
Der Fall Deruga
von Ricarda Huch

Ludwig Fugeler schickt seiner Frau die Blätter, auf denen er sein Leben aufgeschrieben hat, und setzt einen Spaziergang zur Wilhelmsburg davor: Sein Freund Haller erdrückt im Eifer der Rede einen jungen Finken, und über dessen Schulter glänzt ein Spinnfaden, der bis in den Himmel zu reichen scheint. Danach erzählt Ludwig zurück. Sein erstes Bild ist die kühle Kirche, in der die Mutter scheuert, das dröhnende Licht der bunten Fenster und der Ruf „Fugelerin, Ihr Bub ist aufgewacht“. Dann das Häuslein am Graben, der Mietsmann Heinrich Kilian mit seinen roten Nelken, und ein Professor, der den Buben nackt als Engel auf ein Altarbild malen will.