Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein
Von den Folgen dieser Angewohnheit des Atemziehens mit geschlossenen Lippen.
Von den Folgen dieser Angewohnheit des Atemziehens mit
geschlossenen Lippen.
Die unmittelbare Folge davon ist, daß sie auch im Schlafe fortwährt, und ich
sogleich aus dem Schlafe aufgeschreckt werde, wenn ich zufälligerweise die
Lippen öffne und ein Atemzug durch den Mund geschieht: woraus man sieht,
daß der Schlaf und mit ihm der Traum, nicht eine so gänzliche Abwesenheit von
dem Zustande des Wachenden ist, daß sich nicht auch eine Aufmerksamkeit auf
seine Lage in jenem Zustande mit einmische: wie man denn dieses auch daraus
abnehmen kann, daß die, welche sich des Abends vorher vorgenommen haben,
früher als gewöhnlich (etwa zu einer Spazierfahrt) aufzustehen, auch früher
erwachen, indem sie vermutlich durch die Stadtuhren aufgeweckt werden, die sie
also auch mitten im Schlaf haben hören und darauf acht geben müssen. – Die
mittelbare Folge dieser löblichen Angewöhnung ist: daß das unwillkürliche
abgenötigte Husten (nicht das Aufhusten eines Schleims als beabsichtigter
Auswurf) in beiderlei Zustande verhütet und so durch die bloße Macht des
Vorsatzes eine Krankheit verhütet wird. – – Ich habe sogar gefunden, daß, da
mich nach ausgelöschtem Licht (und eben zu Bette gelegt) auf einmal ein starker
Durst anwandelte, den mit Wassertrinken zu löschen ich im Finstern hätte in eine
andere Stube gehen und durch Herumtappen das Wassergeschirr suchen müssen,
ich darauf fiel, verschiedene und starke Atemzüge mit Erhebung der Brust zu
thun und gleichsam Luft durch die Nase zu trinken, wodurch der Durst in wenig
Sekunden völlig gelöscht war. Es war ein krankhafter Reiz, der durch einen
Gegenreiz gehoben ward.