Liebesgedichte

Ricarda Huch · Kapitel 37 von 51

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Liebesgedichte

Wie sich der Frühling opfernd vor der Sonne

W IE sich der Frühling opfernd vor der Sonne

Auf Hügeln, süß von Weihrauch, selbst verzehrt,

So geb ich dir, o Herr, der mich begehrt,

Die deinem Blick erschloßne Liebeswonne.

 

In deine Flamme warf ich meine Blüte.

Dein göttlich Feuer stürmend schnell genießt

Den zarten Flor, der mir vom Herzen sprießt:

Mich selber denn, da du mich liebst, behüte!

 

Laß nach, o Glut, daß ich nicht sterbe! Längst

Mit immer neuen Opfern dich verehrend,

Hab ich, was mein war, deinem Wunsch gegeben;

 

Verlange nicht, daß du mich ganz empfängst,

Mein Leben auch. – Du schütteltest verwehrend

Das Haupt und sprachest: Liebe! wozu leben?