The Kill, 100% tot

Annisoli Drægon · Kapitel 6 von 9

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The Kill, 100% tot

Kapitel 6

,,Ohrlautsprecher?”

,,Ja”

,,Waffe mit Pfeilen?”

,,Ja, Kontrollmeister.” Der junge Schütze verdrehte genervt die Augen. Jerry überprüfte trotzdem noch, ob er wirklich alles hatte. Dann begann er das gleiche bei Lilia zu tun:

,,Alles andere was du ausser der Ausrüstung noch brauchst?”

,,Jap. Aber du hast dein Mikro vergessen.”

,,Ups.” Jerry klebte sich das hautfarbene Mikro unter sein Hemd. ,,Bist du dir eigentlich sicher, dass es in den Schlossarkaden keine Sicherheitskontrollen gibt? Du hast keinen Agenten-Ausweis. Wenn ich kontrolliert werde und sie bei mir so was wie das Mikro, Funkgerät und Waffe finden, wird das Fiasko groß genug, und wir werden kaum unauffällig durchkommen. Aber dich würden sie vermutlich in U-Haft bringen, selbst wenn ich ein gutes Wort für dich einlege. Besonders höflich sind die meisten Kontrolleure auch nicht.”

,,Das haben wir ja gerade bei dir erfahren. Ich habe noch nie eine Sicherheitskontrolle im Schloss erlebt, und ich vermute, dass diese sehr selten sind. Wenn du es genau wissen willst, hast du bestimmt irgendwelche Sicherheitstfuzzys in deinem Telefonbuch, die dir sagen können, ob und wann kontrolliert wird.”

Jerry grinste. ,,Stimmt. Aber deine Erfahrung reicht mir, danke.”

,,Ich schlage vor, einige stationieren sich hier, am Feldlager. Dann einige in der Nähe vom Schloss, beim Parkhauseingang, einige bei meinem Haus. Vielleicht kommt er da mit hin”, fuhr Lilia fort und markierte die Orte auf einer Karte.

,,Gute Idee. Am besten wäre es, wenn wir Poison den nächsten unauffälligen Ort bestimmen lassen, wir kommen fast überall schneller hin als er und haben damit einen großen Vorteil”, folgerte Jerry.

,,Ausser er sucht etwas weiter Westliches aus“, fügte Lilia hinzu.

,,Bingo. Das Risiko gehen wir ein”, bestimmte Jerry. ,,Also los.”

,,Was, jetzt schon? Es ist nicht mal zwölf Uhr Mittag!”, stöhnte einer der Scharfschützen. ,,Und wir sind noch nicht eingeteilt!”

,,Er hat Recht”, warf Lilia ein. ,,Es ist besser, wenn wir zuerst planen.” Sie legte deutete auf die Karte. ,,Wir haben zehn Scharfschützen. Ich würde jeweils mindestens zwei stationieren. Ein Paar hier, am Haus in Rautheim. Möglichst vier hier im Feldlager im Mascherroder Holz. Zwei am Parkhaus, ein Pärchen in der Nähe vom Schloss an der Jasperallee, wo sie den Ring kreuzt, und ein Paar, das uns unauffällig zu Starbuck's folgt. Damit sind wir ausser nach Westen sehr gut abgesichert.”

,,Sehr schön”, feixte Jerry. ,,Jetzt müssen wir nur noch dementsprechend viele Autos besorgen, damit wir auch überall hinkommen.”

,,Einfach: meinen Landrover für die bei meinem Haus, die an der Jasperallee nehmen einen der Wagen, die sie dabei haben, zwei im Feldlager den anderen. Die beiden am Parkhaus leihen sich ein Auto am Bahnhof, die bei Starbuck's sorgen nur für Sicherheit während wir dort sind und zwei bleiben zur Sicherheit hier im Feldlager”, erklärte Lilia.

Jerry knurrte. ,,Ich weiß, warum wir dich so lange nicht gekriegt haben. Deine Organisation ist nicht schlecht. Und jetzt?”

,,Mittagessen”, legte Lilia nüchtern fest. Danach sehen wir uns alle Orte an wo wir Scharfschützen stationieren werden.” Die Schützen nickten zustimmend.

,,… und wenn ihr die Straße lang fahrt kommt ihr zum Schloss.” Lilia zeigte den beiden Agenten an der Jasperalle wie sie am schnellsten wohin kamen. ,,Ok, halb sechs. Lass uns ins Parkhaus fahren und zu Starbucks gehen.” Jerry nickte. Sie stiegen in den Wagen und winkten den Schützen zu, die ebenfalls in ein Auto stiegen und auf ihren Einsatz warteten. Lilia parkte im Parkhaus und pünktlich um zehn vor sechs betrat sie mit Jerry das Starbuck's Café. Poison saß in der Sitzecke, einen damfenden Kaffee vor sich. Sie winkten ihm grüßend zu und bestellten sich Kaffee. Dann gingen sie zu ihm und ließen sich ihm gegenüber nieder.

,,Hallo Poison!”, grüßte Lilia den Giftmischer, während sie sich setzte.

,,N'Abend die Herrschaften!”, antwortete Poison vergnügt.

,,Gute Geschäfte gemacht?”, fragte Lilia.

,,Oh ja. Sehr gute. Eure Bestellung …” Poison zog ein kleines Fläschchen aus der Tasche und schob es unauffällig zu Lilia rüber. Sie nickte dankend und steckte es schnell weg.

,,Was verlangen Sie dafür?”, erkundigte sich Jerry.

,,Erstmal nichts. Ich bin zu gespannt auf Euer … Geheimnis. Wo möchtet Ihr das besprechen?”

,,Egal. Suchen Sie sich irgendeinen ruhigen Ort aus”, schlug Lilia scheinbar gleichgültig vor, doch innerlich war sie zum Zerreißen gespannt.

,,Ok … ähm … wie wäre es hinter dem Richmond, im Park?”, schlug Poison vor. Das Richmond lag weiter süd-westlich, also eher ungünstig, aber Lilia zuckte mit den Schultern.

,,Warum nicht. Wie sind Sie hergekommen? Sollen wir Sie mitnehmen?”, plapperte Jerry.

,,Danke nein, ich bin mit dem Auto hier”, erwiderte Poison. Die drei tranken langsam ihren Kaffee aus. Poison ahnte nichts, aber über die Halsmikros hatten die Scharfschützen alles mitgekriegt und fuhren nun das Schloss Richmond an.

,,Gruppe zwei, Parkhaus, meldet an Feldlager: angekommen, versteckt und bereit. Ende.”

,,Gruppe drei, Jasperallee, meldet an Feldlager: einige Zivilisten verscheucht, angekommen, versteckt und bereit. Ende.”

,,Feldlager meldet an Gruppen zwei und drei: sehr gut. Halten Sie sich bereit und bleiben Sie auf Position, aber flexibel. Over.”

,,Jerry und Lilia melden: sind jetzt im Auto und kommen. Unser Mann fährt einen roten Peugeot mit dem Kennzeichen BS ** **. Seien Sie vorsichtig.”

,,Jerry und Lilia melden: soeben angekommen. Steigen jetzt aus, unser Mann ist bereits da. Schießen Sie von hinten.”