Liebesgedichte

Ricarda Huch · Kapitel 39 von 51

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Liebesgedichte

Du warst in dieser götterlosen Zeit

D U warst in dieser götterlosen Zeit,

Wo trübe Träumer ohne Lichtgedanken

Wie leere Schiffe unterm Himmel schwanken,

Der Stern, der mich geführt hat und gefeit.

 

Die Spur, die du gegangen, zu betreten,

Daß ich nicht irrte, war mein hohes Ziel.

Von irdischen Geschäften, Drang und Spiel

Trug mich empor das Glück dich anzubeten.

 

Wie nachts ein Segel steuernd heimatwärts

Der Leuchte zu die schweren Nebel spaltet

Und so gelenkt sich in den Hafen rettet,

 

Ging ich getrost, den Blick an dich gekettet,

Die Hände gläubig auf der Brust gefaltet,

Durch Flut und Dunkel an dein strahlend Herz.