
Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein
Der Geist allein lebt, das Leben des Geistes allein ist wahres Leben, schreibt der Herausgeber C. W. Hufeland im Vorwort zu diesem bei Leipzig und Wien im Bibliographischen Institut erschienenen Kant-Text: Das Leben des Leibes müsse jenem immer untergeordnet und von ihm beherrscht werden, nicht umgekehrt der Geist sich den Launen, Stimmungen und Trieben des Körpers unterordnen, solle das wahre Leben erhalten bleiben. Diese Wahrheit sei von jeher von den Weisesten der Welt als der Grundpfeiler aller Sittlichkeit, aller Tugend, aller Religion betrachtet worden, doch könne sie nicht oft genug wiederholt werden, weil selbst die Philosophie in neueren Zeiten die Abhängigkeit des Geistes von dem Körper in Schutz nehme und damit dem gröbsten Materialismus Vorschub leiste. Ewig wahr bleibt das Sinnbild, den Menschen als den Reiter eines wilden Pferdes zu betrachten, dem der Geist die Zügel führen müsse.






