
Die Poggenpuhls
Die verwitwete Frau Majorin von Poggenpuhl lebt mit ihren drei Töchtern Therese, Sophie und Manon seit sieben Jahren in einem noch mauerfeuchten Neubau der Berliner Großgörschenstraße, einem Eckhaus, das dem ehemaligen Maurerpolier und jetzigen Rentier August Nottebohm gehört. Gewählt wurde die Wohnung wegen ihrer wundervollen Aussicht: vorne auf die Grabdenkmäler und Erdbegräbnisse des Matthäikirchhofs, hinten auf die Reklame von Schulzes Bonbonfabrik. Der aus armer Predigerfamilie stammenden, geborenen Pütter gefällt beides, die Aussicht nach vorn, weil sie gern vom Sterben spricht, und die nach hinten, weil sie an Husten leidet und von Gerstenbonbons lebt. Von den wahren Vorzügen der Wohnung, ihrer Billigkeit und Nottebohms altem Versprechen, dass die Miete nie gesteigert werden würde, erzählt die Familie jedem Besuch.






