr, die heiligen Geschichten aller Völker!“ —
Nach einer Pause fragte er: „Ist denn die Vasthi wirklich der Würgengel? Die
Leute sagen, daß sie den Sterbenden den Todesdruck gebe.“ — „Wenn das der
Fall ist,“ sagte der Vetter, „so ist es Milde, daß sie nicht lebend begraben werden,
weil ein törichtes Gesetz gebietet, die Toten nach dreien Stunden aus dem Hause
zu schaffen.“ Es habe ihm ein Arzt versichert, daß er deswegen einem, der an
Krämpfen gelitten, schwören mußte, bei ihm zu bleiben, daß er nicht erstickt
würde, wenn man ihn für tot hielte. Und da sah er, wie die Verwandten ihn
verlegen bereden wollten, fortzugehen, der Tote sei tot; aber er blieb und rettete
das Leben des Erstarrten, der ihm noch lange dankte. Da sollte die Obrigkeit ein
Einsehen haben und das frühe Beerdigen verbieten. „Aber lassen Sie uns von
angenehmeren Dingen reden,“ fuhr der Vetter fort. „Ich habe Ihnen vielen Dank
zu sagen, Sie haben mein Glück gemacht. Meine vortreffliche Herzens- und
Hofdame fühlt eine so gütige, mütterliche Zärtlichkeit gegen Sie, daß sie mir die
seit dreißig Jahren versagte Hand reichen will, insofern ich Sie verpflichten
kann, als ein geliebter Sohn in ihrer Nähe zu bleiben und unser nahendes Alter
zu unterstützen. Da Sie nun, lieber Vetter, Ihr ganzes äußeres Dasein mit der
Verwaltung des Majorats mir übertragen haben, ich auch aus der näheren Kenntnis der Verhandlungen ersehe, daß Sie viel zu abstrakt in Ihren Studien
sind, um Ihrem Vermögen selbst vorstehen zu können, so habe ich, gleichsam als
Ihr natürlicher Vormund, Ihr Wort dazu gegeben.“
Der Majoratsherr fühlte sich in den Willen des Vetters ebenso hingegeben, wie
Esther in den Willen der Vasthi; er kam ihm auch vor wie ein Würgengel, und er
konnte sich denken, daß er ihm ebenso gleichgültig wie dem jungen Dragoner
die Pistole reichen würde, wenn er das Geheimnis des Majorats erführe. Der
Majoratsherr liebte aber sein Leben wie alle Kranke und Leidende, und es schien
ihm ein milder Ausweg, den die Hofdame ersonnen, ihn durch diese Heirat als
Sohn dem Hause dergestalt zu verknüpfen, daß bei der Unwahrscheinlichkeit, in
ihrem Alter noch andre Kinder zu bekommen, er allein die Aussicht und der
Mittelpunkt aller Hoffnungen beider werden müßte. So fand er sich gezwungen,
dem Vetter zur Heirat Glück zu wünschen und ihm seine kindliche Ergebenheit
gegen die Hofdame zu versichern; auch versprach er ihm, künftig mit ihm im
Majoratshause zu wohnen, Gesellschaften zu sehen und am Hofe sein Glück zu
suchen. Dann las ihm der Vetter einige wohlgereimte Gedichte vor, in denen er
dieses Glück besungen hatte, und empfahl sich erst spät dem schlaftrunkenen
Majoratsherrn, der heimlich allen Versen abgeschworen, seitdem er die edle
Reimkunst mit so fataler nichtiger Fertigkeit hatte handhaben hören. Und doch
konnte er es nicht lassen, einige Reime bis zum Verzweifeln sich zu
wiederholen, und wußte auch nicht, wo er sie gehört hatte, doch meinte er
damals, als er die alte Vasthi hinter der Bildsäule belauerte.
Es war eine alte Jüdin,
Ein grimmig gelbes Weib;
Sie hat eine schöne Tochter
Ihr Haar war schön geflochten
Mit Perlen, soviel sie mochte,
Zu ihrem Hochzeitskleid.
„Ach liebste, liebste Mutter,
Wie tut mirs Herz so weh; —
In meinem geblümten Kleide
Ach laß mich eine Weile
Spazieren auf grüner Heide,
Bis an die blaue See.
Gut Nacht! Gut Nacht, Herzmutter,
Du siehst mich nimmermehr;
Zum Meere will ich laufen,
Und sollt ich auch ersaufen,
Es muß mich heute taufen;
Es stürmet gar zu sehr!“
Spät entschlafen unter diesen wiederkehrenden Reimen, wurde er erst gegen Abend durch den Pistolenschuß erweckt, der sich zur gewohnten Stunde hören
ließ. Fast zugleich trat die alte, gute Aufwärterin leise ein, und als sie ihn
wachend fand, fragte sie: ob er nicht der Judenhochzeit aus dem Hinterfenster
zusehen wolle. — „Wer wird verheiratet?“ fuhr er auf. — „Die schöne Esther,
mit dem armen Lump, der gestern zurückgekehrt ist.“ — Zum Glück war der
Majoratsherr unausgekleidet auf seinem Sofa eingeschlafen, denn Zeit konnte er
nicht verlieren, mit solcher Heftigkeit sprang er nach den hinteren Fenstern des
Hauses, aus denen er den Begräbnisort mit den wilden Tieren gesehen hatte.
Lange Häuserschatten und zwischendurch strahlende Abendlichter streiften über
den grünen Platz neben dem Begräbnisort, der mit einem schrecklichen Gewirre
schmutziger Kinder eingehegt war. Die Art der Musik, welche jetzt anhub,
erinnerte an das Morgenland, auch der reichgestickte Baldachin, der von vier
Knaben vorausgetragen wurde. Ebenso fremdartig waren alle Zeichen der
Lustigkeit unter den Zuschauern, welche Nachtigallen und Wachteln künstlich
nachahmten, einander zwickten und Gesichter schnitten, und endlich, zum Teil
mit künstlichen Sprüngen, den Bräutigam begrüßten, der wie ein
Schornsteinfeger ein schwarzes Tuch um den Kopf trug und mit einer Zahl
befreundeter Männer eintrat. Und welche Ungeduld, wie viele seltsame Einfälle
unter den Leuten, als die Braut länger als erlaubt auf sich warten ließ. Aber
endlich kam händeringend ein Weib und schrie unbarmherzig: „Esther ist tot!“
Die Musik der Zimbeln und kleinen Pauken schwieg, die Knaben ließen den
Thronhimmel fallen, der wilde Stier brüllte schrecklich oder wurde jetzt erst
gehört. Der Majoratsherr allein, während alles lief zu schauen, blieb erstarrt in
seiner Fensterecke liegen, bis die Tauben heimkehrend es mit lautem Flügel
umflogen, und die Aufwärterin sagte: „Ach Gott! da haben sie wieder eine
mitgebracht; wer weiß, welchem armen Menschen sie gehört hat, und wieviele
sich darum grämen!“ — „Sie ists,“ rief der Majoratsherr, „die himmlische Taube,
und ich werde nicht lange um sie weinen!“ Er ging auf sein Zimmer zurück und
wagte es nach ihrem Fenster hinzublicken. Schon waren alle aus ihrem Zimmer
entflohen, aus Furcht der Einwirkung eines Toten. Der Verlobte zerriß sein Kleid
vor dem Hause und überließ sich allen Rasereien des Schmerzes, während die
Ältesten von der Beerdigung redeten. Sie lag auf ihrem Bette. Der Kopf hing
herab, und die Haarflechten rollten aufgelöst zum Boden. Ein Topf mit
blühenden Zweigen aller Art stand neben ihr und ein Becher mit Wasser, aus
dem sie wohl die letzte Kühlung im heißen Lebenskampfe mochte empfangen
haben. — „Wohin seid ihr nun entrückt,“ rief er nun zum Himmel, „ihr
himmlischen Gestalten, die ahnend sie umgaben? Wo bist du, schöner
Todesengel, Abbild meiner Mutter! So ist der Glaube nur ein zweifelhaft
Schauen zwischen Schlaf und Wachen, ein Morgennebel, der das schmerzliche Licht zerstreut! Wo ist die geflügelte Seele, der ich mich einst in reinster
Umgebung zu nahen hoffte? Und wenn ich mir alles abstreite, wer legt Zeugnis
ab für jene höhere Welt? Die Männer vor dem Hause reden vom Begräbnis, und
dann ist alles abgetan. Immer dunkler wird ihr Zimmer, die geliebten Züge
verschwinden darin.“
Während er in tränenlosem Wahnsinn so vor sich hinredete, trat die alte Vasthi
mit einer Diebeslaterne in das Zimmer, öffnete einen Schrank und nahm einige
Beutel heraus, die sie in ihre lange Seitentasche steckte. Dann nahm sie den
Brautschmuck der Erstarrten vom Kopfe und maß mit einem Bande ihre Länge,
wohl nicht zu einem Kleide, sondern zur Auswahl des Sarges. Und nun setzte sie
sich auf das Bett, und es schien, als ob sie bete. Und der Majoratsherr vergab ihr
den Diebstahl für dies Gebet und betete mit ihr. Und wie sie gebetet hatte, zogen
sich alle Züge ihres Antlitzes in lauter Schatten zusammen, wie die
ausgeschnittenen Kartengesichter, welche, einem Lichte entgegengestellt, mit
dem durchscheinenden Lichte ein menschliches Bild darstellen, das sie doch
selbst nicht zu erkennen geben: sie erschien nicht wie ein menschliches Wesen,
sondern wie ein Geier, der, lange von Gottes Sonne gnädig beschienen, mit der
gesammelten Glut auf eine Taube niederstößt.
So setzte sie sich wie ein Alpdruck auf die Brust der armen Esther und legte
ihre Hände an ihren Hals. Der Majoratsherr meinte einige Bewegungen am
Kopf, an Händen und Füßen der schönen Esther zu sehen; aber Wille und
Entschluß lagen ihm wie immer fern, der Anblick ergriff ihn, daß er es nicht
meinte überleben zu können. „Der grimmige Geier, die arme Taube!“ — Und
wie Esther das Ringen aufgab und ihre Arme über den Kopf ausstreckte, da
erlosch das Licht, und aus der Tiefe des Zimmers erschienen mit mildem Gruße
die Gestalten der ersten reinen Schöpfung, Adam und Eva, unter dem
verhängnisvollen Baume und blickten tröstend zu der Sterbenden aus dem
Frühlingshimmel des wiedergewonnenen Paradieses, während der Todesengel zu
ihrem Haupte mit traurigem Antlitz in einem Kleide voll Augen mit glänzendem, gesenktem Flammenschwerte lauerte, den letzten, bittern Tropfen ihren Lippen
einzuflößen. So saß der Engel wartend, tiefsinnig, wie ein Erfinder am Schlusse
seiner mühevollen Arbeit. Aber Esther sprach mit gebrochener Stimme zu Adam
und Eva: „Euretwegen muß ich so viel leiden!“ — Und jene erwiderten: „Wir
taten nur eine Sünde, und hast du auch nur eine getan?“ — Da seufzte Esther,
und wie sich ihr Mund öffnete, fiel der bittre Tropfen von dem Schwerte des
Todesengels in ihren Mund, und mit Unruhe lief ihr Geist durch alle Glieder
getrieben und nahm Abschied von dem schmerzlich geliebten Aufenthaltsorte.
Der Todesengel wusch aber die Spitze seines Schwertes in dem offenen
Wasserbecher vor dem Bette ab und steckte es in die Scheide und empfing dann
die geflügelte, lauschende Seele von den Lippen der schönen Esther, ihr feines
Ebenbild. Und die Seele stellte sich auf die Zehen in seine Hand und faltete die
Hände zum Himmel, und so entschwanden beide, als ob das Haus ihrem Fluge
kein Hindernis sei, und es erschien überall durch den Bau dieser Welt eine
höhere, welche den Sinnen nur in der Phantasie erkenntlich wird: in der
Phantasie, die zwischen beiden Welten als Vermittlerin steht und immer neu den
toten Stoff der Umhüllung zu lebender Gestaltung vergeistigt, indem sie das
Höhere verkörpert. Die alte Vasthi schien aber von all der Herrlichkeit nichts zu
erkennen und zu sehen; ihre Augen waren abgewandt, und als sich der
Todeskampf gestillt hatte, nahm sie noch einigen Schmuck zu sich und hob das
Bild von Adam und Eva von der Wand und schleppte es auch mit fort.
Erst jetzt fiel dem Majoratsherrn ein, daß etwas Wirkliches auch für diese
Welt an allem dem sein könne, was er gesehen, und mit dem Schrei: „Um Gottes
Gnade willen, die Alte hat sie erwürgt,“ sprang er, seiner selbst unbewußt, auf
das Fenster und glücklich hinüber in das offene Fenster der Esther. Sein Schrei
hatte die Totengräber und den Verlobten ins Haus gerufen. Sie kamen in das
Zimmer, wo sie den Majoratsherrn, den keiner kannte, beschäftigt fanden, der
armen Esther Leben einzuhauchen. Aber vergebens. Mit Mühe sagte er ihnen,
was er gesehen, wie Vasthi sie erwürgt habe. Der Verlobte rief: „Es ist gewißlich
wahr, ich sah sie hinaufschleichen und sah sie herunterschleichen, aber ich
fürchtete mich vor ihr!“ Die Totenbegleiter verwiesen ihm aber solche
frevelhafte Gedanken, der Fremde sei ein Rasender, vielleicht ein Dieb, der
solche Lügen ersonnen, um sich der Strafe zu entziehen. Da ergriff der
Majoratsherr den Becher mit Wasser und sprach: „So gewiß der Tod in diesem
Wasser sein Schwert gewaschen und es tödlich vergiftet hat, so gewiß hat Vasthi
die arme Esther vor meinen Augen erwürgt!“ — Bei diesen Worten trank er den
Becher aus und sank am Bette nieder. — Alle sahen an dem Glanze seiner
Augen, an der Bleichheit seiner Lippen, daß ihm sehr wehe sei, und sie hörten
seinen gebrochenen Reden zu. „Sie würgte an ihr schon manches Jahr,“ sagte er, „und Esther starb in einem Abbilde ihres Lebens, das mit seinem eiteln Schmuck
noch in dem Tode die Raubgier der Alten und vergebliche Liebe in mir regte. Sie
ist dem Himmel ihres Glaubens nicht entzogen, sie hat ihn gefunden, und auch
ich werde meinen Himmel, die Ruhe und Unbeweglichkeit des ewigen Blaus
finden, das mich aufnimmt in seiner Unendlichkeit, sein jüngstes Kind, wie seine
Erstgeborenen, alle in gleicher Seligkeit!“
Bald wurden seine Worte undeutlicher, und er bewegte kaum noch die Lippen.
Und die Juden alle sagten, daß das Wasser in einem Sterbezimmer gefährlich
und selbst öfter als tödlich erfunden sei bei gewaltsamen Todesfällen. Sie trugen
ihn in das Haus des Leutnants und erzählten, was er ihnen von den Ereignissen
berichtet hätte. Dieser versicherte ihnen, der Sterbende sei schon lange sehr
kränklich gewesen, und rief eben den Arzt in das Haus, den der Majoratsherr
zuerst erblickt hatte, wie der Tod auf seinem Wagen gesessen und die beiden
Rosse, Hunger und Schmerz, gelenkt habe. Dieser zuckte die Achseln, machte
Versuche mit Stechen und Brennen und einigen heftigen Mitteln; aber er konnte
die Ruhe des Unglücklichen nicht mehr stören, sondern beschleunigte nur seinen
Tod.
Noch am Abend nahm der Leutnant Besitz von dem Majoratshause und
schlief seine erste selige Nacht in dem Prachtbette des Hauses. Seine glänzende
Bedienung, sein Geschmack in der Pracht zeigte sich zur allgemeinen
Bewunderung bei dem Leichenbegängnisse des Majoratsherrn. Er gab mehrere
große Mittagessen, und es verging keine Woche und jedermann war erstaunt, wie
dem Manne Unrecht geschehen. Viele rühmten seinen echt praktischen Verstand,
wie er sich durch alle Not des Lebens durchgearbeitet habe; andre erinnerten
sich jetzt, wie viele Proben seines Mutes er im Kriege gegeben; einige verehrten
sogar seine Gedichte und erboten sich, sie herauszugeben. Bald trat er nach
seinem Dienstalter in die Armee ein und reichte als General der alten Hofdame
seine Hand, nachdem er durch die glückliche Erfindungsgabe jenes Arztes von
seiner roten Nase kuriert war.
Dem Hochzeitstage zu Ehren wurde alles Geflügel geschlachtet, das er im
kleinen Hause so lange verpflegt hatte. Die hohen Herrschaften beehrten ihn
selbst mit ihrer Gegenwart, und jedermann rühmte die Fröhlichkeit und die
Pracht dieses Festes.
Um so unruhiger war die Nacht. Die Ärzte behaupteten, der Vetter habe sich
im Weine übernommen; die Leute im Hause aber berichteten, die Hofdame habe
im zu Bette gehen ein emailliertes Riechfläschchen zerbrochen, worin der Geist
ihres erstochenen Freundes eingeschlossen gewesen. Dieser Geist habe ihr Bett
gegen ihn mit dem Degen verteidigt, und beide hätten die ganze Nacht
gefochten, bis endlich der Herr ermüdet sich vor ihm zurückgezogen. Die
Hofdame verhöhnte ihn am Morgen als einen törichten Geisterseher, und als er
ihr im Zorne antwortete, drohte sie die Geschichte zu seinem Schimpfe am Hofe bekannt zu machen. Zu ihren Füßen flehte er, daß sie schweigen möchte, und sie
versprach es unter der Bedingung, daß er sie in keiner ihrer Launen stören wolle.
So mußte er es ruhig dulden, daß die Hunde der Frau, als diese die
Wappensammlung besehen und offen stehen lassen, mit den kostbarsten Wappen
spielten und sie im Spiel zerbissen. Auch mit der Ordnung seiner Zeit hatte es
ein Ende, denn die Frau verstellte und verdrehte ihm alle Uhren, wenn die
Hunde zum Mittagessen früher eine Lust bezeigten. Auch hatte er zum
Spazierengehen nun so wenig Zeit übrig, seit ihm die Frau eine gewisse Anzahl
junger Hühnerhunde und Hetzhunde zum Abrichten übergeben hatte. Die gute
alte Ursula wagte es, zuzureden, ihn zum Widerstand aufzumuntern; aber er
fürchtete schon bei dem bloßen Gedanken, daß sie in der nächsten Nacht den
Geist aus dem emaillierten Riechfläschchen loslassen möchte, und jagte sie aus
seinem Dienste; er trug die physische Angst in seinem Herzen, wie ein
gebissener Hahn, der einmal vor seinem Gegner flüchtig geworden ist.
Die Frau kannte diese schwache Seite und trieb ihn mit dieser Furcht aus allen
guten Zimmern des großen Hauses auf ein Bodenzimmer, um ihre neuen
Kolonien von Hunderassen aller Art in den Prachtzimmern wohl unterzubringen.
Ungeachtet seiner Ehrenstellen wagte er sich unter solchen beschämenden
Umständen nicht in die Welt, die sich der Frau wegen der allmählich verbreiteten
Geschichte ihrer heimlichen Niederkunft und des Kindertausches ohnehin
verschloß. Um so ungestörter gab sie sich ihrer Liebhaberei zu Tieren aller Art
und gestattete niemand den Eintritt in das Innere ihres Hauses. Neugierige Leute
lauerten wohl abends vor dem Fenster, wenn sie durch die Ritzen der
Fensterladen die Kronleuchter hell brennen sahen, und kletterten auch wohl
hinan, um etwas von diesem seltsamen Feste zu ersehen. Sie erzählten dann, daß
sie unzählige Hunde und Katzen an großen wohlbedeckten Tischen hätten tafeln
sehen, und wie der Herr General hinter dem Stuhle des Lieblingshundes mit
einem Teller unter dem Arme aufgewartet habe, während sie alle mit den
artigsten französischen Worten zum Essen überredet habe. Sie erzählten, wie sie als einen artigen Einfall belacht habe, als ein paar Hunde die schmutzigen Pfoten
an dem großen Wappen des Majoratsdamastgedeckes abgewischt hätten,
während der Teller des Eheherrn hinter dem Stuhle des Hundes vom Zittern des
unterdrückten Zornes an den Uniformknöpfen den hellsten Triller geschlagen
habe. „Wir sind jetzt alle bei recht guter Laune“, hatte sie da befragt gesagt,
„lesen Sie uns Ihr Gedicht auf den Namenstag meines Kartusch vor!“ Als der
Horcher bei diesen Worten laut auflachte, brachte dies dem ganzen Feste eine
Störung. Die Frau schalt, die Hunde bellten, der General schickte seine Leute
hinaus. Alle Zuschauer flüchteten, und am anderen Tage wurde das Haus mit
einem hohen, eisernen Gitter umgeben, so daß niemand mehr diesen
Heimlichkeiten zusehen konnte.
Mit diesem Gitter schließen sich auch, zufällig oder historisch, je nachdem
man es ansehen will, die Nachrichten von den Majoratsherren. Die Stadt hatte
während des Revolutionskrieges sehr bald Gelegenheit, andere Leutnants und
Generale zu beobachten. Es war eine so unruhige Zeit, daß die alten Leute gar
nicht mehr mitkommen konnten und deswegen unbemerkt abstarben.
So erging es wenigstens dem Majoratsherrn, seiner Frau und ihren Hunden
nach einigen heftigen Auftritten, in denen einer der fremden Offiziere, der eine
bessere Hausordnung zu stiften sich berufen glaubte, die Hunde auf gewaltsame
Weise aus dem Staatszimmer hetzte und den alten Majoratsherrn in seine Rechte
auf die Hausherrschaft wieder einzusetzen strebte. Bald darauf kam die Stadt
unter die Herrschaft der Fremden; die Lehnsmajorate wurden aufgehoben, die
Juden aus der engen Gasse befreit, der Kontinent aber wie ein überwiesener
Verbrecher eingesperrt. Da gab es viel heimlichen Handelsverkehr auf Schleichwegen, und Vasthi soll ihre Zeit so wohl benutzt haben, daß sie das
ausgestorbene Majoratshaus durch Gunst der neuen Regierung zur Anlegung
einer Salmiakfabrik für eine Kleinigkeit erkaufte, welche durch den Verkauf
einiger darin übernommenen Bilder völlig wiedererstattet war. So erhielt das
Majoratshaus eine den Nachbarn zwar unangenehme, aber doch sehr nützliche
Bestimmung, und es trat der Kredit an die Stelle des Lehnrechtes.
Achim von Arnim’s „Die Majoratsherren“ mit
den Zeichnungen von Alfred Kubin wurde im
Auftrage des Avalun-Verlages, Wien, neunzehnhundertzweiundzwanzig bei Jakob Hegner in Hellerau bei Dresden in Jean-Paul-
Fraktur auf Bütten gedruckt.
Anmerkungen zur Transkription
Die folgenden Fehler wurden wie hier aufgeführt korrigiert (vorher/nachher):
... in ununsern ...
... in unsern ...
... von den Grausamen zurück, der sie mit kannibalischer Begierde ansieht. ...
... von dem Grausamen zurück, der sie mit kannibalischer Begierde ansieht. ...
... beschwichtigt worden sei. Jederman gebe ihr laut schuld, daß ...
... beschwichtigt worden sei. Jedermann gebe ihr laut schuld, daß ...
Sie haben Die Majoratsherren zu Ende gelesen
Achim von Arnim
Bücher wie dieses
Hinweis von Project Gutenberg
End of the Project Gutenberg EBook of Die Majoratsherren, by Achim von Arnim
*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE MAJORATSHERREN ***
***** This file should be named 50833-h.htm or 50833-h.zip ***** This and all associated files of various formats will be found in:
http://www.gutenberg.org/5/0/8/3/50833/
Produced by Jens Sadowski
Updated editions will replace the previous one--the old editions will be renamed.
Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright law means that no one owns a United States copyright in these works, so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United States without permission and without paying copyright royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive specific permission. If you do not charge anything for copies of this eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports, performances and research. They may be modified and printed and given away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the trademark license, especially commercial redistribution.
START: FULL LICENSE
THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK
To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free distribution of electronic works, by using or distributing this work (or any other work associated in any way with the phrase "Project Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project Gutenberg-tm License available with this file or online at www.gutenberg.org/license.
Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm electronic works
1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to and accept all the terms of this license and intellectual property (trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.
1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be used on or associated in any way with an electronic work by people who agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works even without complying with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic works. See paragraph 1.E below.
1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual works in the collection are in the public domain in the United States. If an individual work is unprotected by copyright law in the United States and you are located in the United States, we do not claim a right to prevent you from copying, distributing, performing, displaying or creating derivative works based on the work as long as all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily comply with the terms of this agreement by keeping this work in the same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.
1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern what you can do with this work. Copyright laws in most countries are in a constant state of change. If you are outside the United States, check the laws of your country in addition to the terms of this agreement before downloading, copying, displaying, performing, distributing or creating derivative works based on this work or any other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no representations concerning the copyright status of any work in any country outside the United States.
1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:
1.E.1. The following sentence, with active links to, or other immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed, copied or distributed:
This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you'll have to check the laws of the country where you are located before using this ebook.
1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not contain a notice indicating that it is posted with permission of the copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in the United States without paying any fees or charges. If you are redistributing or providing access to a work with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.
1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted with the permission of the copyright holder, your use and distribution must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the permission of the copyright holder found at the beginning of this work.
1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm License terms from this work, or any files containing a part of this work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.
1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic work, or any part of this electronic work, without prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with active links or immediate access to the full terms of the Project Gutenberg-tm License.
1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary, compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any word processing or hypertext form. However, if you provide access to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.
1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying, performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.
1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided that
* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has agreed to donate royalties under this paragraph to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid within 60 days following each date on which you prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty payments should be clearly marked as such and sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."
* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm License. You must require such a user to return or destroy all copies of the works possessed in a physical medium and discontinue all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm works.
* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the electronic work is discovered and reported to you within 90 days of receipt of the work.
* You comply with all other terms of this agreement for free distribution of Project Gutenberg-tm works.
1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.
1.F.
1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread works not protected by U.S. copyright law in creating the Project Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic works, and the medium on which they may be stored, may contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by your equipment.
1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all liability to you for damages, costs and expenses, including legal fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH DAMAGE.
1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a written explanation to the person you received the work from. If you received the work on a physical medium, you must return the medium with your written explanation. The person or entity that provided you with the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a refund. If you received the work electronically, the person or entity providing it to you may choose to give you a second opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If the second copy is also defective, you may demand a refund in writing without further opportunities to fix the problem.
1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.
1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or unenforceability of any provision of this agreement shall not void the remaining provisions.
1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance with this agreement, and any volunteers associated with the production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works, harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees, that arise directly or indirectly from any of the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.
Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm
Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of electronic works in formats readable by the widest variety of computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks of life.
Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will remain freely available for generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation information page at www.gutenberg.org
Section 3. Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit 501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by U.S. federal laws and your state's laws.
The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its volunteers and employees are scattered throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to date contact information can be found at the Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact
For additional contact information:
Dr. Gregory B. Newby
Chief Executive and Director
gbnewby@pglaf.org
Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide spread public support and donations to carry out its mission of increasing the number of public domain and licensed works that can be freely distributed in machine readable form accessible by the widest array of equipment including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.
The Foundation is committed to complying with the laws regulating charities and charitable donations in all 50 states of the United States. Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these requirements. We do not solicit donations in locations where we have not received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any particular state visit www.gutenberg.org/donate
While we cannot and do not solicit contributions from states where we have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us with offers to donate.
International donations are gratefully accepted, but we cannot make any statements concerning tax treatment of donations received from outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.
Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including checks, online payments and credit card donations. To donate, please visit: www.gutenberg.org/donate
Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.
Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be freely shared with anyone. For forty years, he produced and distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.
Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper edition.
Most people start at our Web site which has the main PG search facility: www.gutenberg.org This Web site includes information about Project Gutenberg-tm, including how to make donations to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.