
Märchen-Almanach auf das Jahr 1826
von Wilhelm Hauff

In St. Jago, der Hauptstadt des Königreichs Chili, steht im Augenblick der großen Erderschütterung von 1647 ein junger Spanier namens Jeronimo Rugera an einem Pfeiler seines Gefängnisses und will sich erhängen. Man hatte ihn aus dem Haus des reichen Don Henrico Asteron entfernt, wo er als Lehrer angestellt war, weil er sich mit dessen einziger Tochter Josephe in einem zärtlichen Einverständnis befand. Dann bricht das Beben los, reißt die Mauern nieder und schenkt beiden das Leben zurück. Kleist läßt daraus für einen Tag ein Bild von Güte entstehen und zeigt anschließend, wie schnell dieselben Menschen wieder zu Richtern werden.