Der Moses des Michelangelo
- Erstveröffentlichung
- 1914
- Seiten
- 33
Über dieses Buch
Ich schicke voraus, dass ich kein Kunstkenner bin, sondern Laie, beginnt Freud, und gesteht, dass ihn der Inhalt eines Kunstwerks stärker anzieht als dessen formale und technische Eigenschaften. Kunstwerke üben eine starke Wirkung auf ihn aus, besonders Dichtungen und Werke der Plastik, seltener Malereien, und er ist so veranlasst worden, bei den entsprechenden Gelegenheiten lange vor ihnen zu verweilen, um sich zu begreifen, wodurch sie wirken; in der Musik dagegen, wo ihm das nicht gelingt, sei er fast genussunfähig. Eine rationalistische, vielleicht analytische Anlage sträube sich in ihm dagegen, ergriffen zu sein, ohne zu wissen warum und wodurch, und er bemerkt die paradoxe Tatsache, dass gerade einige der großartigsten Kunstschöpfungen unserem Verständnis dunkel geblieben sind: Man bewundert sie, fühlt sich von ihnen bezwungen, aber weiß nicht zu sagen, was sie vorstellen.
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Angaben zum Buch
- Autor
- Sigmund Freud
- Erstveröffentlichung
- 1914
- Seiten
- 33
- Sprache
- Deutsch
- Genre
- Klassiker
- Formate
- PDF, EPUB, Online lesen