Inspiration, Zeit zu leben

Annika B. · Kapitel 7 von 10

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Inspiration, Zeit zu leben

Accidit in puncto, quod non speratur in anno. ~Kaiser Ferdinand

Accidit in puncto, quod non speratur in anno.

~Kaiser Ferdinand

Jill

Ivo sah mich mit großen Augen an.

„Soll ich die Drei etwa mitnehmen?"

Ich musste lachen. „Nein, nur Alli. Die Jungs fahren mit dem Bus und kommen nach."

Er sah mich erleichtert an. Er hasste es fremde Menschen in seinem Auto mitnehmen zu müssen.

Wir brauchten ungefähr zwanzig Minuten zu mir und diese nutze Alli auch aus, um mich mit Vorschlägen voll zu plappern.

Als wir ankamen, schmiss Ivo uns genervt aus dem Wagen und parkte ihn in der Garage.

Ich ging mit Alli rein und hoffte meine Mutter wäre einkaufen. Gerade als ich in mein Zimmer wollte, wurden meine Hoffungen wie erwartet zerstört.

„Hallo, ich bin Patricia, Jillians Mom."

Sie streckte ihre Hand aus und Alli nahm nickend an. „Ich bin Alison, aber nennen sie mich doch bitte Alli." Meinte Mutter sah sie geschockt an. „Bitte, nenn mich Patty und lass uns bei einem Du verweilen, ich mag es nicht gesietzt zu werden." Alli nickte leicht und ich zog sie dann mit in mein Zimmer. Es sah irgendwie kahl aus, auch wenn es schön eingerichtet war. Das selbe war Alli ebenfalls aufgefallen.

„Wir müssen auf jeden Fall ein paar Bilder und Poster aufhängen! Wir machen am besten gleich welche mit Jas und Aaron, dann können wir sie ausdrucken wenn wir shoppen gehen und Poster können wir dann auch gleich mitnehmen!" Ich nickte. „Stört es dich wenn ich ein wenig Musik anmache? Dann können wir noch ein paar Dinge aufschreiben, die wir besorgen können, damit mein Zimmer nicht so steril wirkt, während wir auf die Jungs warten." Sie lächelte mich an und nickte. „Nein, ich höre gern Musik."

Noch eine Gemeinsamkeit. Ich mochte Alli immer mehr! Ich schloss meinen IPod an meine Anlage und ließ meine Lieblingsplaylist laufen.

„NEIN! Du hörst One Direction? Das kann nicht sein, ich liebe die Fünf!"

Ich strahlte, wir hatten so viel gemeinsam! „Na klar, ich liebe die Fünf auch!"

Sie klatschte in die Hände. „Dann weiß ich auch schon was für Poster wir kaufen!"

Ich nickte und drehte die Musik ein wenig lauter, als ''Best Song Ever'' lief.

„Ich steh voll auf den Song!" Ich sprang auf und bewegte mich, meiner Meinung nach, echt komisch zu der Musik und Alli tat es mir gleich.

Wir hatten noch ein paar Dinge auf einen Zettel geschrieben, die wir heute unbedingt machen oder kaufen wollten und tanzten weiter zu den Liedern, bis es klingelte.

Ich wollte meiner Mom zuvor kommen, war aber leider nicht schnell genug.

Gerade als ich runter kam, hatte sie Jasper und Aaron, schon mitten in ein Gespräch verwickelt.

„Mom, ich störe dich ja nur ungern, aber ich entführe die beiden dann mal nach Oben."

„Kein Thema, Herzchen." Wir gingen die Treppe hinauf, in mein Zimmer, wo Alli immer noch fröhlich herrum tanzte. „Hi Alli.", stießen Aaron und Jas heraus, als diese sich umdrehte und vor Schreck auf die Nase fiel.

„Alles okay?", wollte Aaron besorgt wissen. Ich glaube er mag sie mehr als er zugeben möchte. Im gegensatz zu Jasper, machte er sich nämlich große Sorgen um sie, obwohl Jas sie genau so lange wie ihn kannte. „Ja, ja alles gut, hallo ihr beiden." Sie hielt sich den Bauch damit sie nicht anfing los zu lachen und stand wieder auf. „Wie ich sehe habt ihr Kleidung dabei. Deine Eltern waren also doch noch da?"

Jasper schüttelte den Kopf. „Nein, meine Nachbarin Mary hatte meinen Schlüssel. Meine Mutter hat bemerkt, dass ich ihn auf der Theke vergessen habe und brachte ihn Mary, die dann einen Zettel an die Tür hing, auf dem stand das ich ihn abholen soll." So eine nette Nachbarin, dachte ich mir.

„Super dann können die Ferien ja nun beginnen." Alle drei nickten und irgendwie war ich froh, dass Alli mich gezwungen hatte mir andere Kleidung anzuziehen, bevor die Jungs kamen.

„Wollen wir?", fragte diese auch gleich.

„Na klar.", murmelte Jasper, während er meine Hand schnappte und mich mit zog.

Aaron tat es ihm gleich und schnappte sich Alli. Wir gingen zu einem grau-rotem Auto. Das musste wohl Jas gehören.

Er hielt mir die Beifahrertür auf und ich stieg ein. Alli und Aaron hatten es sich hinten bequem gemacht. Zu meiner Verwunderung, lag eine 1D CD auf dem Amaturenbrett. Er sah, dass ich diese anstarrte, machte den CD-Player an und Liam ertönte aus den Lautsprechern.

„Du hörst 1D?", hakte ich nach.

„Jetzt bezeichne mich nicht als schwul oder so, aber ja, ich UND Aaron hören 1D."

Ich lächelte und legte unbemerkt eine Hand auf sein Bein. „Ich finds cool, dann müssen wir uns wenigstens nicht darum streiten, welche Musik wir hören."

Er starrte gerade aus, auf die Straße, als wären seine Augen an die Straße gekettet.

Erst als ich bemerkte, dass ich eine Hand auf sein Bein gelegt hatte, wurde mir klar warum.

Schnell zog ich meine Hand weg und hörte ein Kichern von hinten. Ich drehte mich um und sah die beiden mit einem finsteren Blick an. Sofort hörten die Beiden auf und sahen sich lächelnd an. Da geht doch was!

Innerlich freute ich mich sehr für die beiden, was mich ebenfalls lächeln ließ.

„Wo soll es denn hin gehen?" Jasper schaute mich an, als er gerade an einer roten Ampel hielt.

„In den Park! Wir müssen dringend Bilder für Jill's Zimmer machen!" Ich nickte und Jas bog rechts ein, als die Ampel grün wurde.

Wir fuhren noch circa zehn Minuten, bis wir den Park erreichten und redeten über die verschiedensten Themen. Jas eilte um den Wagen herum um mir die Tür zu öffnen und gerade, als ich einen Fuß raus setzte und Jasper meine Hand ergriff, machte Alli ein Foto von Jasper und mir.

„Alli!", fauchte ich sie gespielt, empört an. Sie grinste nur und ich stieg aus.

Jasper hielt immer noch meine Hand, was mich verwunderte. Wir gingen einen kleinen Sandweg entlang, bis ich Rasen unter meinen Schuhen spürte.

„Es ist atemberaubend hier!" Jasper lächelte und drückte meine Hand etwas fester.

Ich hätte nicht gedacht, hier in Phoenix so einen schönen Park vorfinden zu können.

Ich sah kein ''Rauchen verboten-Schild'', also packte ich kurzer Hand meine Schachtel aus und zündete mir eine Zigarette an, um diese dann weiter an Alli zu reichen und mir eine neue anzuzünden. „Möchtet ihr auch eine?" Ich hielt Jas und Aaron die Schachtel hin. „Ja, gern.", sagten beide und langten nach einer Zigarette. Ich zog meine Jacke aus und breitete sie auf dem Rasen aus. Es war wirklich warm und bevor ich anfing zu schwitzen, zog ich sie lieber aus und machte mich auf ihr breit. Alli zog ihre ebenfalls aus und setzte sich drauf.

Sie hat ihre direkt neben meine gelegt und zückte auch schon ihre Kamera, um ein Bild von uns beiden zu machen. „Cheeeeese!", rief sie und wir grinsten beide in die Kamera. Alli sah sich das Bild an. „Ein tolles Bild!" „Und zwei wunderschöne Mädchen.", fügte Aaron noch dazu.

Wir saßen einige Zeit im Park und machten eine Mege Bilder, bis Alli dann auffiel, dass wir noch in die Stadt mussten, um sie auszudrucken und noch ein wenig zu shoppen. Ich stand auf und band mir meine Jacke um meine Taille.

Jasper nahm meine Hand und verschränkte unsere Finger ineinander.

Ich musste lächeln und schaute verlegen auf unsere Hände. Er grinste und wir liefen Hand in Hand zum Auto. Leider blieb es nicht unbemerkt und Alli kicherte die ganze Zeit. Als wir alle im Auto saßen, führ Jasper los. Hinten saßen Alli und Aaron, eng beieinander und kuschelten sogar fast.

Es wirkte so als wären sie verliebt, was mich wirklich sehr glücklich machte.

Jasper legte, dann plötzlich seine Hand auf meinen Oberschenkel und nahn sie auch nicht weg, es sei denn, er musste die Gänge wechseln.

Als wir im Parkhaus ankamen, sah ich wie Alli und Aaron sich hinten küssten.

Ich wollte das junge Glück ja wirklich nicht stören, aber wir mussten aussteigen.

„Ich möchte euch ja wirklich nicht stören.", fing Jasper an. „Aber wir müssen aussteigen, wenn wir noch ein paar Geschäfte abklappern wollen.", brachte ich den Satz zuende.

Er sah mich an und grinste. Ich weiß nicht wieso, aber ich musste verlegen wegschauen.

Die Beiden lösten sich und stiegen endlich aus.

Jasper

Ich sah Jill an und musste schlagartig grinsen. Sie schaute weg, als sie mein Grinsen erblickte und ich wusste nicht, ob es Einbildung war oder ob sie wirklich verlegen lächelte. Als Aaron sich und Alli nun endlich aus dem Wagen hiefen konnte, nahm ich Jills Hand und lief aus dem Parkhaus und wie auch nicht anders zu erwarten, tat Aaron das selbe mit Alli. Als wir aus dem Parkhaus kamen, standen wir in mitten der Fußgängerzone.

Ich erblickte einen Fotoautomaten und zog Jill mit in diesen. Ich stopfte etwas Geld hinein und wir machten ein paar Bilder. Bei dem letzten legte sie ihre Hände auf meine Augen und küsste mich auf meine Wange.

Ich wurde rot, was man mir, auf dem Bild, auch sichtlich ansah. Sie musste lachen und steckte noch etwas Geld hinein. Wir machten ein paar Fratzen und Posen und auf dem letzten, sahen wir uns an, hielten uns im Arm und waren nur eine Nasenspitze von einander entfernt.

Ich hatte das Verlangen sie zu küssen, doch ich ließ es bleiben um sie nicht aufzuregen.

Wir stiegen aus dem Automaten und sie erblickte Alli, vor einem Juwelier stehen.

Aaron versuchte sie verzweifelnd davon wegzuzerren, was ihm aber nicht gelang.

Diesmal war es Jill die nach meiner Hand griff und mich mit zum Juwelier zog.

Wir redeten, in der ganzen Zeit, kein einziges Wort miteinander. Ich sah diese Kette in dem Schaufenster liegen. Sie war golden mit einem kleinen rosanem Medalion.

Diesen konnte man, so wie es aussah, öffnen und im Innenleben ein Bild verstauen.

Ich zog sie mit in das Geschäft und bad die Verkäuferin, die gerade hinter dem Tresen hervor lugte, mir die Kette aus dem Schaufenster genauer zu zeigen.

Diese nickte und suchte, unter dem Tresen, wohl nach der Kette. Sie erhob sich und hatte eine wunderschöne Schatulle in der Hand, sie machte diese auf und gab mir die Kette. „Drehst du dich bitte um?", fragte ich Jill, die mich verdutzt anblickte. Sie drehte sich, dann doch widerwillig um und ich legte ihr, die Kette um den Hals.

„Wunderschön.", murmelte ich und nahm ihr die Kette wieder ab. „Was kostet sie?" Die Frau sah kurz auf das Etiket, was an der Schatulle haftete und machte es ab.

Ich sah drauf. 249 Dollar.

„Ich nehme sie."

„Bar oder mit Karte?" Ich zog meine Geldbörse aus meiner Hosentasche, nahm meine Karte herraus und gab sie der Verkäuferin.

„Karte." Diese nickte und zog meine Bankkarte durch einen Schlitz an der Kasse.

„Danke." Sie nickte. „Schönen Tag noch." Ich ging mit Jill zu den anderen und übergab ihr die Schatulle. „Das kann ich nicht annehmen!" Sie sah mich empört an. „Das musst du. Es ist ein Geschenk und Geschenke lehnt man nicht ab."

Sie starrte mich einfach nur an und nahm dann, wenn auch wirklich ungern, die Kette an. „Danke."

Sie wurde rot, was ihr unangenehm war. Ich nickte nur und vergrub meine Hände in ihren. „Gern."

Jill

Ich kann es nicht fassen.

Da kennt er mich gerade mal einen Tag und kauft mir eine Kette, die bestimmt sau teuer war.

Immer noch schockiert, ging ich mit den Dreien, die Straßen der Einkaufsmeile entlang.

Wir gingen mal hier und mal da rein, machten ein paar Bilder und kamen nun in einen Photoshop.

Alli übergab dem Verkäufer die Kamera, der uns darauf hinwies, dass es etwas dauern würde und wir uns hinsetzen sollten. Gerade als ich mich setzen wollte, klingelte mein Telefon. Vater.

„Tak?"

„Gdzie jesteś?"

Oh das hatte ich ja ganz und gar vergessen! Mein Vater war bestimmt schon auf dem Weg zu mir!

„Na drodze z przyjaciółmi."

„Co?"

„W sklepie z przyjaciółmi."

„Ah, dobrze, dobrze. Kiedy jesteś w domu?" „Nie wiem."", gab ich kleinlaut zurück „Agnieszka!"

„Przepraszam, tatuś. O dziesiątej."

„Dobrze, kochany. Na razie, kocham cié." Ich musste lächeln. „Cié tez, na razie." Ich legte auf und steckte mein Handy wieder in meine Hosentasche.

Aaron und Alli starrten mich verwirrt an. „Ist was?"

Aaron meldete sich zu Wort. „Was hast du da gesprochen? Und mit wem?"

„Oh, es tut mir Leid, dass war mein Vater und wir sprechen nur polnisch am Telefon und wenn wir allein oder mit der Familie sind." Sie sahen mich verwirrt an.

„Achso, du bist also Polin?", wollte Aaron nun von mir wissen. „Auch.", gab ich zur Antwort.

„Was soll das denn nun heißen?", warf Alli ein. Ich musste lachen. „Naja, ich bin wenn man es so sieht, Polin, Russin, Amerikanerin und Deutsche."

Die Beiden staunten nicht schlecht.

„Jesteś słodki kiedy mówisz polski." Ich starrte Jasper an. „Przeprasam?"

Er musste lachen. „Powiedziałem, jesteś słodki kiedy mówisz polski." Er spricht polnisch?

Oh Gott.

Ich wurde sofort wieder rot nachdem ich realisiert hatte was er da von sich gab.

„Dziękuję." Alli sah uns nun beide an, als wären wir gerade aus unserem Raumschiff gestiegen.

„Was hast du denn gerade gesagt?" Ich lächelte. „Also mein Vater fragte mich wo ich bin und ich sagte, dass ich mit Freunden in der Stadt wäre, shoppen. Dann fragte er mich, wann ich zuhause bin und ich dann wiederrum um Zehn, dann verarbschiedeten wir uns. Jasper sagte mir das ich süß bin, wenn ich polnisch rede und ich sagte danke."

Dieser nickte und sah auf, als der Verkäufer wieder kam. „Hier, eure Bilder."

„Danke, was bekommen sie?"

„40 Dollar." Ich zog meine Geldbörse raus und gab dem Mann was er wollte.

„Ich hab von jedem 3 Abzüge gemacht. Schönen Tag noch." „Danke, gleichfalls." Wir gingen aus dem Geschäft und ich sah auf die Uhr. 19:36. Mittlerweile hatten wir schon so viele Taschen in den Händen, dass wir sie kaum noch tragen konnten. „Wie wäre es wenn wir die Taschen ins Auto bringen und dann nochmal zum Park fahren und ein Eis essen?" Jasper war es glaub ich Leid die vielen Taschen noch durch die Gegend zu tragen. Wir nickten und gingen dann zum Auto.

Jasper und Aaron verstauten die Taschen im Kofferraum und Alli und ich zündeten uns eine Zigarrette an. Nachdem wir alle eine geraucht hatten, stiegen wir in den Wagen und fuhren los.