Stay

Anna Liana · Kapitel 6 von 9

PDF-Seiten

Stay

Kapitel 6

 

Am nächsten Tag machte ich mir mit James aus, dass wir uns nach Unterrichtschluss vor der Schule trafen. Wir hatten beide um 15 Uhr aus.

Als es klingelte, packte ich meine Sachen, ging zum Spind und holte mir den Zettel mit der Geschichte für die Rezension, die ich und James schreiben würden. Natürlich nicht beide dieselbe, aber jedes Mal wenn wir zusammen schrieben, halfen wir uns gegenseitig und brachten so die besten Ideen hervor, wodurch ausgezeichnete Aufsätze entstanden.

Ich ging zum Hauptausgang und sah James schon durch die Glastür auf der Stiege am Rand sitzen. Ich ging durch die Tür und wollte ihn gerade erschrecken, als Tom vor mir auftauchte.

„Arizona.“ Er sagte einfach meinen Namen und blickte mich ausdrucklos an.

Ich wartete auf mehr, aber sein Mund blieb geschlossen. „Ja?“

„Ich nehme dich heute mit zu mir.“

Ich starrte ihn an, um zu begreifen, was er gerade gesagt hatte.

Ich hätte mir, entschuldigt meine Ausdrucksweise, in den Arsch beißen können.

Jetzt?! Genau jetzt? Wieso nicht gestern, oder morgen oder schon vor einem Jahr?

„W…Wieso?“

Er schaute mich an, als wäre das die dümmste Frage, die ich stellen könnte. „Wieso nicht?“

„Nein, ich meine… warte, hast du nicht noch Unterricht?“ Ich wusste, dass er noch Unterricht hatte.

„Na und?“ Seine Stimme hatte bereits einen bissigen Unterton.

„Ich will nicht, dass du wegen mir die Schule schwänzt.“ Er hätte zu hundert Prozent auch ohne mir Schule geschwänzt.

„Ich würde jetzt auch ohne dich die letzten Stunden schwänzen. Sie sind unnötig.“

„Für dich ist alles unnötig.“ Auch ich wurde langsam unruhig.

„Oh Gott, jetzt geht das wieder los.“

„Naja, wenn du dich mal ändern würdest, müsste ich nicht die ganze Zeit mit dir reden, als wäre ich deine Mutter!“ Die war nämlich nicht da, um ihm das zu sagen. Aber bevor ich diesen Gedanken aussprechen würde… ich würde ihn lieber für den Rest meines Lebens behandeln wie meinen Sohn.

„Wieso lässt du es nicht einfach darauf beruhen, dass mich die Schule einen Scheißdreck interessiert?! Was geht dich das überhaupt an?“

Er brachte immer diese Aussagen, gegen die ich nicht ankam. „Ich… ich will nicht, dass du…“

„Arizona?“

Bevor Tom vor meinem erbärmlichen Stottern davonrennen konnte, tauchte James hinter ihm auf. „Alles in Ordnung?“

Die beiden schauten mich gleichzeitig an. Tom hatte seine Augenbrauen zusammengezogen, sodass sich dazwischen eine kleine Falte bildete. James fühlte sich unbehaglich, das wusste ich, aber er blickte mich trotzdem sorgenvoll an.

„Ja. Alles ok. Du kannst einstweilen vorgehen, ich hol dich bestimmt ein.“ Ich gab ihm zu verstehen, dass es kein guter Zeitpunkt war.

Er nickte leicht, aber bevor er sich umdrehen konnte, fing Tom wieder an.

„Du gehst zu ihm? Deshalb kommst du nicht mit zu mir? Wegen ihm?!“

„Tom, erstens kommt er zu mir und zwei…“

Er schnaubte laut und unterbrach meine zittrige Stimme. „Ja klar, das macht es natürlich besser.“ Seine Stimme wurde mit jedem Wort lauter.

Erst da fiel mir auf, dass wir beobachtetet wurden. Überall um uns herum waren Schüler, die schon immer jämmerlich in der Kunst waren, unauffällig hinzusehen. So starrten unzählige Gesichter auf mich und warteten gespannt auf meine Antwort. Ich schloss für eine Sekunde die Augen. In dieser Sekunde hoffte ich, dass Toms Gesichtsausdruck sich verändern würde. Dass er von wütend zu traurig umsteigen würde, um mich einfach nur zu umarmen. Das war alles, was ich brauchte. Ich wollte nur ihn.

Ich machte die Augen wieder auf und da stand er, und er war so schön. Aber er sah mich an, als würde er mich hassen.

„Es tut mir leid Tom, aber wie du siehst, habe ich heute mal keine Zeit für dich.“ Meine Stimme brach am Ende ab, aber das war egal.

Es war eine große Überwindung einfach an ihm vorbei zugehen und James mitzuziehen. Ich stellte mir, als ich den Weg entlang ging, ohne mich noch einmal umzudrehen, die ganze Zeit sein Gesicht vor, seine Mimik, was er sich wohl jetzt dachte. Und wie der Vollidiot, der ich nun mal war, wartete ich, dass er meinen Namen rief. Oder das er mir hinterherrannte. Aber das tat er nicht, natürlich nicht. Ich erwartete nämlich immer genau das von ihm, was er nie tun würde.

James blieb am Nachhauseweg ruhig, wofür ich ihm unglaublich dankbar war.

Als ich die Haustür aufsperrte, ging Selma gerade die Marmorstiegen hinunter.

„Guten Tag, Arizona!“ Sie lächelte und als sie James sah, wurde ihr Lächeln noch breiter. „James!“ Sie mochte ihn sehr.

„Guten Tag, Selma.“, James erwiderte das Lächeln.

Die beiden kannten sich, weil James schon mal bei mir war, allerdings wusste Tom damals nichts davon und ich wünschte es wäre auch dieses Mal so gewesen.

„Was wollt ihr essen, meine Lieben?“

Mir fiel nichts ein, wie sooft. Ich schaute zu James.

„Hm, wir könnten uns doch selber etwas kochen?“

„Gute Idee!“ Ich fand den Gedanken mit James zu kochen wirklich toll, so konnte ich mich ablenken und nebenbei Spaß haben.

„Ich weiß nicht so recht, soll ich euch wirklich nichts kochen? Ich könnte auch Martha anrufen, sie würde euch noch bessere Dinge zubereiten!“ Selma ließ nie locker. Bei anderen Leuten war das meist nervig, aber bei ihr war das unglaublich süß.

Martha war die Chefköchin unserer Küche.

„Schon okay, ich hab nie die Gelegenheit zu kochen! Martha will auch mal ihre Ruhe haben und du brauchst die sowieso! Also leg dich schlafen, du könntest auch ein Buch lesen. Du kannst gerne eines aus meiner Bücherei nehmen.“

„Okay, Arizona. Danke. Aber wenn du was brauchst,…“

„Wenn ich was brauche, rufe ich dich. Sofort.“ Ich lächelte sie an und sie ging die Treppen wieder rauf.

„Sie ist eine unglaublich liebevolle Frau.“

„Ja. Das ist sie. Komm mit.“ Er folgte mir in die Küche. Das Problem war nur, dass ich mich da überhaupt nicht auskannte. Ich wusste weder, wo die Töpfe waren, noch wo sich die Teller befanden.

„Was kochen wir überhaupt?“, fragte James, ging staunend in der Küche herum.

„Irgendwas Einfaches. Spaghetti mit Tomatensauce vielleicht.“

„Habt ihr alle Zutaten dafür hier?“

Ich lachte. „Ja, ich denke schon.“ Ich ging zum riesigen Edelstahlkühlschrank und machte die beiden Türen auf. Wie ich vermutet hatte, war viel zu viel Essen in ihm.

Während James die Kästen nach Pasta suchte, hatte ich alle Zutaten für die Sauce beinander und versuchte die Töpfe zu finden. Als alles was wir brauchten auf der Theke stand, drehte ich den Herd auf und erhitze Wasser in einem Topf, während James neben mir Knoblauch schnippelte und sie in den anderen Topf, auf dem Herd, für die Soße schmiss.

„Geht’s dir wieder besser?“, fragte er nach einer Weile.

„Mir ging es eigentlich nicht schlecht.“, fiel mir auf.

„Oh. Okay.“ Er glaubte mir nicht.

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, weshalb ich erst einmal nur die Nudeln in den köchelnden Topf gab. Ich starrte auf das blubbernde Wasser und dann wurde mir klar, wieso mir dieser Streit mit Tom so normal vorkam.

„Ich bin daran gewöhnt.“, sagte ich leise.

Er hörte auf zu schneiden und schaute mich an. „Passiert das so oft?“

„Ja. Es kommt mir beinahe alltäglich vor mit ihm zu streiten. Als würde es dazu gehören.“

„Das ist…“

„Traurig.“, beendete ich seinen Satz. „Ich weiß.“

„Nein. Es ist okay. In einer Beziehung streitet man sich nun mal.“

„Wir streiten nicht, wir fetzen uns Wörter ins Gesicht, bis irgendwer aufgibt und geht.“

„Soweit ich weiß, nennt man sowas Streit.“

Ja, er hatte Recht, aber was brachte mir das?

„Weißt du was Chuck mal zu mir gesagt hat? Er sagte, wenn Tom und ich streiten, dann wirkt es so als würden wir uns hassen. Er sagte, klar, dass würde bei jedem so rüberkommen, aber bei uns merkte man das trotzdem ganz stark. Und dann hat er gelacht und gemeint, dass das komisch sei, weil das bei uns ja gar nicht so ist. Verstehst du? Wir würden uns ja gar nicht hassen. Das war vor der Schule, irgendwann vor einem Monat. Ich bin dann aufs Klo gerannt, hab geheult und die nächste Stunde geschwänzt.“

„Die Stunde wo du in ‚Kreatives Schreiben‘ gefehlt hast.“ James starrte auf den Boden.

„Ja.“

„Du hast mir damals keine Antwort gegeben, als ich dich fragte, wo du warst.“

„Ja.“

Im nächsten Moment fand ich mich in James Armen wieder. Ich drückte mein Gesicht an seine Brust und schluchzte. Sein Körper war heiß, aber es fühlte sich an als würde er mich schützen, als könnte ich mich auf ihn verlassen. Ich konnte ihm vertrauen. Ich weiß nicht, wieso ich genau das dachte, aber so war es. James war ein wundervoller Junge.

Aber er war nicht Tom.

Deshalb riss ich mich wieder von ihm los und wischte mir mein nasses Gesicht ab. Ich versuchte alles, um ihm nicht in die Augen zu sehen. Seine schönen, grünen Augen…

Ich drehte den Herd ab und nahm den heißen Topf von der Platte. Ich legte ein Sieb in den Abfluss, sodass die Nudeln im Sieb landeten, als ich das heiße Wasser ausschüttete.

Ich machte vier verschieden Kästen auf, bevor ich eine geeignete Schüssel für die Spaghetti fand. Ich gab die dampfenden Nudeln aus dem Sieb in die Schüssel.

Erst da drehte ich mich um und sah ihn an. „Es tut mir leid.“

„Nein, dir braucht nichts leid zu tun, Arizona. Du hast nichts falsch gemacht.“

Ich wusste, dass er nicht über diese stürmische Umarmung redete.

Als wir unsere Kochkünste endlich beendet und schließlich die Spaghetti gegessen hatten, die wirklich gut waren, setzten wir uns ins Wohnzimmer an den Kamin.

Wir begannen die Geschichte nochmal durchzugehen, die wir letzte Woche in ‚Kreatives Schreiben‘ gelesen hatten. Wir sollten eine Rezension darüber schreiben.

Die Geschichte drehte sich um die Gedanken eines Mädchens, das etwas jünger als wir zu sein schien, ungefähr 15 Jahre alt.

Anfangs erzählt sie wie sie durch die Gänge schlendert, mit schweren Beinen, die immer wieder versuchen am Boden kleben zu bleiben. Sie sagt, sie fühle sich genauso, wie die Gänge aussehen. Leer. Dann versucht sie krampfhaft zu weinen, sie meint, dass versuche sie schon seit Monaten, aber da käme einfach nichts aus ihren kleinen, grauen Augen raus. Sie hofft deshalb, sie hat eine Krankheit, eine unheilbare Krankheit, die sie irgendwann, am besten so bald wie möglich umbringen würde. Sie schämt sich für den Gedanken, aber sie kann ihn nicht verdrängen.

Die Geschichte geht genauso deprimierend weiter, wie sie sich anhört. Ich kann mich nicht mehr genau an das Ende erinnern, und ehrlich gesagt, will ich das auch nicht. Ich weiß nur noch, dass mir jedes Mal furchtbar schlecht wurde, wenn ich sie lesen musste.

Auch als James neben mir saß und sie laut vorließ, seine angenehme ruhige Stimme in meinen Ohren, wurde mein Hals ganz trocken und ich bekam Schmerzen in der Brust.

„Hässliche Geschichte. Gut geschrieben, aber hässlich.“, murmelte James, als er fertig war.

„Hast du im Internet herausgefunden, von wem sie ist?“

Er schüttelte den Kopf.

Es war zwar nicht die Aufgabe gewesen, aber es hätte mich furchtbar interessiert, wer diese Kurzgeschichte geschrieben hat.

„Na gut. Beginnen wir?“ Er nahm seinen Laptop vom kleinen Tischchen neben der Couch und legte ihn auf seinen Schoß. Mein Laptop war bereits vor mir, ein leeres Word-Dokument bereit vollgeschrieben zu werden.

Ich hatte gerade mal das erste Wort, meinen Namen, geschrieben, als ich sie hörte. Ich hätte ihre Schritte unter zwei Millionen anderen Füßen trotzdem hören können, so unverwechselbar waren sie. Selma, zum Beispiel, tänzelte regelrecht mit ihren Stöckelschuhen durchs Haus, immer in Eile und schnell wie der Wind.

Meine Mutter hingegen stolzierte elegant von Zimmer zu Zimmer, egal ob sie jemand beobachtete oder nicht. Ich wette, dass tat sie auch, wenn sie nachts auf die Toilette ging, das ganze Haus schlief und es war stockdunkel, und geschweige denn, dass es niemand sah, es interessierte sich auf keiner dafür, wie meine Mutter aussah. Aber Meredith Diana Clark ging nun mal nicht einfach so durch die Gegend. Sie schwebte dahin, als wäre sie ein Engel, dabei wäre das das Letzte, als was ich sie bezeichnet hätte, denn Engel können lieben.

„Du hast heute früh gar nicht erwähnt, dass du Besuch bekommst.“, sagte sie, als sie im Zimmer erschien, und ich sah in den Augenwinkeln, wie James kurz zusammenzuckte.

„Soweit ich mich erinnern kann, bin ich dir heute früh gar nicht begegnet.“, antwortete ich, doch sie hörte mir gar nicht weiter zu.

Sie ging zu James, der seinen Laptop auf die Seite legte, aufstand und ihr höflich die Hand schüttelte. Es war jahrelange Übung, das Gesicht meiner Mutter lesen zu können, aber ich konnte sehen, wie ihre Mundwickel leicht zuckten, sie versuchte ihr falsches Lächeln zu behalten, obwohl dieser Fremde sie gerade berührt hatte, der weiß Gott was alles schon in der Hand hatte, seit er sich das letzte Mal die Hände gewaschen hatte. Ich konnte mir ein Grinsen nur schwer verkneifen.

„Kenne ich Sie?“, fragte sie und ihre Hände verschwanden hinter ihrem Rücken.

„James Green. Ich besuche ein paar Kurse mit ihrer Tochter.“, er lächelte, aber ich merkte wie nervös er war. Das war nichts Neues für mich, jeder hatte Angst vor meinen Eltern.

„Er war schon mal hier, Mom. Aber wer weiß schon, wo du da warst.“

Sie warf mir einen kurzen Blick zu, ihr Lächeln schlug mir ins Gesicht, dann wendete sie sich wieder James zu. „Sie kommen mir bekannt vor, James. Ihre grünen Augen sind beeindruckend.“

Seine Wangen färbten sich rosa. „Vielen Dank, Miss Clark.“

„Macht ihre Hausaufgaben?“

„Nein, wir schicken uns gegenseitig kleine Nachrichten, weil wir uns nicht trauen, miteinander zu reden.“

„Arizona.“, murmelte James verlegen. Ich schwöre, er war kurz davor, sich bei meiner Mutter für mich zu entschuldigen.

„Keine Sorge, James, ich kenne meine Tochter nicht mehr ohne ihre wundervolle, berühmte Ironie.“ Sie lächelte ihn an und ohne mich noch einmal anzusehen stöckelte sie wieder davon.

James ging erst sicher, dass sie 100 Meter entfernt war, bevor er mich schockiert anschaute. Ich reagierte nicht, wartete darauf, dass er mir vorwarf, was für eine schlechte Tochter ich doch sei.

„Was war das denn?!“

„Was soll das denn gewesen sein?“

„Wieso bist du so gemein zu deiner Mutter?“, fragte er entsetzt, als hätte ich sie gerade beschimpft.

Ich seufzte. „James, bitte.“

Er blieb kurz still, bevor er murmelte: „Sie scheint wirklich nett zu sein, Arizona.“

„Die Betonung liegt auf ‚scheint‘, James. Du hast keine Ahnung.“ Ich schaute ihm kurz in die Augen und da musste ich meiner Mutter ausnahmsweise Recht geben. Sie waren wunderschön.

Er ließ es darauf beruhen und wir schrieben den Aufsatz. Irgendwann kam Selma und fragte, ob wir es warm hatten. Sie zündete den Kamin an, ohne auf unsere Verneinung zu achten. Dann drehte ich leise Musik auf, Kings of Leon, denn diese Band war einer der wenigen die ich immer hören konnte, egal was ich tat, und ihm schien es auch nichts auszumachen.

Nach einer Stunde war ich fertig. James schrieb noch, er schrieb meistens länger als ich, weshalb ich auch der Meinung war, dass seine Aufsätze um einiges besser waren als meine, aber er stritt es jedes Mal ab.

Ich stellte den Laptop weg, nahm die Felldecke die unter mir lag, deckte mich damit zu und lehnte mich an James Schulter an. Es war nicht Schlimmes, aber doch war es komisch, wenn ich daran denke. Aber in diesem Moment war ich unglaublich müde gewesen, um darüber nachzudenken, an wessen Schulter ich lehnte, oder an wen ich eigentlich denken sollte. Und das leise, schnelle Tippen machte mich nur noch schläfriger.

*

Ich war eingeschlafen. Als ich aufwachte, lag ich in meinem Bett. Draußen war es längst dunkel, aber ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl, weshalb ich auf mein Handy schaute, dass auf meinem Nachtkästchen ruhte. 23:36 Uhr. So lange hatte ich geschlafen? Ich bemerkte den kleinen Zettel neben mir erst nach ein paar Minuten.

‚Tolle Rezension. Bis Morgen. J. X‘

Seine Schrift war perfekt und das X am Ende brachte mich zum Lächeln, obwohl ich das gar nicht wollte. Er musste mich ins Bett gebracht haben, wer sonst?

Ich schaute nochmal auf mein Handy, denn ich bildete mir ein, vorher eine Nachricht gesehen zu haben. Und tatsächlich. Tom. ‚Können wir reden? ‘, schrieb er mir vor zwei Stunden. Zu spät.

Schuldgefühle breiteten sich in meinem Körper aus und ich wusste nicht warum, ich hatte nichts Falsches getan. Es war James. Es war nur James.