Von der Macht des Gemüts, durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein
Nachschrift. Vorsorge für die Augen von seiten der Buchdrucker und Verleger.
Nachschrift.
Vorsorge für die Augen von seiten der Buchdrucker und Verleger.
Den Verfasser der Kunst das menschliche (auch besonders das litterarische)
Leben zu verlängern, darf ich also dazu wohl auffordern, daß er wohlwollend
auch darauf bedacht sei, die Augen der Leser – vornehmlich der jetzt großen
Zahl der Leserinnen, die den Übelstand der Brille noch härter fühlen dürften – in
Schutz zu nehmen: auf welche jetzt aus elender Ziererei der Buchdrucker (denn
Buchstaben haben doch als Malerei schlechterdings nichts Schönes an sich), von
allen Seiten Jagd gemacht wird; damit nicht so, wie in Marokko, durch weiße
Übertünchung aller Häuser ein großer Teil der Einwohner der Stadt blind ist,
dieses Übel aus ähnlicher Ursache auch bei uns einreiße, vielmehr die
Buchdrucker desfalls unter Polizeigesetze gebracht werden. – Die jetzige Mode
will es dagegen anders, nämlich:
1) Nicht mit schwarzer, sondern grauer Tinte (weil es sanfter und lieblicher
auf schönem weißen Papier absteche), zu drucken.
2) Mit Didotschen Lettern, von schmalen Füßen, nicht mit Breitkopfschen,
die ihrem Namen Buchstaben (gleichsam bücherner Stäbe zum Feststehen)
besser entsprechen würden.
3) Mit lateinischer (wohl gar Kursiv) Schrift ein Werk deutschen Inhalts, von
welcher Breitkopf mit Grunde sagte, daß niemand das Lesen derselben für seine
Augen so lange aushalte, als mit der deutschen.
4) Mit so kleiner Schrift als nur möglich, damit für die unten etwa
beizufügenden Noten noch kleinere (dem Auge noch knapper angemessene)
leserlich bleibe(15).
Diesem Unwesen zu steuern, schlage ich vor, den Druck der Berliner
Monatsschrift (nach Text und Noten) zum Muster zu nehmen; denn man mag,
welches Stück man will, in die Hand nehmen, so wird man die durch obige
Leserei angegriffenen Augen durch Ansicht des letzteren merklich gestärkt
fühlen(16).