
Der Branntweinsäufer und die Berliner Glocken
Ein Soldat des ehemaligen Regiments Lichnowsky, ein unverbesserlicher Branntweinsäufer, verspricht nach unzähligen Schlägen, sich künftig des Trinkens zu enthalten, und hält tatsächlich drei Tage lang Wort, wird aber am vierten wieder betrunken in einem Rinnstein gefunden und in Arrest gebracht. Im Verhör gefragt, warum er seinen Vorsatz gebrochen habe, erklärt er, er sei mit einer Kiste Färbholz über den Lustgarten gegangen, als vom Dom die Glocken herabläuteten: Pommeranzen, Pommeranzen, Pommeranzen, und er habe seines Vorsatzes gedacht und nichts getrunken. Vor dem Rathaus in der Königsstraße habe es dann vom Turm herab Kümmel, Kümmel, Kümmel gebimmelt, doch auch da habe er, obwohl durstig, standgehalten. Erst als es auf dem Rückweg über den Spittelmarkt vom Spittelturm herab Anisette, Anisette, Anisette geklungen habe, habe er den Wirt nach dem Preis gefragt und sei schwach geworden.






