
Marie Duchatel
Welchen Hofstaat bringt unsre Königin mit, so beginnt die Ballade: Sie bringt mit ihre vier Marien von Frankreich her, unter denen die jüngste und schönste Marie Duchatel heißt. Als Marie Duchatel ans Ufer springt, mit fliegendem Haar, sieht der König nur sie und keine der anderen, und auch als sie in den Bügel und aus dem Sattel springt und zur Kirche schreitet, sieht er viel mehr sie als die Königin selbst; schon nach drei Wochen singt man im Land, was alle Mädchen am Hofe gegen Marie Duchatel seien, und nach drei Monden, man könne ohne sie gar nicht mehr sein. Heimlich pflückt sie vom Klosterbaum und ringt die Hände wund, während das Leben unter ihrem Herzen von Stunde zu Stunde lebendiger wird, bis sie eines Nachts mit ihrem Kind zum Strand schleicht und ihm flüsternd befiehlt, zu schwimmen oder zu sinken.






