Inspiration, Zeit zu leben

Annika B. · Kapitel 3 von 10

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Inspiration, Zeit zu leben

Iterum atque iterum dies lunae.

Jill

Ich machte langsam die Augen auf.

Leider musste mein ungeliebter Wecker mich von meiner Traumwelt erlösen und mir sagen, dass es Montag ist. Ich musste dann unglücklicher Weise feststellen, dass ich noch eine Woche Schule hatte bevor die wundervollen Sommerferien kamen. Müde stapfte ich zu meinem Schrank und suchte mir etwas passendes aus.

Ich ging ins Badezimmer um mich meiner morgendlichen Pflege zu unterziehen.

Langsam stieg in die Dusche und drehte den Wasserhahn auf. Um nicht mehr Zeit zu vergäuden, als ich eh schon hatte putzte ich mir nebenbei die Zähne. Das warme Wasser lief mein Gesicht runter und es fühle sich gut an.

Da war ich nun.

In einer neuen Stadt.

In einem neuen Haus.

Musste auf eine neue Schule.

Und musste mich auf neue Menschen einstellen.

Ich zog mich an und ging aus meinem Zimmer geradewegs auf die Treppen zu, die ich hinunter stürmte.

„Guten Morgen Jill!" Meine Mutter war ebenfalls wach und voller Elan in den Tag zu starten. Das merkte ich an ihrer schrillen Stimme so früh am Morgen.

Ich sah die Croissants auf dem Küchentisch und hockte mich kurzer Hand auf einen der Stühle. „Morgen.", murmelte ich in mein Croissant hinein, dass ich zuvor in Marmelade getunkt hatte. Sie lächelte mich an. „Freust du dich schon?" Ich zuckte mit den Schultern und aß mein Croissant weiter.

Sie merkte, dass ich nicht gerade gesprächig war und ließ es bleiben, mich zu einem Gespräch zu kriegen. Da ich fertig mit dem essen war, stand ich auf und ging zurück in mein Zimmer.

Zu meiner Verwunderung hatte ich noch knapp eine halbe Stunde zeit, ehe der Bus vor meiner Haustür stehen würde, also packte ich seelenruhig meine Tasche, nahm meinen IPod und mein Smartphone von der Ladestation, ging auf den Balkon und zündete mir eine Zigarette an.

Zum Glück hatte ich einen eigenen und musste ihn nicht mit Ivo teilen.

Genüsslich nahm ich einen Zug und inhalierte den Qualm. Ich habe schon sehr früh mit dem Rauchen angefangen, da ich viel Stress in meiner Vergangenheit hatte.

Nach dem letzten Zug schnippte ich die Kippe vom Balkon und starrte auf die Uhr meines Handys.

Noch 10 Minuten.

Schländernd ging ich die Treppen runter, nahm meine Tasche die ich vorher an die Tür gestellt hatte und zog mir meine Pumps an. Ich blickte noch einmal in den Spiegel, der neben der Tür hing und vergewisserte mich, ob auch alles saß wie es sollte.

Draußen stand ich an der Haltestelle und wartete auf den Bus, der mich in meine neue Schule bringen sollte. Ich hielt es eigentlich nicht für nötig, die eine Woche in die Schule zu gehen, aber meine Mutter dachte sich wohl, dass ich so neue Leute kennenlernte und die langen Ferien nicht allein verbringen musste. Von weitem sah ich den Bus auf mich zukommen. Plötzlich wurde ich ein wenig nervös.

Da stand er nun.

Der Bus der in die Hölle führte.