The Kill, 100% tot
Kapitel 8
Im Auto wurde Lilia unruhig. Man hatte ihr befohlen, im Auto zu bleiben. Sie blickte auf die Karte, auf der ein kleiner roter Punkt Delack's Auto darstellte. Er stoppte. Sie atmete zischend aus. Ein Halt mitten in einem Waldgebiet bei Lehndorf? So wie sie Poison kannte, war das nicht nur eine Toilettenpause. Sie drückte sich einen Ohrlautsprecher rein und aktivierte ihr Mikro. Schnell schilderte sie Jerry, was passiert war. Zwei Minuten später startete sie den Moter des Landrovers. Auf den Rücksitzen hatten sich drei Polizisten verteilt, Jerry saß auf dem Beifahrersitz. Sie rasten in den Wald und hielten an dem Forstweg. Der rote Peugeot lag im Graben, Einschusslöcher zeugten von Delack's Wut.
,,Lilia, was würde er jetzt tun?”, fragte Jerry ernst.
,,Vermutlich ist er sauer und unkontrolliert, schießt um sich”, sie deutete auf Patronenhülsen und Einschusslöcher, ,,und sucht sich ein Opfer, an dem er seiner Wut Luft macht, bevor er flieht.”
,,Klasse”, seufzte Jerry. ,,Ein durchgedrehter um sich schießender Mörder.”
,,Irgendwann hat er keine Munition mehr”, prophezeite Lilia. ,,Dann kommt er zurück zum Wagen um mehr zu holen. Er sieht unseren, ein Schlüssel steckt, er schnappt sich das Auto und fährt ungehindert auf die Autobahn. Er kriegt Durst, findet eine Wasserflasche und trinkt daraus. Er merkt das Schlafmittel darin nicht …”
,,Nette Idee. War das ein Vorschlag?”, wollte Jerry überrascht wissen.
,,Allerdings.”
Nach kurzem Besprechen füllte Jerry das Schlafmittel in eine kleine Flasche Wasser und legte sie auf den Beifahrersitz. Er rief bei der Polizei an und sie stiegen aus. Den Wagenschlüssel ließ er im Schloss stecken. Vorsichtig lief er hinter Lilia her, die unbeirrt quer durch den Wald schlich. Sie drückte sich an einen Baum und bedeutete ihm, leise zu ihr zu kommen. Vorsichtig stellte Jerry sich neben sie und sah auf den Waldweg. Peter Delack prügelte auf eine Frau ein, die nach einer Weile auf dem Boden liegen blieb. Eine Kugel galt ihrem Hund, dann war Delack's Magazin leer. Fluchend lief er zurück.
Ein Motor startete. Offenbar hatte er den Köder geschluckt.
Die Agenten kamen hinter einem Felsbrocken, der auf dem Waldweg als Wegmarkierung diente, hervor. Sie sahen in die Richtung, in die Poison fortgefahren war, und gaben Funksprüche auf ihren Funkgeräten an die Polizei weiter, während Lilia sich um die Frau kümmerte. Jerry beobachtete sie.
,,Dafür, dass dein ,,Job” darin besteht, Menschen zu töten, hältst du sie aber ganz gut am Leben”, meinte er ernst.
,,Hör auf zu spotten, ruf einen Krankenwagen und hol erste-Hilfe Zeugs”, giftete Lilia.
,,Der Krankenwagen ist längst im Anmarsch.” Einer der Agenten reichte ihr einen erste-Hilfe Koffer.
,,Wie bist du zur Auftragsmörderin geworden Lilia, wieso hast du dir so einen schrecklichen und illegalen Beruf ausgesucht?”, fragte Jerry. Und merkwürdigerweise tat es ihm weh, dass sie ihn ignorierte.
Wenig später hievten Sanitäter die Frau in den Krankenwagen. Der nur angeschossene Hund leckte über die Hand seines Frauchens.
Als sie dem Krankenwagen hinterher blickten, der mit Blaulicht davonraste, klingelte Jerry's Handy. Er redete kurz mit dem Anrufer und meinte dann:
,,Delack hat anscheinend unter Einfluss des Betäubungsmittels einen Unfall gebaut, es aber geschafft von der Unfallstelle zu fliehen. Was meint ihr?”
,,Hinter her. Ich nehme an er ist in der Nähe von Riddagshausen?”, mutmaßte Lilia.
Jerry nickte. ,,Er wollte vermutlich zum Flughafen Braunschweig und ist in eine Bahnschranke gekracht, hat es aber geschafft noch etwas weiter zu fahren, man hat ihn zuletzt beim Kloster gesehen, bevor er durch den Klostergarten über Felder in den Wald getaumelt ist. Dort verlieren sich seine Fußspuren.”
,,Ich weiß, wo er ist.”
Jerry starrte Lilia an. ,,Okay, los geht's.”