Aphorismen zur Lebensweisheit

Arthur Schopenhauer · Kapitel 8 von 13

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Aphorismen zur Lebensweisheit

Kapitel V. Paränesen und Maximen.

Kapitel V.

 

Paränesen und Maximen.

 

Weniger noch, als irgendwo, bezwecke ich hier Vollständigkeit; da ich sonst die

vielen, von Denkern aller Zeiten aufgestellten, zum Teil vortrefflichen

Lebensregeln zu wiederholen haben würde, vom Theognis und Pseudo-Salomo

an, bis auf den Rochefoucauld herab; wobei ich dann auch viele, schon breit

getretene Gemeinplätze nicht würde vermeiden können. Mit der Vollständigkeit

fällt aber auch die systematische Anordnung größtenteils weg. Über beide tröste

man sich damit, daß sie, in Dingen dieser Art, fast unausbleiblich die

Langeweile in ihrem Gefolge haben. Ich habe bloß gegeben, was mir eben

eingefallen ist, der Mitteilung wert schien und, so viel mir erinnerlich, noch

nicht, wenigstens nicht ganz und eben so, gesagt worden ist, also eben nur eine

Nachlese zu dem auf diesem unabsehbaren Felde bereits von andern Geleisteten.

 

Um jedoch in die große Mannigfaltigkeit der hierher gehörigen Ansichten und

Ratschläge einige Ordnung zu bringen, will ich sie einteilen in allgemeine, in

solche, welche unser Verhalten gegen uns selbst, dann gegen andere, und endlich

gegen den Weltlauf und das Schicksal betreffen.