Zwischen Himmel und Erde

Otto Ludwig · Kapitel 3 von 3 · Teil 9/9

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Zwischen Himmel und Erde

Zwischen Himmel und Erde

Dieses Kapitel ist lang und deshalb in 9 Teile geteilt.

um sie an dem nächsten Dachhaken über der Türe anzuhängen. Den Werkleuten

schien das unmöglich. Der Sturm mußte die Leiter in die Lüfte reißen und — nur

zu möglich war’s, er riß den Mann mit. Es kam Apollonius zu statten, daß der

Wind die Leiter gegen die Dachfläche drückte. An Licht fehlte es nicht, den

Haken zu finden; aber der Schneestaub, der dazwischen wirbelte und, vom

Dache herabrollend, in seine Augen schlug, war hinderlich. Dennoch fühlte er,

die Leiter hing fest. Zeit war nicht zu verlieren; er schwang sich hinaus. Er

mußte sich mehr der Kraft und Sicherheit seiner Hände und Arme anvertrauen,

als dem sicheren Tritt seiner Füße, als er hinaufklomm, denn der Sturm

schaukelte die Leiter samt dem Mann wie eine Glocke hin und her. Oben,

seitwärts über der ersten Sprosse der Leiter, hüpften bläuliche Flammen mit

gelben Spitzen unter der Lücke und leckten unter den Rändern der Schiefer

hervor. Zwei Fuß tief unter der Lücke hatte der Blitz hineingeschlagen. Vor einer

Stunde noch war er vor dem Gedanken der bloßen Möglichkeit erschrocken,

hierher könnte der Blitz schlagen und er müsse herauf — eine Reihe dunkler,

tödlicher Fiebergebilde hatten sich daran geschlossen — jetzt war alles

geschehen, wie er sich’s vorhin nur gedacht; aber die Lücke war ihm wie jede

andere Stelle des Turmdachs, schwindellos stand er auf der Leiter und nur ein

frisches, tapferes Gefühl erfüllte ihn: der Drang, von Kirche und Stadt die

drohende Gefahr zu wenden. Ja, etwas, was ihm die dunkle Furcht durch Sorge

erhöht hatte, erwies sich nun sogar als heilvoll und glücklich. Er erkannte, nur

das Wasser, welches die Lücke wochenlang geschluckt, und das nun im Holze

gefroren, ließ die Flamme nicht so schnell überhand nehmen, als ohne dies

Hindernis geschehen wäre. Der Raum, den der Brand bis jetzt einnahm, war ein

kleiner. Der Frost in der Verschalung warf die hartnäckig immer

wiederkehrenden hüpfenden Flämmchen lange zurück, ehe sie bleibend

einwurzeln und von dem Wurzelpunkte aus weiterfressen konnten. Hatten sie

sich einmal zu einer großen Flamme vereinigt und diese den durch Frost gefeiten

Raum unter der Lücke überschritten, dann mußte der Brand bald riesig über die

Turmspitze hinauswachsen, und die Kirche und vielleicht die Stadt erlag der

vereinten Gewalt von Feuer und Sturm. Er sah, noch war zu retten; und er brauchte die Kraft, die ihm dieser Gedanke gab. Die Leiter schaukelte nicht

mehr bloß herüber und hinüber, sie wuchtete zugleich auf und ab. Was war das?

Wenn der Dachbalken locker war, — aber er wußte, das konnte nicht sein —

diese Bewegung war unmöglich. Aber die Leiter hing ja gar nicht an dem

Haken; er hatte sie an ein hervorspringendes Eichenblatt der Blechverzierung

angehängt, nahe an einem der Befestigungspunkte; aber das andere Ende des

Girlandenstücks, an dem die Leiter hing, war das, was er zu befestigen vergessen

hatte. Sein Gewicht wuchtete an dem Stücke und zog es mit der Leiter immer

mehr herab und bog die Seite nach vorn, an die er die Leiter gehängt. Noch

einen Zoll tiefer, und das Blatt lag wagrecht und die Leiter glitt von dem Blatte

herab und mit ihm hinunter in die ungeheure Tiefe. Jetzt mußte sich sein

neugewonnener Lebensmut bewähren, und er tat’s. Sechs Zoll weit neben dem

Blatte war der Haken. Noch drei leichte Schritte die schwankende Leiter hinauf

und er faßte mit der linken Hand den Haken, hielt sich fest daran und hob die

Leiter mit der rechten von dem Blatte herüber an den Haken. Sie hing. Die Linke

ließ den Haken und faßte neben der rechten die Leitersprosse; die Füße folgten;

er stand wieder auf der Leiter. Und jetzt begannen schon die Schiefer unter der

Lücke zu glühen; nicht lang und sie rollten sich schmelzend, und die brennenden

Schlacken trugen das Verderben fliegend weiter. Apollonius zog die Klaue aus

dem Gürtel; wenig Stöße mit dem Werkzeug, und die Schiefer fielen abgestreift

in die Tiefe. Nun übersah er deutlich den geringen Umfang der brennenden

Fläche; seine Zuversicht wuchs. Zwei Züge an dem Schlauch, und die Spritze

begann zu wirken. Er hielt das Rohr erst gegen die Lücke, um die Verschalung

oberhalb des Brandes noch geschickter zum Widerstande zu machen. Die Spritze

bewies sich kräftig; wo ihr Strahl unter den Rand der Schiefer sich einzwängte,

splitterten diese krachend von den Nägeln. Die Flammen des Brandes knisterten

und hüpften zornig unter dem herabfließenden Wasser; erst dem unmittelbar

gegen sie gerichteten Strahl gelang es, und auch diesem mehr durch seine

erstickende Gewalt als durch die Natur seines Stoffes, die hartnäckigen zu

bezwingen.

Die Brandfläche lag schwarz vor ihm, dem Strahl der Spritze antwortete kein

Zischen mehr. Da rasselte das Getriebe der Uhr tief unter ihm. Es schlug Zwei.

Zwei Schläge! Zwei! Und er stand und stürzte nicht! Wie anders war es nun in

der Wirklichkeit gekommen, als die fieberischen Ahnungen gedroht! Wenn er

oben war, da schlug es Zwei, da packte ihn der Schwindel und riß ihn hinab, eine

dunkle Schuld zu büßen. Das hatten ihm seine schweren wachen Träume

gezeigt. Und er stand doch wirklich oben, und die Leiter schwankte im Sturme,

Schneestaub umwirbelte ihn, Blitze umzuckten ihn; mit jedem flammte die

Schneedecke der Dächer, der Berge, des Tals, die ganze Gegend in einer ungeheuren Flamme auf, und nun schlug’s Zwei unter ihm, die Glockentöne

heulten, vom Sturme gezerrt hinaus in den Aufruhr, und er stand, er stand

schwindellos, er stürzte nicht. Er wußte, keine Schuld lag auf ihm; er hatte seine

Pflicht getan, wo Tausende sie nicht getan hätten; er hatte die Stadt, an der er mit

ganzer Seele hing, er allein, von der furchtbarsten Gefahr befreit. Aber aller

Stolz dieses Gedankens war in dieser Seele nur ein Dankgebet. Er dachte nicht

an die Menschen, die ihn preisen würden, nur an die Menschen, die nun wieder

aufatmen durften, an das Elend, das verhütet, an das Glück, welches erhalten

war. Und er fühlte selbst nach Monden wieder, was frei aufatmen heißt. Diese

Nacht hatte ja auch ihm die Lust wieder gebracht. Mit Freudigkeit erinnerte er

sich jetzt wieder an das Wort, das er sich gegeben. Menschen wie Apollonius

ist’s der höchste Segen einer braven Tat, daß sie sich gestärkt fühlen zu neuem,

bravem Tun.

 

Die Menge unten schrie noch immer: Wo? Wo? und drängte sich

durcheinander, als der zweite Einschlag geschah. Alles stand einen Augenblick

von Schrecken gelähmt. „Gott sei Dank! es war wieder kalt!“ rief eine Stimme.

„Nein! nein! dasmal brennt’s! Erbarme sich Gott!“ entgegneten andere, scharfe

Augen sahen, wenn zuweilen zwischen den Blitzen Dunkel eintrat, die kleinen

Flammen wie Lichterchen über die Schiefer hüpfen. Sie suchten sich und lohten,

wenn sie sich fanden, zuckend in eine größere Flamme zusammen auf; dann

flohen sie sich tanzend und schlugen wieder zusammen. Der Sturm bog und

dehnte sich hin und her; zuweilen schienen sie zu verlöschen, dann züngelten sie

noch höher auf als vorhin. Sie wuchsen, das sah man, aber rasch war ihr

Wachstum nicht. Viel schneller und gewaltiger schwoll das neue Feuerjo durch

die ganze Stadt. In angstvoller Spannung bohrten sich alle Blicke auf der kleinen

Stelle fest. „Jetzt Hilfe, und es ist noch zu verlöschen!“ Und wieder klang

angstvoll der Ruf: „Nettenmair! Wo ist Nettenmair?“ durch Sturm und Donner.

Eine Stimme rief: „Er ist auf dem Turm.“ Alle Gemüter fühlten das wie eine

Beruhigung. Und die meisten kannten ihn nicht, selbst die meisten unter den

Rufern. Und die ihn nicht kannten, schrien am lautesten. In Augenblicken

allgemeiner Hilflosigkeit klammert sich die Menge an einen Namen, an ein

bloßes Wort. Ein Teil schiebt damit die Anforderungen des Gewissens zu

eigenem Mühen, zu eigenem Wagnis von sich; und diese sind’s, die dem Helfer,

hat er nicht geholfen, dann unbarmherzig nachrechnen, was er getan und was er

nicht getan. Die andern sind froh, täuschen sie sich nur über den nächsten

Augenblick hinweg. „Was soll er?“ rief einer. „Helfen! Retten!“ andere. „Und

wenn er Flügel hätte, in dem Sturm wagt’s keiner.“ „Der Nettenmair gewiß!“ Im

tiefsten Herzen wußten auch die vertrauendsten, er wird’s nicht wagen. Der Gedanke, daß die Flamme noch gelöscht werden konnte, wenn sie nur

zugänglich war, machte die allgemeine Empfindung peinlicher, da er die stumpfe

Ergebung hinderte, wozu die unausweichliche Not mit milder Härte zwingt. Als

die Ausfahrtür sich öffnete und die herausgehaltene Leiter sichtbar wurde, als es

schien, es wagt es dennoch einer, wirkte das so erschreckend, als der Einschlag

selbst. Und die Leiter hing und schaukelte hoch oben mit dem Mann, der daran

hinaufklomm, von Schnee umwirbelt, von Blitzen umzuckt; die Leiter hinauf,

die wie aus einem Span geschnitten schien und wie eine Glocke mit ihm

schaukelte, in der entsetzlichen Höhe. Jeder Atem stockte. Aus Hunderten der

verschiedensten Gesichter starrte derselbe Ausdruck nach dem Manne hinauf.

Keiner glaubte an das Wagnis, und sie sahen den Wagenden doch. Es war wie

etwas, das ein Traum wäre und doch Wirklichkeit zugleich. Keiner glaubte es,

und doch stand jeder einzelne selbst auf der Leiter, und unter ihm schaukelte der

leichte Span im Sturm und Blitz und Donner hoch zwischen Himmel und Erde.

Und sie standen doch auch wieder unten auf der festen Erde und sahen nur

hinauf; und doch, wenn der Mann stürzte, dann waren sie’s, die stürzten. Die

Menschen unten auf der festen Erde hielten sich krampfhaft an ihren eigenen

Händen, an ihren Stöcken, ihren Kleidern an, um nicht herabzustürzen von der

entsetzlichen Höhe. So standen sie sicher und hingen doch zugleich über dem

Abgrunde des Todes, jahrelang, ein Leben lang, denn die Vergangenheit war

nicht gewesen; und doch war’s nur ein Augenblick, seit sie oben hingen. Sie

vergaßen die Gefahr der Stadt, ihre eigene über der Gefahr des Menschen da

oben, die ja doch ihre eigene war. Sie sahen, der Brand war getilgt, die Gefahr

der Stadt vorüber; sie wußten es wie in einem Traume, wo man weiß, man

träumt; es war ein bloßer Gedanke ohne lebendigen Inhalt. Erst als der Mann die

Leiter herabgeklommen, in der Ausfahrtür verschwunden war, und die Leiter

sich nachgezogen hatte, erst als sie nicht mehr oben hingen, als sie sich nicht

mehr an den eigenen Händen, Stöcken und Kleidern festhalten mußten; da erst

kämpfte die Bewunderung mit der Angst, da erst erstickte der Jubel: „Zu, braver

Junge!“ in dem Angstruf: „Er ist verloren!“ Eine alterszitternde Stimme begann

zu singen: „Nun danket alle Gott!“ Als der alte Mann an die Zeile kam: „der uns

behütet hat,“ da erst stand alles vor ihrer Seele, was sie verlieren konnten und

was ihnen gerettet war. Die fremdesten Menschen fielen sich in die Arme, einer

umschlang in dem andern die Lieben, die er verlieren konnte, die ihm gerettet

waren. Alle stimmten ein in den Gesang und die Töne des Dankes schwollen

durch die ganze Stadt, über Straßen und Plätze, wo Menschen standen, die

gefürchtet hatten, und drangen in die Häuser hinein bis in das innerste Gemach,

und stiegen bis in die höchste Bodenkammer hinauf. Der Kranke in seinem

einsamen Bett, das Alter in dem Stuhl, wohin es die Schwäche gebannt hielt, sang von ferne mit; Kinder sangen mit, die das Lied nicht verstanden und die

Gefahr, die abgewendet war. Die ganze Stadt war eine einzige große Kirche und

Sturm und Donner die riesige Orgel darin. Und wieder erhob sich der Ruf: „Der

Nettenmair! Wo ist der Nettenmair? Wo ist der Helfer? Wo ist der Retter? Wo ist

der kühne Junge? Wo ist der brave Mann?“ Sturm und Gewitter waren

vergessen. Alles stürzte durcheinander, den Gerufenen suchend; der Turm von

Sankt Georg wurde gestürmt. Den Suchenden kam der Zimmermann entgegen

und sagte, der Nettenmair habe sich einen Augenblick im Türmerstübchen zur

Ruhe gelegt. Nun drangen sie in den Zimmermann, er sei doch nicht beschädigt?

Seine Gesundheit habe doch nicht gelitten? Der Zimmermann konnte nichts

sagen, als daß Nettenmair mehr getan habe, als ein Mensch im gewöhnlichen

Lauf der Dinge zu tun imstande sei. Bei solchen Gelegenheiten, wie die Rettung

heute, sei der Mensch ein anderer; hinternach erstaune er selber über die Kräfte,

die er gehabt. Aber es bezahle sich alles. Ihn — den Zimmermeister — solle es

nicht wundern, schliefe Nettenmair nach der gehabten Anstrengung drei Tage

und drei Nächte „in einem Ritt“ hintereinander fort. Die Leute schienen bereit,

so lange auf den Treppen zu warten, um den Braven nur gleich nach seinem

Erwachen zu sehen. Unterdes hatte ein angesehener Mann auf dem nahen

Marktplatze eine Geldsammlung begonnen. Geld lohne freilich solch ein Tun

nicht, als der Brave heut bewiesen; aber man könne ihm wenigstens zeigen, man

wisse, was man ihm zu danken habe. In der Stimmung des Augenblicks, die in

jedem einzelnen wiederklang, liefen sogar anerkannte Geizhälse hastig heim,

ihren Beitrag zu holen, unbekümmert darum, daß sie es eine Stunde später reuen

würde. Wenige von den Wohlhabenderen schlossen sich aus; die Ärmeren

steuerten alle bei. Der Sammler erstaunte selbst über den reichen Erfolg seiner

Bemühungen.

Wohl eine halbe Stunde hatte Apollonius gelegen. Ehe er sich gelegt, hatte er

noch gesorgt, daß die Laternen vorsichtig ausgelöscht wurden. Er hatte die

Ausfahrtüre geschlossen und die Spritze leeren, die Schläuche in die

Türmerstube bringen lassen, damit der Frost keinen Schaden daran bringen

konnte. Er vermochte kaum mehr zu stehen. Der Bauherr, der unterdes

heraufgekommen war, hatte ihn dennoch halb mit Gewalt in die Türmerstube

hinunterbringen müssen. Dann hatte der Freund die Türe von innen verriegelt,

Apollonius genötigt, die gefrorenen Kleider auszuziehen, und dann wie eine

Mutter an seines Lieblings Bett gesessen. Apollonius konnte nicht schlafen; der

alte Mann litt aber nicht, daß er sprach. Er hatte Rum und Zucker mitgebracht;

an heißem Wasser fehlte es nicht; Apollonius aber, der nie hitziges Getränk zu

sich nahm, wies den Grog dankend zurück. Der Geselle hatte unterdes frische

Kleider geholt. Apollonius versicherte, er finde sich wieder vollkommen kräftig, aber er zögerte, aus dem Bette aufzustehen. Der Alte gab ihm lachend die

Kleider. Apollonius hatte sich vorhin unter der Decke ausgezogen, und so zog er

sich wieder an. Der Bauherr kehrte sich ab von ihm und lachte durch das Fenster

Sturm und Blitzen zu; er wußte nicht, ob über Apollonius’ Schamhaftigkeit, oder

überhaupt aus Freude an seinem Liebling. Er hatte oft bereut, daß er Junggeselle

geblieben war; jetzt freute es ihn fast. Er hatte ja doch einen Sohn, und einen so

braven, als ein Vater wünschen kann.

Auf dem Wege begann eine große Not für Apollonius. Er wurde von Arm in

Arm gerissen; selbst angesehene Frauen umfaßten und küßten ihn. Seine Hände

wurden so gedrückt und geschüttelt, daß er sie drei Tage lang nicht mehr fühlte.

Er verlor seine natürliche, edle Haltung nicht; die verlegene Bescheidenheit dem

begeisterten Danke, das Erröten dem bewundernden Lobe gegenüber stand ihm

so schön an, als sein mutig entschlossenes Wesen in der Gefahr. Wer ihn nicht

schon kannte, verwunderte sich; man hatte sich ihn anders gedacht, braun,

keckäugig, verwegen, übersprudelnd von Kraftgefühl, wohl sogar wild. Aber

man gestand sich, sein Ansehen widersprach dennoch nicht seiner Tat. Das

mädchenhafte Erröten einer so hohen, männlichen Gestalt hatte seinen eigenen

Reiz, und die verlegene Bescheidenheit des ehrlichen Gesichts, die nicht zu

wissen schien, was er getan, gewann; die milde Besonnenheit und einfache Ruhe

stellte die Tat nur in ein schöneres Licht; man sah, Eitelkeit und Ehrbegierde

hatten keinen Teil daran gehabt.

 

Wir überspringen im Geiste drei Jahrzehnte, und kehren zu dem Manne zurück,

mit dem wir uns im Anfange unserer Erzählung beschäftigten. Wir ließen ihn in

der Laube seines Gärtchens. Die Glockentöne von Sankt Georg riefen die

Bewohner der Stadt zum Vormittagsgottesdienste; sie klangen auch in das

Gärtchen hinter dem Hause mit den grünen Fensterladen herein. Dort sitzt er

jeden Sonntag um diese Zeit. Rufen die Glocken zum Nachmittagsgottesdienst,

dann sieht man ihn, das silberbeknopfte Rohr in der Hand, nach der Kirche

steigen. Kein Mensch begegnet ihm, der den alten Herrn nicht ehrerbietig grüßte.

Nun sind es bald dreißig Jahre her, aber es gibt noch Leute, die die Nacht

miterlebt haben, die denkwürdige Nacht, von der wir eben erzählten. Wer es

noch nicht weiß, dem können sie sagen, was der Mann mit dem silberbeknopften

Stocke für die Stadt getan in jener Nacht. Und was er den Morgen nachher

gestiftet, davon kann man Steine zeugen hören. Vor der Stadt am Brambacher

Wege, nicht weit vom Schützenhaus, erhebt sich aus freundlichem Gärtchen ein

stattlicher Bau. Es ist das neue Bürgerhospital. Jeder Fremde, der das Haus

besucht, erfährt, daß der erste Gedanke dazu von Herrn Nettenmair kam. Er muß

die ganze Geschichte jener Nacht hören, die wackere Tat des Herrn Nettenmair, der dazumal noch jung war; dann, wie man Geld für ihn gesammelt, und er die

bedeutende Summe an den Rat gegeben als Stamm zu dem Kapital, das der Bau

erforderte; wie sein Beispiel Frucht getragen, und reiche Bürger mehr oder

weniger dazu geschenkt und vermacht, bis endlich nach Jahren ein Zuschuß aus

der Stadtkasse Beginn und Vollendung des Baues ermöglicht hatte.

War Herr Nettenmair aus der Kirche zurück, dann verbrachte er den Rest des

Sonntags auf seinem Stübchen — denn da wohnt er noch immer — oder er

machte einen Gang nach der nahen Schiefergrube, die jetzt ihm gehört oder

vielmehr seinem Neffen. Die Erfüllung des Wortes, das er sich gegeben, war der

Gedanke seines Lebens geblieben. Was er schaffte, schaffte er für die

Angehörigen seines Bruders; er sah sich nur als ihren Verwalter an. Begegnete

ihm auf seinem Wege ein zierliches, kleines Mädchen, so dachte er an das tote

Ännchen. Sein Gedächtnis war so gewissenhaft als er selbst. Dann rief er das

Kind zu sich, streichelte ihm das Köpfchen, und es mußte wunderlich

zugegangen sein, fand sich in den Taschen des blauen Rockes nicht irgend etwas

sorglich in reines Papier Gewickeltes, das er herausnehmen konnte, sich von

dem kleinen Munde einen Dank zu verdienen. Aber das Kind konnte sich erst

freuen, wenn er vorübergegangen war. Bei aller Freundlichkeit hatte die große

Gestalt etwas so Ernstes und Feierliches, daß das Kind vor Respekt nicht zur

Freude kommen konnte. Die Woche über saß Herr Nettenmair über seinen

Büchern und Briefen oder beaufsichtigte im Schuppen das Ab- und Aufladen,

das Behauen und Sortieren der Schiefer. Punkt zwölf aß er zu Mittag, punkt

sechs zu Abend auf seinem Stübchen; dazu brauchte er eine Viertelstunde, dann

strich er mit leiser Hand über das alte Sofa und bewegte sich drei andere

Viertelstunden, war es Sommerszeit, im Gärtchen. Mit dem ersten Viertelschlage

von eins und sieben Uhr klinkte er die Staketentür wieder hinter sich zu. Am

Sonntag ist’s anders; da sitzt er eine ganze Stunde lang in der Laube und sieht

nach dem Turmdache von Sankt Georg hinauf. Uns bleibt wenig nachzuholen,

und der Leser kennt alles, was dann durch Herrn Nettenmairs Seele geht, was er

abliest vom Turmdache von Sankt Georg. Auch wem das bejahrte, aber immer

noch schöne Frauengesicht gehört, das zuweilen durch das Staket und das

Bohnengelände daran zu dem Sitzenden herüberlauscht, das weiß der Leser nun.

Die jetzt weiße Locke über der Stirn, die sich noch immer gern frei macht, war

noch dunkelbraun und voll, und hing auf eine faltenlose Stirn herab, die Wangen

darunter schwellte noch Jugendkraft, die Lippen blühten noch und die blauen

Augen glänzten, als sie dem Manne entgegeneilte, der eben die Stadt gerettet. Er

küßte sie leise auf die Stirn und nannte sie mit dem Namen „Schwester“. Sie

verstand, was er meinte. Schon damals sah sie zu dem Manne hinauf, mit der

Ergebung, ja Andacht, mit der sie jetzt sein Sinnen belauscht, aber noch ein ander Gefühl trat auf ihr durchsichtiges Antlitz.

Der alte Herr geriet in Zorn, als Apollonius ihm seinen Entschluß, nicht zu

heiraten, mitteilte. Er ließ dem Sohne die Wahl, die Ehre der Familie zu

bedenken oder nach Köln zurückzugehen. Apollonius’ Herzen wurde es

schwerer, als seinem Verstande, den Vater zu überzeugen, daß nur er die

Familienehre aufrechtzuhalten vermöge und bleiben müsse. Er wußte, nur

seinem Entschlusse treu, blieb er der Mann, sein Wort zu halten. Das konnte er

dem Vater nicht sagen. Erfuhr dieser das wahre Verhältnis der beiden jungen

Leute, so drang er nur noch stärker auf die Heirat. Dann hätte er ihm auch sagen

müssen, wie sein Bruder den Tod gefunden. Er hätte ihn nur tiefer beunruhigen

müssen. Daß der Vater im Herzen überzeugt war, der Bruder hatte durch

Selbstmord geendigt, wußte er nicht. Die beiden so nah verwandten Menschen

verstanden sich nicht. Apollonius setzte die innerliche Natur seines eigenen

Ehrgefühls bei dem Vater voraus, und der Alte sah in der Weigerung des Sohnes

und dessen Beweis, er könne der schwierigen Lage des Hauses gerecht werden,

nur den alten Trotz auf seine Unentbehrlichkeit, der es nun nicht einmal mehr

der Mühe wert hielt, zu verbergen: der Vater war in seinen Augen nichts mehr

als ein hilfloser, alter, blinder Mann. Und was diese Mißverständnisse

verursachte und begünstigte, das Zurückhalten, war eben der Familienzug, den

sie beide gemein hatten. Denselben Morgen hatte eine Deputation des Rats

Apollonius den Dank der Stadt gebracht; hatten die angesehensten Leute der

Stadt gewetteifert, ihm ihre Achtung und Aufmerksamkeit zu beweisen. Ursache

genug, eine ehrgeizige Seele zur Überhebung zu reizen, Grund genug für den

alten Herrn, dem Apollonius als eine solche Seele galt, an dessen Überhebung zu

glauben. Der alte Herr mußte die Unentbehrlichkeit des Trotzenden anerkennen,

und durfte weder ein Recht noch eine Macht gegen ihn behaupten. Die

Gemütsbewegung und geistige Überanstrengung an dem Tag vor dem Tode

seines älteren Sohnes hatten seine letzte Kraft untergraben; nun brach sie

vollends zusammen. Von Tag zu Tag wurde er wunderlicher und empfindlicher.

Er verlangte von Apollonius keine Unterwerfung mehr; er fand eine

selbstquälerische Lust, in seiner diplomatischen Weise dem Sohne dessen

Unkindlichkeit vorzuwerfen, indem er beständig sein grimmiges Bedauern

aussprach, daß der tüchtige Sohn von einem alten herrschsüchtigen Vater, der

nichts mehr sei und nichts mehr könne, sich so viel gefallen lassen müsse.

Vergeblich war alles Bemühen des Sohnes, der Alte glaubte nicht an die

Aufrichtigkeit desselben. Dabei konnte er sich in seiner Wunderlichkeit

gleichwohl der Tüchtigkeit des Sohnes und der wachsenden Ehre und des

steigenden Wohlstandes seines Hauses freuen; wenn er sich dies auch nicht

merken ließ. Er erlebte noch den Ankauf der Schiefergrube, die Apollonius seither in Pacht gehabt. Der Sohn ertrug die Wunderlichkeiten des Vaters mit der

liebend unermüdlichen Geduld, womit er den Bruder ertragen hatte. Er lebte ja

nur dem Gedanken, das Wort, das er sich gegeben, so reich zu erfüllen, als er

konnte; und in diesem war ja auch der Vater mit eingeschlossen. Das Gedeihen

seines Werkes gab ihm Kraft, alle kleinen Kränkungen mit Heiterkeit zu

ertragen.

Den Tag nach der Gewitternacht hatte er dem alten Bauherrn seine ganze

innere Geschichte mitgeteilt. Der alte Bauherr, der bis zu seinem Tode mit

ganzer Seele an ihm hing, blieb sein einziger Umgang, wie er der einzige war,

dem sich Apollonius, ohne seiner Natur ungetreu werden zu müssen, enger

anschließen konnte.

Einige Tage nach der Nacht mußte sich Apollonius zu Bette legen. Ein

heftiges Fieber hatte ihn ergriffen. Der Arzt erklärte die Krankheit erst für eine

sehr bedenkliche, aber in ihr kämpfte nur der Körper den Kampf gegen das

allgemeine Leiden sieghaft aus, das geistig in dem Entschlusse jener Nacht

seinen rettenden Abschluß gefunden. Die Teilnahme der Stadt an dem kranken

Apollonius gab sich auf mannigfache Weise rührend kund. Der alte Bauherr und

Valentin waren seine Pfleger. Diejenige, welche Natur durch Liebe und

Dankespflicht zur sorglichsten Pflegerin des Kranken bestimmt hatte, rief

Apollonius nicht an sein Bett, und sie wagte nicht, ungerufen zu kommen. Die

ganze Dauer der Krankheit hindurch hatte sie ihr Lager auf der engen

Emporlaube aufgeschlagen, um dem Kranken so nah zu sein als möglich. Wenn

der Kranke schlief, winkte ihr der alte Bauherr, hereinzutreten. Dann stand sie

mit gefalteten Händen, jeden Atemzug des Schlafenden mit Sorge und Hoffnung

begleitend, an dem Bettschirm. Unwillkürlich nahm ihr leiser Atem den Schritt

des seinen an. Sie stand stundenlang und sah durch einen Riß im Bettschirm zu

dem Kranken hin. Er wußte nichts von ihrer Anwesenheit, und doch konnte der

Bauherr bemerken, wie leichter sein Schlaf, wie lächelnder sein Gesicht dann

war. Keine Flasche, aus der der Kranke einnehmen sollte, die er nicht, ohne es zu

wissen, aus ihrer Hand bekam; kein Pflaster, kein Überschlag, den nicht sie

bereitet; kein Tuch berührte den Kranken, das sie nicht an ihrer Brust, an ihrem

küssenden Munde erwärmt. Wenn er dann mit dem Bauherrn von ihr sprach, sah

sie, er war mehr um sie besorgt als um sich; wenn er freundlich tröstende Grüße

an sie auftrug, zitterte sie hinter dem Bettschirm vor Freude. Wenige Stunden

ruhte sie, und wehte der kalte Winternachtwind durch die locker schließenden

Laden die kalten Flocken in ihr warmes Gesicht, berührte ihr eigener Hauch, auf

der Decke gefroren, ihr eisig Hals, Kinn und Busen, dann war sie glücklich,

etwas um ihn zu leiden, der alles um sie litt. In diesen Nächten bezwang die

heilige Liebe die irdische in ihr; aus dem Schmerz der getäuschten süßen Wünsche, die ihn besitzen wollten, stieg sein Bild wieder in die unnahbare

Glorie hinauf, in der sie ihn sonst gesehen.

 

Apollonius genas rasch. Und nun begann das eigene Zusammenleben der beiden

Menschen. Sie sahen sich wenig. Er blieb in seinem Stübchen wohnen, Valentin

brachte ihm das Essen, wie sonst, dahin. Die Kinder waren oft bei ihm.

Begegneten sich die beiden, begrüßte er sie mit freundlicher Zurückhaltung;

damit entgegnete sie den Gruß. Hatten sie etwas zu besprechen, so machte es

sich jederzeit wie zufällig, daß die Kinder und der alte Valentin oder das

Hausmädchen zugegen war. Kein Tag verging deshalb ohne stumme Zeichen

achtender Aufmerksamkeit. Kam er am Sonntag vom Gärtchen heim, so hatte er

einen Strauß Blumen für sie, den Valentin abgeben mußte. Er konnte gute

Partien machen; es meldeten sich stattliche Bewerber um sie. Er wies die

Anträge, sie die Freier zurück. So vergingen Tage, Wochen, Monde, Jahre,

Jahrzehnte. Der alte Herr starb und wurde hinausgetragen. Der brave Bauherr

folgte ihm, dem Bauherr der alte Valentin. Dafür wuchsen die Kinder zu

Jünglingen auf. Die wilde Locke über der Stirn der Witwe, die Schraube über

Apollonius’ Stirn bleichten; die Kinder waren Männer geworden, stark und mild,

wie ihr Erzieher und Lehrherr; Locke und Schraube waren weiß; das Leben der

beiden Menschen blieb dasselbe.

Nun weiß der Leser die ganze Vergangenheit, die der alte Herr, wenn die

Glocken Sonntags zum Vormittagsgottesdienste rufen, in seiner Laube sitzend,

vom Turmdach von Sankt Georg abliest. Heute sieht er mehr vorwärts in die

Zukunft als in die Vergangenheit zurück. Denn der ältere Neffe wird bald Anna

Wohligs Tochter zum Altar von Sankt Georg und dann heimführen; aber nicht in

das Haus mit den grünen Fensterladen, sondern in das große Haus daneben. Das

rosige ist für das gewachsene Geschäft zu klein geworden, auch hat der neue

Haushalt nicht Platz darin; Herr Nettenmair hat das große Haus über dem

Gäßchen drüben gekauft. Der jüngere Neffe geht nach Köln. Der alte Vetter dort,

dem Apollonius so viel dankt, ist lange tot, auch der Sohn des Vetters ist

gestorben. Dieser hat das große Geschäft seinem einzigen Kinde hinterlassen,

der Braut des jüngsten Sohnes von Fritz Nettenmair. Beide Paare werden

zusammen in Sankt Georg getraut. Dann wohnen die beiden Alten allein in dem

Hause mit den grünen Fensterladen. Der alte Herr hat schon lange das Geschäft

übergeben wollen; die Jungen haben es bis jetzt abzulehnen gewußt. Der ältere

Neffe besteht darauf, der alte Herr soll an der Spitze bleiben. Der alte Herr will

nicht. Er hat einen Teil der Verlassenschaft des alten Bauherrn, den er beerbt, für

den Rest seines Lebens zurückbehalten; alles andere — und es ist nicht wenig,

Herr Nettenmair gilt für einen reichen Mann — übergibt er den Neffen; das Zurückbehaltene fällt nach seinem Tode an das neue Bürgerhospital. Er hat sein

Wort wahr gemacht; der Deckhammer über seinem Sarge wird ehrenblank sein,

wie über wenigen.

Die junge Braut wehrt sich, alles anzunehmen, was die künftige

Schwiegermutter ihr geben will. Wenn diese alles gibt, eins wird sie behalten;

das Eine ist ein Blechkapsel mit einer dürren Blume; sie liegt bei Bibel und

Gesangbuch und ist ihrer Besitzerin so heilig als diese.

Die Glocken rufen noch immer. Die Rosen an den hochstämmigen Bäumchen

duften, ein Grasmückchen sitzt auf dem Busche unter dem alten Birnbaum und

singt; ein heimliches Regen zieht durch das ganze Gärtchen, und selbst der

starkstielige Buchsbaum um die gezirkelten Beete bewegt seine dunklen Blätter.

Der alte Herr sieht sinnend nach dem Turmdach von Sankt Georg; das schöne

Matronengesicht lauscht durch das Bohnengelände nach ihm hin. Die Glocken

rufen es, das Grasmückchen singt es, die Rosen duften es, das leise Regen durch

das Gärtchen flüstert es, die schönen greisen Gesichter sagen es, auf dem

Turmdach von Sankt Georg kannst du es lesen: Vom Glück und Unglück reden

die Menschen, das der Himmel ihnen bringe! Was die Menschen Glück und

Unglück nennen, ist nur der rohe Stoff dazu; am Menschen liegt’s, wozu er ihn

formt. Nicht der Himmel bringt das Glück; der Mensch bereitet sich sein Glück

und spannt seinen Himmel selber in der eigenen Brust. Der Mensch soll nicht

sorgen, daß er in den Himmel, sondern daß der Himmel in ihn komme. Wer ihn

nicht in sich selber trägt, der sucht vergebens im ganzen All. Laß dich vom

Verstande leiten, aber verletze nicht die heilige Schranke des Gefühls. Kehre

dich nicht tadelnd von der Welt, wie sie ist; suche ihr gerecht zu werden, dann

wirst du dir gerecht. Und in diesem Sinne sei dein Wandel:

 

Zwischen Himmel und Erde!

Typographmaschinensatz der Deutschen Buch- und Kunstdruckerei, G. m. b. H., Zossen-Berlin SW. 11.

 

[1] Lichtung.

 

[2] Die von der Uhrkette herabhängenden Petschafte.

Anmerkungen zur Transkription

 

Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Im Original g e s p e r r t hervorgehobener Text wurde

in einem anderen Schriftstil markiert.

Die Schreibweise des Originals wurde weitgehend beibehalten. Lediglich offensichtliche

Druckfehler wurden, teilweise unter Verwendung weiterer Ausgaben des Textes, wie hier

aufgeführt korrigiert (vorher/nachher):

 

... Holzstämmen gestützt, zieht es sich längs des obern Stocks ...

... Holzstämmen gestützt, zieht sie sich längs des obern Stocks ...

... wo man zur Deckung eines neues Gebäudes oder zu einer ...

... wo man zur Deckung eines neuen Gebäudes oder zu einer ...

... unserm Helden lieb gewesen, der Bruder hätte sie auch im im ...

... unserm Helden lieb gewesen, der Bruder hätte sie auch im ...

... alle Wege seines Denkens führten, so hielt er ihn, war er ...

... alle Wege seines Denkens führten, so hielt es ihn, war er ...

... sie zugedacht war. Und unter den leisen, mechanisch fortgesetzen ...

... sie zugedacht war. Und unter den leisen, mechanisch fortgesetzten ...

... schärfer auf dem Zuge war als selbst der im blauen Rock ...

... schärfer auf dem Zeuge war als selbst der im blauen Rock ...

... floh? Wenn sie in Gedanken eine Brust umschlung, daran ...

... floh? Wenn sie in Gedanken eine Brust umschlang, daran ...

... zu schwer werden. Konnte er den Vorfall nicht aufhalten, ...

... zu schwer werden. Konnte er den Verfall nicht aufhalten, ...

... die Hand eines braven Mannes legte. Ännchens rosiges Gesich ...

... die Hand eines braven Mannes legte. Ännchens rosiges Gesicht ...

... hat hundermal erzählen hören; jeder Schieferdecker weiß, was ...

... hat hundertmal erzählen hören; jeder Schieferdecker weiß, was ...

... vielmehr seinem Neffen. Die Erfüllung des Wortes, daß er ...

... vielmehr seinem Neffen. Die Erfüllung des Wortes, das er ...

 

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Otto Ludwig

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