
Über die Psychologie des Geldes
Über die Psychologie des Geldes untersucht, wie Geld als reines Mittel unser Erleben und Handeln prägt. Simmel geht von der Beobachtung aus, dass sich in jedem Erkennen und Handeln ein relativ fester Bestandteil, gebildet aus sinnlichen Einzeltatsachen unserer Erfahrung und den letzten Zielen unseres Willens, von einem relativ flüssigen Bestandteil sondert, der aus den ursächlichen Zusammenhängen und Mitteln besteht, mit denen wir unsere Zwecke immer gründlicher, aber auch immer indirekter zu erreichen suchen. Geld, als das reinste und abstrakteste aller Mittel, macht dieses Wechselverhältnis von Zweck und Mittel besonders sichtbar: Es lässt sich beliebig gegen andere Werte tauschen und wird dadurch selbst zu einem Objekt eigener Begierde, das seinen ursprünglichen, dienenden Charakter zu verlieren droht. Der Essay bildet eine Vorstudie zu Simmels später ausgearbeiteter Philosophie des Geldes.






