Liebesgedichte

Ricarda Huch · Kapitel 8 von 51

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Liebesgedichte

Still vom Frühlingsabendhimmel

S TILL vom Frühlingsabendhimmel

Schwebt ein Wolkenkahn zu mir hernieder;

Durch das irre Weltgetümmel

Zieht er lautlos wie auf Traumgefieder.

 

Mein Geliebter lenkt den Nachen,

Gram und Inbrunst in den schönen Zügen.

»Heim ziehn alle, die noch wachen.

Komm und laß uns Seel an Seele schmiegen.«

 

Langsam schwer in Abgrundsferne

Sinkt erlöschend der begrünte Hügel,

Und das Himmelreich der Sterne

Taucht aus seiner Augen dunklem Spiegel.