
In St. Jürgen
In St. Jürgen, 1867 erschienen, lässt einen namenlosen Erzähler von seiner unscheinbaren, alten Vaterstadt berichten, in der bei hoher Sommerluft die Störche über den Dächern schweben und im April die Schwalben zurückkehren. Der Anblick einer Schwalbe unter seinem Fenster weckt in ihm die Erinnerung an eine längst Verstorbene, der er manche gute Stunde seiner Jugend verdankt, und seine Gedanken wandern die lange Straße hinauf bis zum St.-Jürgens-Stift, einem im sechzehnten Jahrhundert von einem Herzog errichteten Armenhaus am äußersten Ende der Stadt. Von dort aus entfaltet Storm in Rückblenden die Geschichte einer verpassten Liebe aus seiner Jugend, die den Erzähler bis in die Gegenwart begleitet. Die Novelle gehört zu Storms reifen Alterswerken und verbindet seine charakteristische Rahmentechnik mit stiller, elegischer Erinnerungsprosa.






