
Jeremias
Jeremias, eine dramatische Dichtung in neun Bildern, erschien 1918 im Insel-Verlag zu Leipzig, Zweigs Frau Friederike Maria von Winternitz als Frucht der Jahre zwischen Ostern 1915 und Ostern 1917 gewidmet. Das Drama versetzt den Zuschauer nach Jerusalem zur Zeit seines Untergangs und lässt den Propheten Jeremias, der in neun Bildern von seiner Erweckung über seine Warnungen an König Zedekia und das Volk bis zur Belagerung und dem endgültigen Fall der Stadt begleitet wird, zum Sprachrohr eines kompromisslosen Pazifismus werden. Entstanden während der ersten Jahre des Ersten Weltkriegs, in dem Zweig zunächst im Kriegsarchiv diente, liest sich das Drama um den biblischen Propheten, der vor dem sinnlosen Widerstand gegen eine übermächtige Belagerung warnt, unmittelbar als Zweigs eigene Stellungnahme gegen den Krieg seiner Zeit.



