
Die Tote
Als am Ende des Sees der Zug hielt, stieg Leo Cromer aus, ohne die Gedanken an die gehabte Beratung abzubrechen, ging im Mondlicht um den Bahnhofsschuppen herum und betrat den dunklen Baumgang. Einmal erhob er den Kopf; hinter den Stämmen lag das Wasser weiß wie Gewebe des Lichts, die Ufer schienen unwirklich, und er atmete die verborgene Wärme, das tiefe Alleinsein seines eigenen Grundes. Als die flimmernde Treppe seines Hauses vor ihm aufstieg, sah er plötzlich, wie sich eine Falte bewegte und sich ein Fuß aus ihr neigte, und fragte sich erschrocken, ob er nun Gesichte habe, ob er nicht eben glücklich sei, dass gerade sie sich ihm zeige. Sie habe wohl gebüßt, sagte er sich, doch ein Wesen wie sie sterbe aus Zorn, der eigenen Selbstachtung zuliebe, nicht für ihn, und er habe ihr nichts zu danken, nichts zu bereuen, während er auf der Terrasse noch einmal innehielt und in die breiten Sternenströme des Augusthimmels hinaufsah.






