Inspiration, Zeit zu leben

Annika B. · Kapitel 6 von 10

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Inspiration, Zeit zu leben

Nisi pergere possis, certe lumen veniet. ~Peter Ludwig.

Nisi pergere possis, certe lumen veniet. ~Peter

Ludwig.

Jill

Wir standen an der Bushaltestelle, vor der Schule und hatten noch fünfundzwanzig Minuten zeit, bevor der Unterricht beginnen würde. Ich zückte eine Schachtel Zigaretten aus meiner Tasche, nahm eine heraus und zündete sie an.

Langsam inhalierte ich den Qualm und pustete ihn aus meinen Lungen heraus.

Jasper tat es mir gleich und bat Aaron und Alli eine an. Wie es schien rauchten sie alle und bevor Alli nach einer Zigarette von Jasper greifen konnte, hielt ich ihr meine Schachtel hin, die ich noch nicht wieder eingepackt hatte.

„Woher wusstest du, dass ich Lucky Strike lieber mag als John Player's?"

Ich nahm meine Schachtel wieder an mich und wollte gerade etwas sagen, als Aaron mir zuvor kam.

„Du bist eine Frau, Alli."

Ich lachte und packte meine Zigaretten zurück in meine Tasche. „Nein, ich verstehe mich einfach nur gut mit ihr und wie ich bemerke ist sie mir sehr ähnlich also dachte ich mir das es bei der Zigarettenmarke genau so ist." Sie lächelte nur und nahm einen kräftigen Zug von ihrer Kippe, nachdem sie diese angezündet hatte. „Erlauben euch eure Eltern das Rauchen eigentlich?", wollte ich wissen.

Jasper nahm einen Zug und lächelte. „Mein Dad hat nichts dagegen, da er selbst früh angefangen hat zu rauchen, nur meine Mom würde meine Kippen am liebsten eine nach der anderen verbrennen, sie verbietet ihm auch immer mir meine Zigaretten zu kaufen, was ihn aber nicht davon abhält."

Alli musste lachen. „Meine Mom sagt immer, dass es ihr lieber ist wenn sie es weiß, anstatt das ich es heimlich mache. Sie sagt, machen würde ich es so oder so und so kann sie es noch einigermaßen kontrollieren. Der selben Meinung war mein Vater ebenfalls und nicht nur was das Rauchen betrifft. Sie erlauben mir so ziemlich alles, solange sie davon wissen." Aaron starrte mich nur komisch an ehe er ebenfalls seinen Senf dazu gab. „Meine Eltern sind der gleichen Meinung. Ich bekomme jeden Tag eine Big Box und muss damit auskommen, wenn ich keine mehr habe muss ich damit leben."

Ich lachte nur. „Und deine?", fragte mich Jasper. „Nun ja, mein Dad hat damals immer gesagt, dass er sich wünschen würde, dass ich es nicht tue, hat mir aber zu meinem Geburtstag immer eine oder zwei Stangen Zigaretten mitgenommen, wenn er aus Polen wieder kam. Meine Mutter kümmert es nicht, ob mein Bruder oder ich rauchen. Sie kauft am Anfang der Woche immer genug Schachteln, damit es für uns beide reicht. Sie selbst raucht nicht, deswegen müssen wir entweder draußen oder auf dem Balkon rauchen."

„Ich verstehe schon.", sagte Alli. „Meinst du wir könnten heute nach der Schule, was zusammen machen? So zu viert? Wir könnten dir ja die Stadt zeigen oder dir Zuhause bei irgendwas behilflich sein?" Aaron schaute uns alle erwartungsvoll an. „Ich hätte nichts dagegen und meine Mutter muss ich nicht um Erlaubnis bitten, also wenn ihr das wollt können wir was machen, ja." Aaron lächelte mich sanft an und ich tat es ihm gleich.

Jasper und Aaron verabschiedeten sich von uns, da sie schon vorher in die Klasse gingen.

Ich bat Alli an mit ihnen zu gehen, da ich noch ins Sekretariat musste, aber sie wollte mich begleiten.

Nachdem ich meine Bücher, meinen Stundenplan für die nächste Klasse und einen Gebäudeplan bekam und mir gesagt wurde in welche Klasse ich nun gehörte, sah ich schon wie breit Alli grinste. Zu meiner freude ging ich in die selbe Klasse wie Sie, Aaron und Jasper.

Ich erkundigte mich noch danach, wie ich nun ohne Bücher dem Unterricht folgen sollte, sah Alli an und ging dann mit ihr zusammen in meine neue Klasse.

Ich musste mir wohl mit meinem neuen Sitznachbar die Bücher teilen.

Gerade als Alli und ich die Klasse betraten, kam auch schon unser Lehrer und zog mich mit nach vorne zum Pult. „Das, liebe Schüler, ist Jillian. Sie ist gerade aus Yuma hergezogen und wird ab sofort an unserem Unterricht teilnehmen. Da ich sehe, dass wir nur noch einen freien Platz haben, musst du dich neben Jasper und Alison setzen. Ich hoffe es macht dir nichts aus. Ach ja, ich bin Mr. Miller." Und nein im gegenteil, ich war sogar ziemlich froh darüber. So musste ich mich nicht gezwungendermaßen mit irgendwem anderes beschäftigen und konnte mich weiter mit Alli, Japser und Aaron anfreunden.

Wir hatten Mathe und ich hatte den Stoff den wir gerade durchnahmen, schon vor einem halben Jahr in Yuma auf der Schule gehabt, so das ich nicht wirklich aufpassen musste. Mir ging es sehr im Moment sehr gut, was mich leicht verwunderte. Ich hätte nicht gedacht das es mir hier so schnell schon so gut gehen würde und ich war glücklich, so ein tolles Mädchen kennen gelernt zu haben und dazu noch zwei sehr nette Jungs, mit denen ich sogar noch nach der Schule was unternehmen werde. Endlich klingelte es zur ersten Pause.

Alli erklärte mir, dass sie und die beiden Jungs in dieser Pause nur zum Raucherplatz und wieder zurück gingen und ich machte das selbe.

Die Kinder hier mussten eine Einverständniserklärung ihrer Eltern mit in die Schule bringen um rauchen zu dürfen. Vorraussetzung war, dass man Sechzehn oder älter war. Zu meinem Glück, hatte Mom für Ivo und mich, schon eine abgegeben und ich mir keine Sorgen machen musste. Alli grinste mich schelmisch an. „Kann ich direkt nach der Schule mit zu dir kommen? Wir können ja dann zusammen Hausaufgaben machen und etwas essen. Du hast bestimmt voll schöne Sachen in deinem Schrank, dann machen wir eine Modenschau und gucken was wir anziehen und-.

Ich unterbrach sie. „Ist okay, Alli. Klar kannst du nach der Schule mitkommen."

Sie lächelte so breit, ich hätte niemals gedacht das ein Mensch so breit grinsen könnte, ohne Schmerzen.

„Ui, das wird so toll! Und dann kommen die Jungs und wir gehen in den Park und ein Eis essen und Shoppen-. Jasper hielt ihr den Mund zu.

„Ja Alli, ja. Alles, nur bitte halte den Mund, ich möchte rauchen, in Ruhe."

Qualm kam aus seinem Mund herraus. Er lächelte mich leicht an und ich konnte nicht anders, als dieses wunderschöne Lächeln zu erwidern.

Ich nahm einen letzen Zug von meiner Kippe und drückte sie dann in dem großen Aschenbecher, der dort stand, aus. Jasper hakte sich, zu der Verwunderung von Alli, Aaron und mir, bei mir ein und schländerte mit mir zurück in unsere Klasse. Die beiden liefen uns hinterher und tuschelten den gesammten Weg.

Als wir uns dann saßen, nahm ich einen Schluck von meinem Wasser und stellte es zurück in meine Tasche. Meine Mom hatte mir am vorherigen Tag erzählt, dass ungesunde Getränke in der Schule nicht erwünscht wären, also packte sie mir Wasser, etwas Obst, zwei Croissants und eine kleine Schale Erdbeer Marmelade ein. Eigentlich war sie eine sehr fürsorgliche Mutter und liebte meinen Bruder und mich abgöttisch, aber es war zu viel vorgefallen, als das ich sie genau so lieben könnte, wie sie mich. Jasper und Aaron unterhielten sich und Alli war noch schnell auf Toilette.

Gerade als sie wieder kam, eilte Mr. Miller in die Klasse, da er selbst fast zu spät gekommen wäre.

„So, bevor wir mit Naturwissenschaften beginnen, wird erstmal gegessen. Guten Hunger."

Alle bedankten sich und fingen an zu essen. Alli erklärte mir, dass nach der ersten Stunde immer Frühstücks und vor der letzten Stunde Mittagspause war. Frühstück war Pflicht, wegen der Energie, die das Denken anregen soll. Mittag hingegen nicht. Man konnte sich aussuchen, ob man in der Cafeteria essen mochte oder nicht.

Mr. Miller ging kurz aus dem Klassenzimmer und sofort kamen alle an meinen Tisch, was überwiegend Jungs waren und fragten mich aus.

Ich gab immer passende Antworten und nach und nach leerte sich mein Platz.

Alli, Jasper und Aaron konnten sich ein Lachen nicht verkneifen und Jasper, zwickte mir ab und zu, in meine Seite. Als Mr. Miller wieder die Klasse betrat, wurden alle wieder Still und lauschten seinen Worten.

„Nun, zu meinem bedauern, werde ich euch heute entlassen müssen. Die Schulleitung hat beschlossen der gesammten Schule die letzte Woche zu schenken, da wir nun über die Sommerferien diverses zu planen haben."

„Und was?", rief jemand aus der Ecke.

„Wie ihr ja wisst stehen, nach den Ferien einmal unsere ''Goodbye Summer''-Fahrt an und dann noch unsere drei-wöchige Klassenfahrt nach San Diego, dann noch diverse andere Fahrten mit denen wir aber nichts am Hut haben und einige Änderungen am Stundenplan, den Pausen et cetera. Genaueres bekommt ihr, aber in einem Schreiben, dass ihr nachhause bekommt zu erfahren. Und nun genießt die Ferien und wir sehen uns dann zum Schulanfang wieder."

Alle stürmten auf und freuten sich.

Wir hingegen packten langsam unsere Sachen ein und bewegten uns schländernd, fast schlüfend zu unserer Bushaltestelle.

„Und was machen wir jetzt?" Wollte Aaron wissen. „Also ich denke mal Alli und ich fahren jetzt zu mir und schauen was wir machen. Hausaufgaben gibt es ja keine." „Unsere Eltern sind aber noch nicht Zuhause und werder Aaron noch ich haben einen Schlüssel mit."

Ich dachte nach und sprach meine Gedanken sofort aus. „Wann kommen eure Eltern wieder?"

„Nun ja.." Aaron kratze sich am Kopf.

„Meine Eltern sind heut morgen weggefahren und kommen erst Montag wieder. Ich sollte solange bei Jas übernachten und seine Eltern kommen vielleicht erst kurz vor Schulschluss wieder." Jasper klinkte sich ein.

„Wenn überhaupt. So wie ich heute morgen mit bekommen habe wollten meine Eltern ebenfalls fahren. Das machen sie öfters da sie sich bis jetzt immer auf uns verlassen konnten." „Okay Jungs, sowas hatte ich mir irgendwie schon gedacht. Also wie wärs mit DVD-Abend bei mir? Ihr könntet die ganze Woche bei mir bleiben sollten deine Eltern nicht wieder kommen. Ich mein ihr könnt auch bleiben wenn sie wieder kommen. Du natürlich auch Alli. Du solltest dann nur deine Eltern anrufen und bescheid sagen. Und um Klamotten braucht ihr beide euch keine Sorgen machen ich kann euch was von Ivo leihen wenn es nötig sein sollte. Meine Mutter freut sich bestimmt wenn sie sieht das ich Freunde gefunden hab und würde es mir nicht abschlagen."

Alli grinste wieder so schmerzhaft breit und Jasper und Aaron taten es ihr gleich.

„Okay, wir schauen nur ob meine Eltern da sind dann kommen wir zu dir."

„Uuuuuuui, ich freu mich so, das wird so aufregend." Alli kreischte förmlich durch die Gegend. Ich gab Jasper einen Zettel mit meiner Adresse und meine Telefon -und Handynummer und wir stiegen in das Auto gerade vor unseren Füßen hielt.