Was heißt: sich im Denken orientieren?
- Erstveröffentlichung
- 1786
- Seiten
- 26
Über dieses Buch
Wir mögen unsere Begriffe noch so hoch anlegen und dabei noch so sehr von der Sinnlichkeit abstrahieren, so hängen ihnen doch immer bildliche Vorstellungen an, deren eigentliche Bestimmung es ist, sie, die sonst nicht von der Erfahrung abgeleitet sind, tauglich zu machen, beginnt Kant, denn wie wollte man Begriffen sonst Sinn und Bedeutung verschaffen, wenn ihnen nicht irgendeine Anschauung untergelegt würde, die zuletzt immer ein Beispiel aus irgendeiner möglichen Erfahrung sein müsse. Lässt man von dieser konkreten Verstandeshandlung zuerst die zufällige sinnliche Wahrnehmung, dann sogar die reine sinnliche Anschauung überhaupt weg, so bleibt jener reine Verstandesbegriff übrig, dessen Umfang erweitert ist und eine Regel des Denkens überhaupt enthält; auf solche Weise sei selbst die allgemeine Logik zustande gekommen. Von dieser Art sei auch der Grundsatz, zu dem sich der selige Mendelssohn, soweit Kant wisse, nur in seinen letzten Schriften ausdrücklich bekannt habe, nämlich die Maxime der Notwendigkeit, im spekulativen Gebrauch der Vernunft durch ein Leitungsmittel geleitet zu werden, das er bald den Gemeinsinn, bald die gesunde Vernunft, bald den schlichten Menschenverstand nannte.
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Angaben zum Buch
- Autor
- Immanuel Kant
- Erstveröffentlichung
- 1786
- Seiten
- 26
- Sprache
- Deutsch
- Genre
- Klassiker
- Formate
- PDF, EPUB, Online lesen