Inspiration, Zeit zu leben

Annika B. · Kapitel 5 von 10

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Inspiration, Zeit zu leben

Nova amicitia?

Jasper

Ich stieg wie sonst auch normal in den Bus, doch irgendwas war anders. Holly, die Busfahrerin, war so komisch. Sie lächelte sonst nie, wenn ich einstieg, aber heute grinste sie mich an und wünschte mir sogar einen guten Morgen.

Ich war verwirrt, doch dann sah ich sie.

Dieses Mädchen, dass neben Alli saß.

Sie starrte mich an, während Alli sie von der Seite aus zuquatschte. Sie zog mich mit ihren grauen Augen in den Bann. Sie war so wunderschön, dass selbst mir der Atem wegblieb. Sie hatte blondes Haar, dessen Spitzen sie blau gefärbt hatte. Sie hatte ein paar Dreddlocks in den Haaren, vielleicht vier oder fünf ganz dünne.

Als ich in ihr Gesicht blickte, stachen mir zuerst ihre Piercings ins Auge. Sie hatte eins links an ihrer Unterlippe, ein Septum an ihrer kleinen, aber doch süßen Nase und drei Ohrlöcher, von denen eins an jeder Seite Tunnel waren. Zu dem hatte sie drei Tattos, die ich vom Weiten, aber nicht genau erkennen konnte. Sie war nicht geschminkt, was mich verwunderte, da hier jedes Mädchen ohne Schminke nicht mal den Müll raus bringen würde. Sie trug ein weißes trägerloses Top und dazu eine kurze schwarze Hose, kombiniert mit schwarzen Pumps mit kleinen Nieten an ihrem Absatz.

Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Aaron mich zu sich rief. „Jas, Jas!!" Ich blickte zum ihm.

Er saß ganz hinten in der Reihe, wo auch Alli und dieses Mädchen saßen.

Ich ging gerade aus auf die Drei zu und setzte mich neben Aaron und das Mädchen.

„Hi Aaron." Ich gab ihm meine Hand und richtete meine Augen wieder zu dem Mädchen, dass nun neben mir saß. Sie roch fantastisch, wie frische Pfirsiche. „Erde an Jasper!" Ich drehte mich sofort wieder zu ihm.

Er war mein bester Freund seit der ersten Klasse. Er hatte schwarze Haare und seine Augen waren tief blau, fast schwarz.

Manchmal machten sie mir angst, wenn ich ihm in die Augen blickte. Er trug immer eine Cap und er hatte genau wie ich Piercings und Tunnel.

Wir hatten sie zusammen gestochen und auch zusammen gedehnt. Außerdem trugen wir meist jeden Tag die gleichen Klamotten. Wir sahen aus wie Zwillinge und wurden auch immer so genannt, da wir uns wirklich sehr ähnlich waren.

Ich mochte ihn sehr und er war wie ein Bruder für mich.

„Alles klar bei dir, Jas?" „Ja, ja, alles okay. Bei dir?" Er lächelte mich an. „Natürlich, du kennst mich doch."

Ich fasste mir an mein Ohr, was sich als schlimmer Fehler herraus stellte.

„Jasper, du kannst mir nichts vormachen. Was hat dir dieses Mädchen angetan, dass du so neben dir stehst?!" Ich starrte ihn an und wusste keine Antwort darauf. Sie war einfach so unglaublich und warf mich so aus der Bahn.

„I-i-ich, ich hab keine Ahnung Aaron. Sie ist so. Sie ist. Ich finde keine Worte dafür. Sie haut mich einfach so um und dabei kenne ich noch nicht mal ihren Namen."

Er lachte. „Ich aber, sie heißt Jillian." Ich schaute ihn verwundert an. „Das weißt du wieder woher?!"

„Ich habs aufgeschnappt, als Alli und sie redeten." Ich blickte in ihre Richtung und hörte wie Alli meinen Namen erwähnte. „Sie reden über mich, ich habe meinen Namen gehört." Er grinste. „Wahrscheinlich erzählt Alli ihr grad, was für ein Arschloch du bist und das du dich nicht für Mädchen aus der Schule interessierst." Und ja so war es. Ich war das reinste Arschloch und die Mädchen aus meiner Schule waren mir alle egal.

Ich habe mich nie für diese Mädchen interessiert und auch noch nie mit einem gesprochen, es sei denn ich musste für die Schule etwas mit einem machen.

Im Allgemeinen kannte ich von den Mädchen nur die Vornamen, wenn überhaupt, sonst wusste ich nichts von ihnen. Das einzige Mädchen mit dem ich Kontakt hatte, war Alli. Ich kenne sie genauso, wie Aaron seit der ersten Klasse. Wir verstanden uns immer gut und sie war auch die einzige mit der ich überhaupt freiwillig gesprochen habe.

„Hey Jas!", tönte es aus der anderen Ecke. „Hi Alli." Ich starrte sie an und zeigte mit meinen Augen auf das Mädchen, dass neben mir saß.

„Achja und das ist Jillian, sie ist neu an unserer Schule und gerade aus Yuma hergezogen."

Jillian blickte mich an und bat mir ihre Hand an. Ich nahm sie dankend an.

"Du kannst mich Jill nennen.", brachte sie leiser hervor. Ich nickte. "Jasper und der neben mir ist Aaron." Sie entzog mir ihre Hand und reichte sie Aaron, der sie ebenfalls dankend annahm und nickte. „Freut mich.", sagte sie zu uns beiden und richtete ihren Blick wieder auf Alli.

„Was führt dich nach Phoenix?", fragte Aaron sie. „I-ich, ähm, m-meine Mutter, mein Bruder und ich sind hergezogen, da ich, ähm."

Ich unterbrach sie. „Ist okay wenn du nicht drüber reden möchtest, Aaron wollte nicht aufdringlich sein."

Ich legte meine Hand auf ihre Schulter und merkte wie sie zusammen zuckte.

Sie starrte mich überrascht an und ich nahm schnell meine Hand von ihr.

Der Bus stoppte und die Türen gingen auf. Alle stürtem durch die Tür, nur wir schlenderten langsam in die Richtung der Schule.