
Ein Brudermord
Es ist erwiesen, dass der Mord auf folgende Weise erfolgte: Schmar, der Mörder, stellt sich gegen neun Uhr abends in mondklarer Nacht an jener Straßenecke auf, wo Wese, das Opfer, aus der Gasse seines Büros in die Gasse einbiegen muss, in der er wohnt. Nur in ein dünnes blaues Kleid gehüllt, fühlt Schmar keine Kälte, immerfort in Bewegung, sein halb Bajonett, halb Küchenmesser fest im Griff; er betrachtet die Klinge gegen das Mondlicht, hieb damit gegen die Backsteine, dass es Funken gibt. Der Private Pallas beobachtet alles aus seinem Fenster im zweiten Stock, kopfschüttelnd, und fünf Häuser weiter sieht Frau Wese nach ihrem ungewöhnlich lange zögernden Mann aus. Endlich ertönt die Türglocke vor Weses Büro, und Wese tritt, nur durch das Glockenzeichen angekündigt, aus dem Haus; Schmar kniet nieder und drückt Gesicht und Hände gegen die Steine, wo alles friert, glüht er.






