Liebesgedichte

Ricarda Huch · Kapitel 43 von 51

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Liebesgedichte

Wir fanden im Zwielicht hohe Wege

W IR fanden im Zwielicht hohe Wege,

Ein trauriger Wind ward fernher rege.

Die schwarzen Büsche, die sich bücken,

Zerbläst sein Wehn,

Der Himmel blitzt weiß durch Blätterlücken,

Die schnell vergehn.

 

Das Herz wird uns schwer, der Fuß wird müde,

Wie wenn uns ein Hauch mit Furcht belüde.

Die böse Zeit in Schicksalsgründen

Für immer schwand;

Was kann uns der Wind für Unheil künden,

Uns Hand in Hand?

 

Er kommt von den Hügeln, wo wir klagten,

Von Wolken und Winden nur umjagten,

Verlornen, wo auf bleicher Erde

Nichts wächst, nichts bleibt,

Kein wandernder Schäfer seine Herde

Vorübertreibt.