Geschichten vom lieben Gott
Das Märchen von den Händen Gottes
N eulich, am Morgen, begegnete mir die Frau Nachbarin. Wir begrüßten uns. »Was für ein Herbst!« sagte sie nach einer Pause und blickte nach dem
Himmel auf. Ich tat desgleichen. Der Morgen war allerdings sehr klar und
köstlich für Oktober. Plötzlich fiel mir etwas ein: »Was für ein Herbst!« rief ich
und schwenkte ein wenig mit den Händen. Und die Frau Nachbarin nickte
beifällig. Ich sah ihr so einen Augenblick zu. Ihr gutes gesundes Gesicht ging so
lieb auf und nieder. Es war recht hell, nur um die Lippen und an den Schläfen
waren kleine schattige Falten. Woher sie das haben mag? Und da fragte ich ganz
unversehens: »Und Ihre kleinen Mädchen?« Die Falten in ihrem Gesicht
verschwanden eine Sekunde, zogen sich aber gleich, noch dunkler, zusammen.
»Gesund sind sie, Gott sei Dank, aber –«; die Frau Nachbarin setzte sich in
Bewegung, und ich schritt jetzt an ihrer Linken, wie es sich gehört. »Wissen Sie,
sie sind jetzt beide in dem Alter, die Kinder, wo sie den ganzen Tag fragen. Was,
den ganzen Tag, bis in die gerechte Nacht hinein.« »Ja,« murmelte ich, – »es gibt
eine Zeit …« Sie aber ließ sich nicht stören: »Und nicht etwa: Wohin geht diese
Pferdebahn? Wieviel Sterne gibt es? Und ist zehntausend mehr als viel? Noch
ganz andere Sachen! Zum Beispiel: Spricht der liebe Gott auch chinesisch? und:
Wie sieht der liebe Gott aus? Immer alles vom lieben Gott! Darüber weiß man
doch nicht Bescheid –.« »Nein, allerdings,« stimmte ich bei, »man hat da
gewisse Vermutungen …« »Oder von den Händen vom lieben Gott, was soll
man da –«
Ich schaute der Nachbarin in die Augen: »Erlauben Sie,« sagte ich recht
höflich, »Sie sagten zuletzt die Hände vom lieben Gott – nicht wahr?« Die
Nachbarin nickte. Ich glaube, sie war ein wenig erstaunt. »Ja« – beeilte ich mich
anzufügen, – »von den Händen ist mir allerdings einiges bekannt. Zufällig« –
bemerkte ich rasch, als ich ihre Augen rund werden sah – »ganz zufällig – ich habe – – – nun,« schloß ich mit ziemlicher Entschiedenheit, »ich will Ihnen
erzählen, was ich weiß. Wenn Sie einen Augenblick Zeit haben, ich begleite Sie
bis zu Ihrem Hause, das wird gerade reichen.«
»Gerne,« sagte sie, als ich sie endlich zu Worte kommen ließ, immer noch
erstaunt, »aber wollen Sie nicht vielleicht den Kindern selbst?…« »Ich den
Kindern selbst erzählen? Nein, liebe Frau, das geht nicht, das geht auf keinen
Fall. Sehen Sie, ich werde gleich verlegen, wenn ich mit den Kindern sprechen
muß. Das ist an sich nicht schlimm. Aber die Kinder könnten meine Verwirrung
dahin deuten, daß ich mich lügen fühle … Und da mir sehr viel an der
Wahrhaftigkeit meiner Geschichte liegt – Sie können es den Kindern ja
wiedererzählen; Sie treffen es ja gewiß auch viel besser. Sie werden es
verknüpfen und ausschmücken, ich werde nur die einfachen Tatsachen in der
kürzesten Form berichten. Ja?« »Gut, gut,« machte die Nachbarin zerstreut.
Ich dachte nach: »Im Anfang …« aber ich unterbrach mich sofort. »Ich kann
bei Ihnen, Frau Nachbarin, ja manches als bekannt voraussetzen, was ich den
Kindern erst erzählen müßte. Zum Beispiel die Schöpfung …« Es entstand eine
ziemliche Pause. Dann: »Ja – – und am siebenten Tage …« die Stimme der guten
Frau war hoch und spitzig. »Halt!« machte ich, »wir wollen doch auch der
früheren Tage gedenken; denn gerade um diese handelt es sich. Also der liebe
Gott begann, wie bekannt, seine Arbeit, indem er die Erde machte, diese vom
Wasser unterschied und Licht befahl. Dann formte er in bewundernswerter
Geschwindigkeit die Dinge, ich meine die großen wirklichen Dinge, als da sind:
Felsen, Gebirge, einen Baum und nach diesem Muster viele Bäume.« Ich hörte
hier schon eine Weile lang Schritte hinter uns, die uns nicht überholten und auch
nicht zurückblieben. Das störte mich, und ich verwickelte mich in der
Schöpfungsgeschichte, als ich folgendermaßen fortfuhr: »Man kann sich diese
schnelle und erfolgreiche Tätigkeit nur begreiflich machen, wenn man annimmt,
daß eben nach langem, tiefem Nachdenken alles in seinem Kopfe ganz fertig
war, ehe er …« Da endlich waren die Schritte neben uns, und eine nicht gerade
angenehme Stimme klebte an uns: »O, Sie sprechen wohl von Herrn Schmidt,
verzeihen Sie …« Ich sah ärgerlich nach der Hinzugekommenen, die Frau
Nachbarin aber geriet in große Verlegenheit: »Hm,« hustete sie, »nein – das
heißt – ja, – wir sprachen gerade, gewissermaßen –.« »Was für ein Herbst,« sagte
auf einmal die andere Frau, als ob nichts geschehen wäre, und ihr rotes, kleines
Gesicht glänzte. »Ja« – hörte ich meine Nachbarin antworten: »Sie haben recht,
Frau Hüpfer, ein selten schöner Herbst!« Dann trennten sich die Frauen. Frau
Hüpfer kicherte noch: »Und grüßen Sie mir die Kinderchen.« Meine gute Nachbarin achtete nicht mehr darauf; sie war doch neugierig, meine Geschichte
zu erfahren. Ich aber behauptete mit unbegreiflicher Härte: »Ja, jetzt weiß ich
nicht mehr, wo wir stehengeblieben sind.« »Sie sagten eben etwas von seinem
Kopfe, das heißt –« die Frau Nachbarin wurde ganz rot.
Sie tat mir aufrichtig leid, und so erzählte ich schnell: »Ja sehen Sie also,
solange nur die Dinge gemacht waren, hatte der liebe Gott nicht notwendig,
beständig auf die Erde herunterzuschauen. Es konnte sich ja nichts dort begeben.
Der Wind ging allerdings schon über die Berge, welche den Wolken, die er
schon seit lange kannte, so ähnlich waren, aber den Wipfeln der Bäume wich er
noch mit einem gewissen Mißtrauen aus. Und das war dem lieben Gott sehr
recht. Die Dinge hat er sozusagen im Schlafe gemacht; allein schon bei den
Tieren fing die Arbeit an, ihm interessant zu werden; er neigte sich darüber und
zog nur selten die breiten Brauen hoch, um einen Blick auf die Erde zu werfen.
Er vergaß sie vollends, als er den Menschen formte. Ich weiß nicht, bei welchem
komplizierten Teil des Körpers er gerade angelangt war, als es um ihn rauschte
von Flügeln. Ein Engel eilte vorüber und sang: ›Der du alles siehst …‹
Der liebe Gott erschrak. Er hatte den Engel in Sünde gebracht, denn eben
hatte dieser eine Lüge gesungen. Rasch schaute Gottvater hinunter. Und freilich,
da hatte sich schon irgend etwas ereignet, was kaum gutzumachen war. Ein
kleiner Vogel irrte, als ob er Angst hätte, über die Erde hin und her, und der liebe
Gott war nicht imstande, ihm heimzuhelfen, denn er hatte nicht gesehen, aus
welchem Walde das arme Tier gekommen war. Er wurde ganz ärgerlich und
sagte: ›Die Vögel haben sitzenzubleiben, wo ich sie hingesetzt habe.‹ Aber er
erinnerte sich, daß er ihnen auf Fürbitte der Engel Flügel verliehen hatte, damit
es auch auf Erden so etwas wie Engel gäbe, und dieser Umstand machte ihn nur
noch verdrießlicher. Nun ist gegen solche Zustände des Gemütes nichts so
heilsam wie Arbeit. Und mit dem Bau des Menschen beschäftigt, wurde Gott
auch rasch wieder froh. Er hatte die Augen der Engel wie Spiegel vor sich, maß
darin seine eigenen Züge und bildete langsam und vorsichtig an einer Kugel auf
seinem Schoße das erste Gesicht. Die Stirne war ihm gelungen. Viel schwerer
wurde es ihm, die beiden Nasenlöcher symmetrisch zu machen. Er bückte sich
immer mehr darüber, bis es wieder wehte über ihm; er schaute auf. Derselbe
Engel umkreiste ihn; man hörte diesmal keine Hymne, denn in seiner Lüge war
dem Knaben die Stimme erloschen, aber an seinem Mund erkannte Gott, daß er
immer noch sang: ›Der du alles siehst.‹ Zugleich trat der heilige Nikolaus, der
bei Gott in besonderer Achtung steht, an ihn heran und sagte durch seinen
großen Bart hindurch: ›Deine Löwen sitzen ruhig, sie sind recht hochmütige Geschöpfe, das muß ich sagen! Aber ein kleiner Hund läuft ganz am Rande der
Erde herum, ein Terrier, siehst du, er wird gleich hinunterfallen.‹ Und wirklich
merkte der liebe Gott etwas Heiteres, Weißes, wie ein kleines Licht hin und her
tanzen in der Gegend von Skandinavien, wo es schon so furchtbar rund ist. Und
er wurde recht bös und warf dem heiligen Nikolaus vor, wenn ihm seine Löwen
nicht recht seien, so solle er versuchen, auch welche zu machen. Worauf der
heilige Nikolaus aus dem Himmel ging und die Türe zuschlug, daß ein Stern
herunterfiel, gerade dem Terrier auf den Kopf. Jetzt war das Unglück
vollständig, und der liebe Gott mußte sich eingestehen, daß er ganz allein an
allem schuld sei, und beschloß, nicht mehr den Blick von der Erde zu rühren.
Und so geschah's. Er überließ seinen Händen, welche ja auch weise sind, die
Arbeit, und obwohl er recht neugierig war, zu erfahren, wie der Mensch wohl
aussehen mochte, starrte er unablässig auf die Erde hinab, auf welcher sich jetzt,
wie zum Trotz, nicht ein Blättchen regen wollte. Um doch wenigstens eine
kleine Freude zu haben nach aller Plage, hatte er seinen Händen befohlen, ihm
den Menschen erst zu zeigen, ehe sie ihn dem Leben ausliefern würden.
Wiederholt fragte er, wie Kinder, wenn sie Verstecken spielen: ›Schon?‹ Aber er
hörte als Antwort das Kneten seiner Hände und wartete. Es erschien ihm sehr
lange. Da auf einmal sah er etwas durch den Raum fallen, dunkel und in der
Richtung, als ob es aus seiner Nähe käme. Von einer bösen Ahnung erfüllt, rief
er seine Hände. Sie erschienen ganz von Lehm befleckt, heiß und zitternd. ›Wo
ist der Mensch?‹ schrie er sie an. Da fuhr die Rechte auf die Linke los: ›Du hast
ihn losgelassen!‹ ›Bitte,‹ sagte die Linke gereizt, ›du wolltest ja alles allein
machen, mich ließest du ja überhaupt gar nicht mitreden.‹ ›Du hättest ihn eben
halten müssen!‹ Und die Rechte holte aus. Dann aber besann sie sich, und beide
Hände sagten einander überholend: ›Er war so ungeduldig, der Mensch. Er
wollte immer schon leben. Wir können beide nichts dafür, gewiß, wir sind beide
unschuldig.‹
Der liebe Gott aber war ernstlich böse. Er drängte beide Hände fort; denn sie
verstellten ihm die Aussicht über die Erde: ›Ich kenne euch nicht mehr, macht,
was ihr wollt.‹ Das versuchten die Hände auch seither, aber sie können nur
beginnen, was sie auch tun. Ohne Gott gibt es keine Vollendung. Und da sind sie
es endlich müde geworden. Jetzt knien sie den ganzen Tag und tun Buße, so
erzählt man wenigstens. Uns aber erscheint es, als ob Gott ruhte, weil er auf
seine Hände böse ist. Es ist immer noch siebenter Tag.«
Ich schwieg einen Augenblick. Das benützte die Frau Nachbarin sehr
vernünftig: »Und Sie glauben, daß nie wieder eine Versöhnung zustande kommt?« »O doch,« sagte ich, »ich hoffe es wenigstens.«
»Und wann sollte das sein?«
»Nun, bis Gott wissen wird, wie der Mensch, den die Hände gegen seinen
Willen losgelassen haben, aussieht.«
Die Frau Nachbarin dachte nach, dann lachte sie: »Aber dazu hätte er doch
bloß heruntersehen müssen …« »Verzeihen Sie,« sagte ich artig, »Ihre
Bemerkung zeugt von Scharfsinn, aber meine Geschichte ist noch nicht zu Ende.
Also, als die Hände beiseitegetreten waren und Gott die Erde wieder
überschaute, da war eben wieder eine Minute, oder sagen wir ein Jahrtausend,
was ja bekanntlich dasselbe ist, vergangen. Statt eines Menschen gab es schon
eine Million. Aber sie waren alle schon in Kleidern. Und da die Mode damals
gerade sehr häßlich war und auch die Gesichter arg entstellte, so bekam Gott
einen ganz falschen und (ich will es nicht verhehlen) sehr schlechten Begriff von
den Menschen.« »Hm,« machte die Nachbarin und wollte etwas bemerken. Ich
beachtete es nicht, sondern schloß mit starker Betonung: »Und darum ist es
dringend notwendig, daß Gott erfährt, wie der Mensch wirklich ist. Freuen wir
uns, daß es solche gibt, die es ihm sagen …« Die Frau Nachbarin freute sich
noch nicht: »Und wer sollte das sein, bitte?« »Einfach die Kinder und dann und
wann auch diejenigen Leute, welche malen, Gedichte schreiben, bauen …«
»Was denn bauen, Kirchen?« »Ja, und auch sonst, überhaupt …«
Die Frau Nachbarin schüttelte langsam den Kopf. Manches erschien ihr doch
recht verwunderlich. Wir waren schon über ihr Haus hinausgegangen und
kehrten jetzt langsam um. Plötzlich wurde sie sehr lustig und lachte: »Aber, was
für ein Unsinn, Gott ist doch auch allwissend. Er hätte ja genau wissen müssen,
woher zum Beispiel der kleine Vogel gekommen ist.« Sie sah mich
triumphierend an. Ich war ein bißchen verwirrt, ich muß gestehen. Aber als ich
mich gefaßt hatte, gelang es mir, ein überaus ernstes Gesicht zu machen: »Liebe
Frau,« belehrte ich sie, »das ist eigentlich eine Geschichte für sich. Damit Sie
aber nicht glauben, das sei nur eine Ausrede von mir (sie verwahrte sich nun
natürlich heftig dagegen), will ich Ihnen in Kürze sagen: Gott hat alle
Eigenschaften, natürlich. Aber ehe er in die Lage kam, sie auf die Welt –
gleichsam – anzuwenden, erschienen sie ihm alle wie eine einzige große Kraft.
Ich weiß nicht, ob ich mich deutlich ausdrücke. Aber angesichts der Dinge
spezialisierten sich seine Fähigkeiten und wurden bis zu einem gewissen Grade:
Pflichten. Er hatte Mühe, sich alle zu merken. Es gibt eben Konflikte.
(Nebenbei: das alles sage ich nur Ihnen, und Sie müssen es den Kindern
keineswegs wiedererzählen.)« »Wo denken Sie hin,« beteuerte meine Zuhörerin.
»Sehen Sie, wäre ein Engel vorübergeflogen, singend: ›Der du alles weißt‹,
so wäre alles gut geworden …«
»Und diese Geschichte wäre überflüssig?«
»Gewiß,« bestätigte ich. Und ich wollte mich verabschieden. »Aber wissen
Sie das alles auch ganz bestimmt?« »Ich weiß es ganz bestimmt,« erwiderte ich
fast feierlich. »Da werde ich den Kindern heute zu erzählen haben!« »Ich würde
es gerne anhören dürfen. Leben Sie wohl.« »Leben Sie wohl,« antwortete sie.
Dann kehrte sie nochmals zurück: »Aber weshalb ist gerade dieser Engel …«
»Frau Nachbarin,« sagte ich, indem ich sie unterbrach, »ich merke jetzt, daß Ihre
beiden lieben Mädchen gar nicht deshalb soviel fragen, weil sie Kinder sind –«
»Sondern?« fragte meine Nachbarin neugierig. »Nun, die Ärzte sagen, es gibt
gewisse Vererbungen …« Meine Frau Nachbarin drohte mir mit dem Finger.
Aber wir schieden dennoch als gute Freunde.
A ls ich meiner lieben Nachbarin später (übrigens nach ziemlich langer Pause) wieder einmal begegnete, war sie nicht allein, und ich konnte nicht
erfahren, ob sie ihren Mädchen meine Geschichte berichtet hätte und mit
welchem Erfolg. Über diesen Zweifel klärte mich ein Brief auf, welchen ich kurz
darauf empfing. Da ich von dem Absender desselben nicht die Erlaubnis erhalten
habe, ihn zu veröffentlichen, so muß ich mich darauf beschränken, zu erzählen,
wie er endete, woraus man ohne weiteres erkennen wird, von wem er stammte.
Er schloß mit den Worten: »Ich und noch fünf andere Kinder, nämlich, weil ich
mit dabei bin.«
Ich antwortete, gleich nach Empfang, folgendes: »Liebe Kinder, daß euch
das Märchen von den Händen vom lieben Gott gefallen hat, glaube ich gern; mir
gefällt es auch. Aber ich kann trotzdem nicht zu euch kommen. Seid nicht böse
deshalb. Wer weiß, ob ich euch gefiele. Ich habe keine schöne Nase, und wenn
sie, was bisweilen vorkommt, auch noch ein rotes Pickelchen an der Spitze hat,
so würdet ihr die ganze Zeit dieses Pünktchen anschauen und anstaunen und gar
nicht hören, was ich ein Stückchen tiefer unten sage. Auch würdet ihr
wahrscheinlich von diesem Pickelchen träumen. Das alles wäre mir gar nicht
recht. Ich schlage darum einen anderen Ausweg vor. Wir haben (auch außer der
Mutter) eine große Anzahl gemeinsamer Freunde und Bekannte, die nicht
Kinder sind. Ihr werdet schon erfahren, welche. Diesen werde ich von Zeit zu Zeit eine Geschichte erzählen, und ihr werdet sie von diesen Vermittlern immer
noch schöner empfangen, als ich sie zu gestalten vermöchte. Denn es sind gar
große Dichter unter diesen unseren Freunden. Ich werde euch nicht verraten,
wovon meine Geschichten handeln werden. Aber, weil euch nichts so sehr
beschäftigt und am Herzen liegt wie der liebe Gott, so werde ich an jeder
passenden Gelegenheit einfügen, was ich von ihm weiß. Sollte etwas davon
nicht richtig sein, so schreibt mir wieder einen schönen Brief, oder laßt es mir
durch die Mutter sagen. Denn es ist möglich, daß ich mich an mancher Stelle
irre, weil es schon so lange ist, seit ich die schönsten Geschichten erfahren habe,
und weil ich seither mir viele habe merken müssen, die nicht so schön sind. Das
kommt im Leben so mit. Trotzdem ist das Leben etwas ganz Prächtiges: auch
davon wird des öfteren in meinen Geschichten die Rede sein. Damit grüßt euch –
Ich, aber auch nur deshalb Einer, weil ich mit dabei bin.«