Goethes Briefe an Auguste zu Stolberg
Der achtzehnte Brief
Ihr Brief meine Beste hat mich beschämt, und mich meine Nachlässigkeit
verwünschen gemacht.
Zu Anfang des Jahrs redete ich mit der kleinen Schardt ab, Ihnen ein Portefeuille
zu mahlen und es zum Geburtstag zu schicken. Es stand lange gestickt in meiner
Stube und ich konnte nicht dazu kommen, daß endlich der 15te verstrich. Wäre
es fertig geworden so hätten Sie es den Tag drauf als Ihr Brief abgegangen war
erhalten. Nun hat es Frau v. Stein gemahlt, ist aber auch nicht glücklich gewesen
der Atlas floss, er war zu dünne, es ist eben kein Glück und Segen dabey.
Behalten Sie mich lieb, grüsen Sie die Brüder! alles Glück dem neuen Paare! Ich
bin wohl und noch immer in meinem Thale. Geniesen Sie des Lebens.
Weimar den 4. März 82.
Goethe.