Inspiration, Zeit zu leben
Initium Novum
Jill
„Jill, bist du soweit?", hörte ich meine Mutter von unten rufen. Ich packte noch die restlichen Sachen in meinen Koffer und lief die Treppen runter.
Ich sah mich noch einmal um und speicherte alles gut ab. Jede Erinnerung die an diesem Haus hing, wollte ich tief in meinem Gehirn abspeichern, damit sie nie verloren gehen. „Ja, mein Zimmer ist leer." Ich starrte das fast komplett leere Haus an. Bis auf ein paar Kartons und Koffer stand nichts mehr hier. „Und was ist mit deinem Bruder?" Ich zuckte nur mit den Schultern und hörte wie sie nach Ivo brüllte.
Nun musste ich mein geliebtes Haus verlassen, in dem ich meine gesammte Kindheit verbracht hatte. Es fiel mir schwer und ich habe schon einige Tränen vergossen. Ich erinnerte mich an viele schöne Momente, die ich in diesem Haus verbracht habe, aber gerade als ich an meinen Vater denken wollte, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. „Ivo, hast du alles gepackt?", fragte meine Mutter meinen verärgerten Bruder. „Ja Mutter!" Mit verschränkten Armen ging er auf die Haustür zu und solzierte mit seinen Koffern zum Wagen. Ich half meiner Mutter noch dabei, die restlichen Sachen zu verstauen und stieg dann ebenfalls in den Wagen ein. Ich musste mir vorne mit meinem Bruder den großen Sitz teilen, da wir mit einem Lastwagen fuhren.
Meine Mutter hatte ausgerechnet, dass wir ungefähr 3 Stunden brauchten bis wir in Phoenix ankamen und deswegen packte ich mir meinen IPod ein.
Ich zog ihn aus meiner Jackentasche und stültpe mir meine Kopfhörer über. Den Rest der Fahrt bekam ich glücklicher Weise nicht mit, da ich eingeschlafen war.
Meine Mutter weckte mich dann aufgeregt und zog mich hinter sich her. Als wir an der Tür ankamen, suchte sie hastig nach dem passenden Schlüssel. Sie schloss die Tür auf und stürmte hinein. „Na, wie gefällt es dir?" Ich zuckte mit den Schultern. „Ganz okay hier." Sie schaute mich skeptisch an. „Ganz okay? Es ist großartig" Schnaubend ging sie davon.
Unsere Möbel wurden schon gestern hergebracht und aufgestellt. Ich schaute mir alles ganz genau an und lief in jedes Zimmer. Das Haus war riesig und traf doch überraschend sehr meinen Geschmack. Besonders mein Zimmer gefiel mir gut. Es war sehr schön eingerichtet und in meinen Lieblingsfarben, schwarz und weiß, gehalten. Ich hatte meine eigene Etage sowie mein eigenes Badezimmer, einen großen geräumigen Balkon und ein zusätzliches Zimmer, dass als Schlafzimmer dienen sollte. Die oberste Etage gehörte meinem Bruder der ebenfalls ein Bad, ein Schlafzimmer und einen Balkon sein eigen nennen durfte. Der untere Bereich hatte sich als Wohnzimmer, Küche, Bad, Arbeitszimmer und Schlafzimmer herausgestellt. Als ich fertig mit der Besichtigung war, musste ich mir eingestehen, dass dieses Haus genau meinen Vorstellungen eines perfekten Hauses entsprach. Lobend legte ich meine Hand auf die Schulter meiner Mutter. Sie merkte sofort, dass mir das Haus gefiel. Mein Bruder schleppte freundlicher Weise meine Sachen in mein Zimmer, so dass ich sofort anfangen konnte mein Zeugs auszupacken.
Ich brauchte doch ziemlich lange dafür und war froh als ich fertig war.
Erschöpft ging ich die Treppen runter und roch schon das leckere Essen, dass meine Mutter gekocht hatte. Wir setzten uns alle an den Tisch, als Ivo sich endlich zu uns gesellte.
Wir redeten nicht viel wärend wir aßen.
Als ich fertig war, stellte ich mein Geschirr in die Spülmaschine, wünschte allen eine gute Nacht und verzog mich wieder in mein Zimmer.
Ich legte mich auf mein Sofa und betrachtete mein Zimmer. Es war wundervoll und ich fühlte mich sofort wohl. Ich schaute auf mein Smartphone. Es war schon 11 Uhr und ich merkte auch langsam wie müde ich eigentlich war. Ich ging zu meinem Schrank und suchte mir eine kurze Shorts und ein schlabbriges T-Shirt herraus. Damit lief ich dann in mein Badezimmer und unterzog mich der abendlichen Pflege. Angezogen ging ich dann direkt in mein Schlafzimmer und legte mich auf mein Bett.
Ich vermisste Yuma komischer Weise nicht einmal. Nichts dort war besser gewesen, als das was ich hier sah. Und als ich in meinen Gedanken versunken war, dauerte es auch nicht mehr lang bis ich seelenruhig einschlief.