
Alte Nester: Zwei Bücher Lebensgeschichten
Ein Freund von mir begleitete einmal Goethe auf einem Spaziergange, beginnt Raabes Roman mit einem Motto von O. L. B. Wolff: Unterwegs stießen sie auf einen armen Knaben, der am Wege saß, den Kopf in den Händen und die Arme auf die Knie gestützt. Junge, was machst du da? Worauf wartest du?, rief Goethes Begleiter, worauf Goethe erwiderte, worauf sollte er warten, mein Freund? Er wartet auf menschliche Schicksale. Eine Blume, die sich erschließt, macht keinen Lärm dabei, beginnt dann der eigentliche Roman: Auf leisen Sohlen wandeln die Schönheit, das wahre Glück und das echte Heldentum, schreibt der Erzähler, und erklärt, es seien die Lebensgeschichten anderer Leute, die er beschreiben wolle, nicht seine eigenen, denn Glück, viel Glück habe er selbst wohl nicht gehabt, aber doch dann und wann sein Behagen, seine Belustigung und seine Ergötzlichkeiten.






