Totem und Tabu / Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker

Kapitel 2

Der Animismus ist ein Denksystem, er gibt nicht nur die Erklärung eines

einzelnen Phänomens, sondern gestattet es, das Ganze der Welt als einen

einzigen Zusammenhang, aus einem Punkte, zu begreifen. Die Menschheit hat,

wenn wir den Autoren folgen wollen, drei solcher Denksysteme, drei große

Weltanschauungen im Laufe der Zeiten hervorgebracht: Die animistische

(mythologische), die religiöse und die wissenschaftliche. Unter diesen ist die

erstgeschaffene, die des Animismus, vielleicht die folgerichtigste und

erschöpfendste, eine, die das Wesen der Welt restlos erklärt. Diese erste

Weltanschauung der Menschheit ist nun eine psychologische Theorie. Es geht

über unsere Absicht hinaus zu zeigen, wieviel von ihr noch im Leben der

Gegenwart nachweisbar ist, entweder entwertet in der Form des Aberglaubens,

oder lebendig als Grundlage unseres Sprechens, Glaubens und Philosophierens.

Es greift auf diese Stufenfolge der drei Weltanschauungen zurück, wenn

gesagt wird, daß der Animismus selbst noch keine Religion ist, aber die

Vorbedingungen enthält, auf denen sich später die Religionen aufbauen. Es ist

auch augenfällig, daß der Mythus auf animistischen Voraussetzungen ruht; die

Einzelheiten der Beziehung von Mythus und Animismus erscheinen aber als in

wesentlichen Punkten ungeklärt.

 

2.

 

Unsere psychoanalytische Arbeit wird an anderer Stelle einsetzen. – Man

darf nicht annehmen, daß die Menschen sich aus reiner spekulativer

Wißbegierde zur Schöpfung ihres ersten Weltsystems aufgeschwungen haben.

Das praktische Bedürfnis, sich der Welt zu bemächtigen, muß seinen Anteil an

dieser Bemühung haben. Wir sind darum nicht erstaunt zu erfahren, daß mit dem

animistischen System etwas anderes Hand in Hand geht, eine Anweisung, wie

man verfahren müsse, um der Menschen, Tiere und Dinge, respektive ihrer

Geister, Herr zu werden. Diese Anweisung, welche unter dem Namen »Zauberei

und Magie« bekannt ist, will S. Reinach(86) die Strategie des Animismus

heißen; ich würde es vorziehen, sie mit Hubert und Mauß der Technik zu

vergleichen(87).

Kann man Zauberei und Magie begrifflich von einander trennen? Es ist

möglich, wenn man sich mit einiger Eigenmächtigkeit über die Schwankungen

des Sprachgebrauches hinwegsetzen will. Dann ist Zauberei im wesentlichen die

Kunst, die Geister zu beeinflussen, indem man sie behandelt wie unter gleichen

Bedingungen die Menschen, also indem man sie beschwichtigt, versöhnt, sich

geneigt macht, sie einschüchtert, ihrer Macht beraubt, sie seinem Willen unterwirft, durch dieselben Mittel, die man für lebende Menschen wirksam

gefunden hat. Magie ist aber etwas anderes; sie sieht im Grunde von den

Geistern ab und sie bedient sich besonderer Mittel, nicht der banalen

psychologischen Methodik. Wir werden leicht erraten, daß die Magie das

ursprünglichere und bedeutsamere Stück der animistischen Technik ist, denn

unter den Mitteln, mit denen Geister behandelt werden sollen, befinden sich

auch magische(88), und die Magie findet ihre Anwendung auch in Fällen, wo die

Vergeistigung der Natur, wie uns scheint, nicht durchgeführt worden ist.

Die Magie muß den mannigfaltigsten Absichten dienen, die Naturvorgänge

dem Willen des Menschen unterwerfen, das Individuum gegen Feinde und

Gefahren schützen und ihm die Macht geben, seine Feinde zu schädigen. Die

Prinzipien aber, auf deren Voraussetzung das magische Tun beruht – oder

vielmehr das Prinzip der Magie – ist so augenfällig, daß es von allen Autoren

erkannt werden mußte. Man kann es am knappsten, wenn man von dem

beigefügten Werturteil absieht, mit den Worten E. B. Tylors ausdrücken:

»mistaking an ideal connexion for a real one«. An zwei Gruppen von magischen

Handlungen wollen wir diesen Charakter erläutern.

Eine der verbreitetsten magischen Prozeduren, um einem Feind zu schaden,

besteht darin, sich ein Ebenbild von ihm aus beliebigem Material zu machen.

Auf die Ähnlichkeit kommt es dabei wenig an. Man kann auch irgend ein Objekt

zu seinem Bild »ernennen«. Was man dann diesem Ebenbild antut, das stößt

auch dem gehaßten Urbild zu; an welcher Körperstelle man das erstere verletzt,

an derselben erkrankt das letztere. Man kann dieselbe magische Technik anstatt

in den Dienst privater Feindseligkeit auch in den der Frömmigkeit stellen und so

Göttern gegen böse Dämonen zu Hilfe kommen. Ich zitiere nach Frazer(89):

»Jede Nacht, wenn der Sonnengott Ra (im alten Ägypten) zu seinem Heim im

glühenden Westen herabstieg, hatte er einen bitteren Kampf gegen eine Schar

von Dämonen zu bestehen, die ihn unter der Führung des Erzfeindes Apepi

überfielen. Er kämpfte mit ihnen die ganze Nacht und häufig waren die Mächte

der Finsternis stark genug, noch des Tages dunkle Wolken an den blauen

Himmel zu senden, die seine Kraft schwächten und sein Licht abhielten. Um

dem Gotte beizustehen, wurde in seinem Tempel zu Theben täglich folgende

Zeremonie aufgeführt: Es wurde aus Wachs ein Bild seines Feindes Apepi

gemacht, in der Gestalt eines scheußlichen Krokodils oder einer langgeringelten

Schlange und der Name des Dämons mit grüner Tinte darauf geschrieben. In ein

Papyrusgehäuse gehüllt, auf dem eine ähnliche Zeichnung angebracht war,

wurde dann diese Figur mit schwarzem Haar umwickelt, vom Priester

angespuckt, mit einem Steinmesser bearbeitet und auf den Boden geworfen.

Dann trat er mit seinem linken Fuß auf sie und endlich verbrannte er sie in einem von gewissen Pflanzen genährten Feuer. Nachdem Apepi in solcher Weise

beseitigt worden war, geschah mit allen Dämonen seines Gefolges das nämliche.

Dieser Gottesdienst, bei dem gewisse Reden hergesagt werden mußten, wurde

nicht nur morgens, mittags und abends wiederholt, sondern auch jederzeit

dazwischen, wenn ein Sturm wütete, wenn ein heftiger Regenguß niederging

oder schwarze Wolken die Sonnenscheibe am Himmel verdeckten. Die bösen

Feinde verspürten die Züchtigung, die ihren Bildern widerfahren war, als ob sie

sie selbst erlitten hätten; sie flohen und der Sonnengott triumphierte von

neuem(90).«

Aus der unübersehbaren Fülle ähnlich begründeter magischer Handlungen

will ich nur noch zweierlei hervorheben, die bei den primitiven Völkern jederzeit

eine große Rolle gespielt haben und zum Teil im Mythus und Kultus höherer

Entwicklungsstufen erhalten geblieben sind, nämlich die Arten des Regen- und

des Fruchtbarkeitszaubers. Man erzeugt den Regen auf magischem Wege, indem

man ihn imitiert, etwa auch noch die ihn erzeugenden Wolken oder den Sturm

nachahmt. Es sieht aus, als ob man »regnen spielen« wollte. Die japanischen

Ainos z. B. machen Regen in der Weise, daß ein Teil von ihnen Wasser aus

großen Sieben ausgießt, während ein anderer eine große Schüssel mit Segel und

Ruder ausstattet, als ob sie ein Schiff wäre, und sie so um Dorf und Gärten

herumzieht. Die Fruchtbarkeit des Bodens sicherte man sich aber auf magische

Weise, indem man ihm das Schauspiel eines menschlichen Geschlechtsverkehrs

zeigte. So pflegen – ein Beispiel anstatt unendlich vieler – in manchen Teilen

Javas zur Zeit des Herannahens der Reisblüte Bauer und Bäuerin sich nachts auf

die Felder zu begeben, um durch das Beispiel, das sie ihm geben, den Reis zur

Fruchtbarkeit anzuregen(91). Dagegen fürchtete man von verpönten inzestuösen

Geschlechtsbeziehungen, daß sie Mißwuchs und Unfruchtbarkeit des Bodens

erzeugen würden(92).

Auch gewisse negative Vorschriften – magische Vorsichten also – sind dieser

ersten Gruppe einzureihen. Wenn ein Teil der Bewohner eines Dayakdorfes auf

Wildschweinjagd ausgezogen ist, so dürfen die Zurückgebliebenen unterdes

weder Öl noch Wasser mit ihren Händen berühren, sonst würden die Jäger

weiche Finger bekommen und die Beute aus ihren Händen schlüpfen lassen(93).

Oder, wenn ein Gilyakjäger im Walde dem Wilde nachstellt, so ist es seinen

Kindern zu Hause verboten, Zeichnungen auf Holz oder im Sand zu machen. Die

Pfade im dichten Wald könnten sonst so verschlungen werden wie die Linien der

Zeichnung, so daß der Jäger den Weg nach Hause nicht findet(94).

Wenn in diesen letzten wie in so vielen anderen Beispielen magischer

Wirkung die Entfernung keine Rolle spielt, die Telepathie also als

selbstverständlich hingenommen wird, so wird auch uns das Verständnis dieser Eigentümlichkeit der Magie keine Schwierigkeit bereiten.

Es unterliegt keinem Zweifel, was an all diesen Beispielen als das Wirksame

betrachtet wird. Es ist die Ähnlichkeit zwischen der vollzogenen Handlung und

dem erwarteten Geschehen. Frazer nennt darum diese Art der Magie imitative

oder homöopathische. Wenn ich will, daß es regne, so brauche ich nur etwas zu

tun, was wie Regen aussieht oder an Regen erinnert. In einer weiteren Phase der

Kulturentwicklung wird man anstatt dieses magischen Regenzaubers Bittgänge

zu einem Gotteshaus veranstalten und den dort wohnenden Heiligen um Regen

anflehen. Endlich wird man auch diese religiöse Technik aufgeben und dafür

versuchen, durch welche Einwirkungen auf die Atmosphäre Regen erzeugt

werden kann.

In einer anderen Gruppe von magischen Handlungen kommt das Prinzip der

Ähnlichkeit nicht mehr in Betracht, dafür ein anderes, welches sich aus den

nachstehenden Beispielen leicht ergeben wird.

Um einem Feinde zu schaden, kann man sich auch eines anderen Verfahrens

bedienen. Man bemächtigt sich seiner Haare, Nägel, Abfallstoffe oder selbst

eines Teiles seiner Kleidung und stellt mit diesen Dingen etwas Feindseliges an.

Es ist dann gerade so, als hätte man sich der Person selbst bemächtigt, und was

man den von der Person herrührenden Dingen angetan hat, muß ihr selbst

widerfahren. Zu den wesentlichen Bestandteilen einer Persönlichkeit gehört nach

der Anschauung der Primitiven ihr Name; wenn man also den Namen einer

Person oder eines Geistes weiß, hat man eine gewisse Macht über den Träger des

Namens erworben. Daher die merkwürdigen Vorsichten und Beschränkungen im

Gebrauche der Namen, die in dem Aufsatz über das Tabu gestreift worden

sind(95). Die Ähnlichkeit wird in diesen Beispielen offenbar ersetzt durch

Zusammengehörigkeit.

Der Kannibalismus der Primitiven leitet seine sublimere Motivierung in

ähnlicher Weise ab. Indem man Teile vom Leib einer Person durch den Akt des

Verzehrens in sich aufnimmt, eignet man sich auch die Eigenschaften an, welche

dieser Person angehört haben. Daraus erfolgen dann Vorsichten und

Beschränkungen der Diät unter besonderen Umständen. Eine Frau wird in der

Gravidität vermeiden, das Fleisch gewisser Tiere zu genießen, weil deren

unerwünschte Eigenschaften, z. B. die Feigheit, so auf das von ihr genährte Kind

übergehen könnten. Es macht für die magische Wirkung keinen Unterschied,

auch wenn der Zusammenhang ein bereits aufgehobener ist, oder wenn er

überhaupt nur in einmaliger, bedeutungsvoller Berührung bestand. So ist z. B.

der Glaube an ein magisches Band, welches das Schicksal einer Wunde mit dem

der Waffe verknüpft, durch welche sie hervorgerufen wurde, unverändert durch

Jahrtausende zu verfolgen. Wenn ein Melanesier sich des Bogens bemächtigt hat, durch den er verwundet wurde, so wird er ihn sorgfältig an einem kühlen Ort

verwahren, um so die Entzündung der Wunde niederzuhalten. Ist der Bogen aber

im Besitz der Feinde geblieben, so wird er gewiß in nächster Nähe eines Feuers

aufgehängt werden, damit die Wunde nur ja recht entzündet werde und brenne.

Plinius rät in seiner Nat. Hist. XXVIII, wenn man bereut, einen anderen verletzt

zu haben, solle man auf die Hand spucken, welche die Verletzung verschuldet

hat; der Schmerz des Verletzten werde dann sofort gelindert. Francis Bacon

erwähnt in seiner Natural History den allgemein gültigen Glauben, daß das

Salben einer Waffe, welche eine Wunde geschlagen hat, diese Wunde selbst

heilt. Die englischen Bauern sollen noch heute nach diesem Rezept handeln, und

wenn sie sich mit einer Sichel geschnitten haben, das Instrument von da an

sorgfältig rein halten, damit die Wunde nicht in Eiterung gerate. Im Juni des

Jahres 1902, berichtete eine lokale englische Wochenschrift, stieß sich eine Frau

namens Matilda Henry in Norwich zufällig einen eisernen Nagel in die Sohle.

Ohne die Wunde untersuchen zu lassen oder auch nur den Strumpf auszuziehen,

hieß sie ihre Tochter, den Nagel gut einölen, in der Erwartung, daß ihr dann

nichts geschehen könne. Sie selbst starb einige Tage später an

Wundstarrkrampf(96), infolge dieser verschobenen Antisepsis.

Die Beispiele der letzteren Gruppe erläutern, was Frazer als kontagiöse

Magie von der imitativen sondert. Was in ihnen als wirksam gedacht wird, ist

nicht mehr die Ähnlichkeit, sondern der Zusammenhang im Raum, die

Kontiguität, wenigstens die vorgestellte Kontiguität, die Erinnerung an ihr

Vorhandensein. Da aber Ähnlichkeit und Kontiguität die beiden wesentlichen

Prinzipien der Assoziationsvorgänge sind, stellt sich als Erklärung für all die

Tollheit der magischen Vorschriften wirklich die Herrschaft der Ideenassoziation

heraus. Man sieht, wie zutreffend sich Tylors oben zitierte Charakteristik der

Magie erweist: mistaking an ideal connexion for a real one, oder wie es fast

gleichlautend Frazer ausgedrückt hat: men mistook the order of their ideas for

the order of nature, and hence imagined that the control which they have, or

seem to have, over their thoughts, permitted them to exercise a corresponding

control over things(97).

Es wird dann zunächst befremdend wirken, daß diese einleuchtende

Erklärung der Magie von manchen Autoren als unbefriedigend verworfen

werden konnte(98). Bei näherer Überlegung muß man aber dem Einwand Recht

geben, daß die Assoziationstheorie der Magie bloß die Wege aufklärt, welche die

Magie geht, aber nicht deren eigentliches Wesen, nämlich nicht das

Mißverständnis, welches sie psychologische Gesetze an die Stelle natürlicher

setzen heißt. Es bedarf hier offenbar eines dynamischen Moments, aber während

die Suche nach einem solchen die Kritiker der Frazerschen Lehre in die Irre führt, wird es leicht, eine befriedigende Aufklärung der Magie zu geben, wenn

man nur die Assoziationstheorie derselben weiterführen und vertiefen will.

Betrachten wir zunächst den einfacheren und bedeutsameren Fall der

imitativen Magie. Nach Frazer kann diese allein geübt werden, während die

kontagiöse Magie in der Regel die imitative voraussetzt(99). Die Motive, welche

zur Ausübung der Magie drängen, sind leicht zu erkennen, es sind die Wünsche

des Menschen. Wir brauchen nun bloß anzunehmen, daß der primitive Mensch

ein großartiges Zutrauen zur Macht seiner Wünsche hat. Im Grund muß all das,

was er auf magischem Wege herstellt, doch nur darum geschehen, weil er es

will. So ist anfänglich bloß sein Wunsch das Betonte.

Für das Kind, welches sich unter analogen psychischen Bedingungen

befindet, aber motorisch noch nicht leistungsfähig ist, haben wir an anderer

Stelle die Annahme vertreten, daß es seine Wünsche zunächst wirklich

halluzinatorisch befriedigt, indem es die befriedigende Situation durch die

zentrifugalen Erregungen seiner Sinnesorgane herstellen läßt(100). Für den

erwachsenen Primitiven ergibt sich ein anderer Weg. An seinem Wunsch hängt

ein motorischer Impuls, der Wille, und dieser – der später im Dienst der

Wunschbefriedigung das Antlitz der Erde verändern wird – wird jetzt dazu

verwendet, die Befriedigung darzustellen, so daß man sie gleichsam durch

motorische Halluzination erleben kann. Eine solche Darstellung des befriedigten

Wunsches ist dem Spiele der Kinder völlig vergleichbar, welches bei diesen die

rein sensorische Technik der Befriedigung ablöst. Wenn Spiel und imitative

Darstellung dem Kinde und dem Primitiven genügen, so ist dies nicht ein

Zeichen von Bescheidenheit in unserem Sinne oder von Resignation infolge

Erkenntnis ihrer realen Ohnmacht, sondern die wohl verständliche Folge der

überwiegenden Wertung ihres Wunsches, des von ihm abhängigen Willens und

der von ihm eingeschlagenen Wege. Mit der Zeit verschiebt sich der psychische

Akzent von den Motiven der magischen Handlung auf deren Mittel, auf die

Handlung selbst. Vielleicht sagen wir richtiger, an diesen Mitteln erst wird ihm

die Überschätzung seiner psychischen Akte evident. Nun hat es den Anschein,

als wäre es nichts anderes als die magische Handlung, die kraft ihrer Ähnlichkeit

mit dem Gewünschten dessen Geschehen erzwingt. Auf der Stufe des

animistischen Denkens gibt es noch keine Gelegenheit, den wahren Sachverhalt

objektiv zu erweisen, wohl aber auf späteren, wenn alle solche Prozeduren noch

gepflegt werden, aber das psychische Phänomen des Zweifels als Ausdruck einer

Verdrängungsneigung bereits möglich ist. Dann werden die Menschen zugeben,

daß die Beschwörungen von Geistern nichts leisten, wenn nicht der Glaube an

sie dabei ist, und daß auch die Zauberkraft des Gebets versagt, wenn keine

Frömmigkeit dahinter wirkt(101).